Sie sind hier: HiFi-Test / DVD & CD Player / Blu-Ray Recorder Panasonic DMR-BS 750
21.11.2014

Test: Blu-ray Recorder
Panasonic DMR-BS 750

Bit für Bit auf Blu-ray

Der Panasonic DMR-BS750, der erste Blu-ray-Recorder auf dem deutschen Markt, ist ein wahrer ­Alleskönner. Er kann zum Beispiel zwei HDTV-Programme gleichzeitig via Satellit empfangen und sie bitgenau auf Festplatte und Blu-ray aufnehmen

von Ulrich Wienforth

Hochauflösendes Fernsehen und Blu-ray Disc wachsen zusammen: Das Panasonic-Gerät ist ein veritabler HDTV-Satellitenempfänger mit Twin-Tuner, Festplatte und Blu-ray-Recorder. Er befördert aber nicht nur den DVD-Recorder ins hochauflösende Zeitalter, sondern erfüllt auch gleich noch einen anderen Wunsch qualitätsbewusster Menschen: die bitgenaue Aufnahme. Denn bisher konvertieren DVD-Recorder mit digitalem Empfangsteil das DVB-Signal stets zunächst auf die analoge Ebene, um es dann erneut im DVD-Format zu digitalisieren. Auf diese Weise ist zwar eine völlig DVD-konforme Aufnahme sichergestellt, aber bitgenau und verlustfrei gelingt der Mitschnitt nicht.

Aufnahme Panasonic-kompatibel

Tatsächlich ist es nicht ganz einfach, das empfangene DVB-Signal auf rein digitaler Ebene so umzusetzen, dass daraus eine voll kompatible DVD entsteht, die auf jedem DVD-Spieler läuft. Auch bei der Blu-ray ist das nicht anders, selbst wenn Sendesignal und Disc denselben Codec verwenden. Doch Panasonic geht diesmal den qualitätsbewussten Weg: Ton und Bild werden eins zu eins so aufgezeichnet, wie sie vom Satelliten kommen, und zwar zunächst auf Festplatte. Dieses Signal enthält allerlei Zusatzinfos, den Teletext, eventuell mehrere Tonformate. Kopieren von Festplatte auf Blu-ray kann man nun im „DR-Modus“, der dieses Signal bitgenau transferiert – dies sogar mit bis zu sechsfachem Tempo. In diesem Format passen rund dreieinhalb Stunden HDTV-Aufnahmen auf eine 25-GB-Blu-ray. Eine solche Disc lässt sich auf dem Panasonic-Recorder, aber auch auf Panasonics Blu-ray-Playern wiedergeben, verspricht der Hersteller. Fremd-Player nehmen die Scheibe dagegen nicht an. Wer eine kompatible Blu-ray brennen will, muss die Aufzeichnung zunächst auf der Festplatte konvertieren, wobei zwischen diversen Qualitätsstufen gewählt werden kann – von HD bis SD. Danach werden die Daten auf Blu-ray oder DVD gebrannt. CD-Rohlinge kann der Recorder nicht beschreiben, aber abspielen kann er Audio-CDs natürlich schon.

Für Aufnahmen vom DVB-Radio empfiehlt sich das Konvertieren in den „XP“-Modus: Dabei lassen sich die Audiodaten im PCM-Format speichern und auf DVD brennen, wobei allerdings die Spielzeit auf eine Stunde beschränkt ist. Ein direkter Export der Radioaufnahmen als MP2-Datei ist nicht möglich. Zwar können Audio-Files von USB-Sticks oder SD-Karten auf die Festplatte kopiert werden, aber nicht umgekehrt.

Nicht genug mit den Funktionen als Empfänger, Recorder und Player – der DMR-BS 750 kann auch noch als DLNA-kompatibler Server eingesetzt werden, auf den Netzwerkspieler via LAN zugreifen können. CDs kann er auf seine Festplatte rippen – nur im PCM-Format, nicht als MP3 – und die Metadaten von der Gracenote-Datenbank holen. Und schließlich kann er über die LAN-Strippe auch auf Youtube, Picasa, Tagesschau, Bloomberg und Bild.de zugreifen – und bei Blu-ray-Wiedergabe BDLive-Inhalte aus dem Internet einladen.

Komplettes Anschlussfeld, aber kein HDMI-Eingang. USB- und DV-Buchse sitzen an der Front. Aufnahmen von Analogquellen sind in Standardauflösung über den S-Video-Eingang der SCART-Buchse möglich

Komfortables Editieren

Wichtig für den HDTV-Empfang von RTL & Co.: Der Panasonic-Empfänger ist CI+-tauglich, er kann also mit einem CI+-Modul fit gemacht werden für den Empfang der HD+-Plattform. Aufnahmen von externen Quellen sind einerseits über den DV-Eingang für Camcorder, andererseits über die S-Video-Kontakte der Scartbuchse möglich – allerdings nur in Standardauflösung. Einen HDMI-Eingang für hochauflösende Zuspielung bietet der Recorder nicht.

Selbstverständlich wartet der DMR-BS 750 mit all jenen Funktionen auf, die wir von DVB-Empfängern mit Festplatte kennen: Programmführer, aus dem auch gleich Timer-Aufnahmen programmiert werden können, sowie zeitversetzte Wiedergabe noch während der Aufnahme. Auch Panasonics berühmte Editierfunktion fehlt nicht: Es können sehr komfortabel Teile gelöscht oder Titel geteilt werden, allerdings nur bei TV-, nicht bei Radio-Aufnahmen. Der Schnitt gelingt zwar nicht völlig nahtlos, aber doch sehr ordentlich. Was wir vermissen, ist eine Radio-Taste: Nur via Bildschirmdialog kann auf Radiobetrieb umgeschaltet werden.

Leise Geräusche, guter Klang

Den Lüfter lässt Panasonic permanent, aber auf Sparflamme laufen. Auch das Festplattengeräusch ist nur in unmittelbarer Nähe hörbar. CDs und DVDs laufen ebenfalls leise, bei der Blu-ray macht sich das Laufwerk etwas deutlicher bemerkbar. Das Front-Display hätten wir uns etwas informativer gewünscht, aber das war wohl im 1000-Euro-Budget nicht mehr drin. Übrigens gibt’s den Recorder als DMR-BS850 mit 500-GB-Festplatte für 1300 Euro, während der 750er sich mit 250 GB begnügt. Das reicht für gut 37 Stunden TV-Aufnahme in HD-Qualität.

Kann man von einem derart preisgünstigen Alleskönner so etwas wie HiFi-Qualität erwarten? Wir haben den Panasonic-Klang in drei Kategorien getestet: als DVB-Empfänger, als Blu-ray- und als CD-Spieler. Überraschendes Ergebnis: In der Empfangsdisziplin zieht er mit dem Humax iCord HD+ gleich, der ganz weit oben in unserem Testspiegel rangiert. In den oberen Lagen klingt der Panasonic sogar noch eine Spur geschmeidiger. Als Blu-ray- und CD-Player erreicht er spielend das Niveau des Yamaha BD-S1900: Er klingt farbig, stimmig, homogen und rundherum angenehm.

Eine tolle Kombination also: ein Gerät, das nicht nur (fast) alles kann, dazu enorm preisgünstig ist, und das trotz aller Fokussierung auf Video-Wiedergabe den guten Ton nicht zu kurz kommen lässt.

Komfortabler Schnitt: Titel können geteilt oder Teile aus der Mitte der Aufnahme gelöscht werden
Von Festplatte auf Blu-ray kann man in verschiedenen Qualitätsstufen kopieren
Übersichtlicher Programmführer für Radio und TV
Im XP-Modus wir der Ton als PCM gespeichert

Dieser Artikel wurde in STEREO 6/2010 veröffentlicht

Die Ausgabe können Sie im
STEREO Online-Shop nachbestellen.

Profil

Panasonic DMR-BS 750
um € 1000
Maße: 43x6x25 cm (BxHxT)
Garantie: 2 Jahre
Vertrieb: Panasonic
Tel. 01805/015140
www.panasonic.de

Fazit

Komfortabler HDTV-Empfänger, bitgenauer Festplatten- und Blu-ray-Recorder, CD-, DVD- und Blu-ray-Player und UPnP-Server: eine eierlegende Wollmilchsau, die zu allem Überfluss auch noch gut klingt.

Messergebnisse

Frequenzgangabweichung
max. 0,6 dB
Rechteck-/Impulsverhalten
gut
Rauschabstand Digital 0
104 dB
Quantisierungsrauschabstand
97 dB
Klirrfaktor bei -60 dB
0,25 %
Aliasingverzerrung bei -30 dB
0,01 %
Linearitätsfehler bis -90 dB
0,2 dB
Ausgangswiderstand bei 1 kHz
0,93 kΩ
Ausgangsspannung bei 0 dB
2,1 Volt
Abtastsicherheit
gut
Erschütterungsfestigkeit
gut
Einlesezeit CD/Blu-ray
14/28 Sekunden
Leistungsaufnahme Standby/Leerlauf
0,2/19 Watt

Labor-Kommentar

Da gibt es nichts zu mäkeln: glatte Frequenzgänge, gute bis sehr gute Rauschabstände, symmetrische Rechtecke und Impulse, geringe Verzerrungswerte, kleiner Standby-Verbrauch. Die Einlesezeiten liegen im üblichen Rahmen.

Ausstattung

Twin-HDTV-Sat-Tuner mit zwei CI+-Steckplätzen, 250-GB-Fest­platte, komfortable Schnittfunktion, High-Speed-Kopie auf Blu-ray, Web-TV-Zugriff, BDLive, UPnP-Server. Anschlüsse: HDMI, LAN, 2xSat, SPDIF-out koax und optisch, Audio-L/R-in/out, Komponenten-out, FBAS-in/out, 2xScart, DV-in, USB Host, kein HDMI-Eingang. Aufnahmen in SD-Auflösung sind über SCART möglich. Schlichtes Display. Fernbedienung ohne Lautstärkeeinstellung. Keine Exportmöglichkeit für MP2-Radiomitschnitte oder MP3-Files.

CI+-Modul und die Aufnahme

HDTV-Sendungen von RTL & Co. können auf Geräten mit CI+-Modul nicht dauerhaft auf Festplatte gespeichert oder auf DVD gebrannt werden. Erlaubt ist dagegen die zeitversetzte Wiedergabe während der Aufnahme. Dabei kann sogar – im Gegensatz zu anderen HD+-Empfangslösungen – vorgespult, also etwa die Werbung übersprungen werden. Für frei empfangbare HD-Sender wie ARD oder ZDF gibt es keine Aufnahmebeschränkungen.