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30.07.2014

Test: Standlautsprecher Canton Karat 790 DC

Universalgenie

Die Canton Karat 790 führt eine Traditionsbaureihe mit stetig gestiegener Qualität fort

Standlautsprecher Canton Karat 790 DC

von Tom Frantzen

Die 790 DC repräsentiert die aktuelle Version eines über ein Jahrzehnt modellgepflegten Bestsellers im Canton-Programm, der zuvor Karat M70, M80 und M90 und zuletzt Karat 709 hieß. Gegenüber Letzterer wurde die 790 allerdings weit über Feinschliff im Detail hinaus zum Dreieinhalb-Wege-Modell weiterentwickelt. Entsprechend aufwändiger geriet die hoch„karätige“ Weiche.

Das untere der beiden 16er-Aluminium-Tiefmitteltonchassis arbeitet nun als wahrer Mitteltöner bis 3 kHz, das obere in der ampelähnlichen Quasi-d’Appolito-Anord­nung dagegen blendet sich ab etwa 400-500 Hertz für die höheren Lagen aus. Die Auswirkungen auf die Richtcharakteristik sind bedeutend weniger Interferenzen und Einbrüche im Übernahmebereich zum Hochtöner, sprich ein noch eleganterer Übergang sowie auch dank der aus der Vento Reference übernommenen „Wave“-Sicke ein besserer Hub, reduzierte Verzerrungen und insgesamt ein homogeneres Rundstrahlverhalten. Um die wohnraumfreundliche schmale Front-Silhouette zu ermöglichen, sitzt der mächtige, langhubige 26er-Tieftöner mit seiner Cellulose/Graphit-Membran in gewohnter Manier auf der (bevorzugt inneren) Gehäuseseite, was zweifellos ein wenig Hirnschmalz für den Antrieb erforderte. Im Hochtonbereich kommt eine überarbeitete Aluminium-Mangan-Kalotte ADT-25 mit Linse und neuer, optimierter Frontplatte zum Einsatz, die ganz nebenbei für drei Dezibel mehr Schalldruck und entsprechende Dynamikreserven sowie eine höhere Bandbreite (40 Kilohertz) sorgt. Die Liebe zum Detail zeigt sich neben unzähligen anderen Punkten in der hochwertigeren Innenverkabelung des Lautsprechers ebenso wie im aufwändigen, mittels Silikon-Absorbern von der Unterlage entkoppelnden Standfuß und dem guten Bi-Wiring-Terminal.

Die Schallwand des Kalottenhochtöners verbessert den Wirkungsgrad und die Abstrahlung

Dynamikwunder

Die als Canton-Merkmal bekannte integrierte DC-Technologie, die wie eine Art Subsonic-Filter unnötige Membranbewegungungen (und Verzerrungen) im Infraschallbereich verhindert, ist schon ein – sinnvoller – Standard in dieser Baureihe. Im Hörraum trumpfte die sehr ausgewogene Karat mit absolut spektakulärer Dynamik auf, lieferte Feinauflösung satt, die zweitbeste Räumlichkeit und den mächtigsten, aber stets kontrollierten Bass. Eine sehr homogene Allround-Box für eher etwas größere Räume, die sich gemeinsam mit der Phonar an die Spitze dieses Testfeldes schiebt.

Messergebnisse

Nennimpedanz: 4 Ω
minimale Impedanz: 3 Ω bei 254 Hertz
maximale Impedanz: 10,6 Ω bei 18,1 Hertz
mittlere Empfindlichkeit (2,83 V/m): 88,6 dB SPL
untere Grenzfrequenz (-3 dB): 50 Hertz

Der Frequenzgang der Canton ist sehr ausgewogen und somit gerade, erst bei etwa 17 Kilohertz gibt es einen deutlicheren Pegelanstieg, zwischen etwa 200 und 2000 Hertz eine sehr dezente Zurückhaltung zu vermelden. Der Impedanzverlauf lässt die Canton als 4-Ohm-Lautsprecher erkennen, der mit 3 Ohm Minimum die Normgrenze von 3,2 Ohm nur ganz geringfügig unterschreitet. Das sich in der Sprungantwort abzeichnende Timing der Box ist durchschnittlich, konstruktionsbedingt kommt der seitliche Tieftöner etwas hinterher.

Messdiagramme des Standlautsprechers Canton Karat 790 DC
Frequenzgang
Sprungantwort

STEREO-Ausgabe

Dieser Artikel erschien in STEREO 07/2009

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Profil

Canton Karat 790 DC

Paar um € 2000
Maße: 17x112x41 cm (BxHxT)
Garantie: 5 Jahre
Vertrieb: Canton
Tel.: 06083/2870
www.canton.de

Fazit

Mit immerhin 26,5 Kilogramm Gewicht und 112 Zentimeter Gardemaß dominiert die Karat diesen Wettbewerb schon optisch – und mischt auch klanglich ganz vorne mit. Atemberaubend pegelfest und dynamisch spielt sie dennoch ausgewogen und mit audiophil angehauchtem Feinsinn.