von Ulrich Wienforth
Sogar in der Farbgestaltung hat sich Yamaha von der aktuellen Apple-Kollektion inspirieren lassen: silberne Elektronik und Klavierlack-weiße Lautsprecher. Wahlweise gibt’s Elektronik und Boxen auch in Schwarz, aber stets nur im Komplett-Set. Bei iPod-Wiedergabe erscheinen Titel und Interpret nicht im Yamaha-Display: Navigiert wird anhand des iPod-eigenen Displays und mit der Yamaha-Fernbedienung, deren Multifunktionstaste der des iPod Classic oder Nano nachempfunden ist. Aber auch der Porti selbst bleibt im Dock bedienbar. Letztlich läuft es also doch auf eine Nahbedienung hinaus – lediglich Start/Stop und Skip kann man ja auch blind fernbedienen.
Dem Player wie dem Receiver hat Yamaha schöne Displays mit großen Lettern spendiert. Bei MP3- oder WMA-Wiedergabe ab CD-R oder USB-Stick erscheint aber nur der Dateiname, nicht Interpret, Album etc. Dagegen zeigt der Receiver bei UKW-Empfang sämtliche RDS-Daten samt Radiotext an. Schade, dass man bei verrauschtem Stereo-Empfang nicht auf Mono schalten kann.
Butterweiches Alps-Poti
Beide Geräte sind ziemlich schwer und mit erstaunlich guten Zutaten bestückt: mit klassischen Netztrafos, mit harten Netzschaltern, mit vergoldeten Cinchbuchsen. Der Receiver überrascht sogar mit einem butterweich laufenden, hochwertigen Motorpoti von Alps und mit soliden, vergoldeten Lautsprecherklemmen, während der Player den hochbittauglichen Burr-Brown-Wandler DSD 1791 sowie die gesamte aufwändig bestückte Ausgangsplatine von seinen großen Brüdern geerbt hat. Den Lautsprechern hat Yamaha massiv-metallene Klemmen verpasst und ordentliche Strippen beigepackt – leider sind sie nur zwei Meter lang.
Vinyl-Freunde werden sich über die Phono-Vorstufe des Yamaha-Receivers freuen, und für die Tiefbass-Unterfütterung ist ein Subwoofer-Ausgang vorhanden. Klassisches Echtzeit-Recording unterstützt Yamaha dagegen nicht: Ein analoger Tape-Ausgang fehlt ebenso wie ein SPDIF-out. Kopiert wird eben heute am PC, jedenfalls wenn es um digitales Quellmaterial geht.
Ab CD klingt die Yamaha-Kombi – zunächst über hochkarätige Fremdlautsprecher – ausgesprochen sonor, mit tollen Klangfarben, weichen Mitten und einem kraftvollen, wenngleich nicht besonders gut strukturierten Bass. Auch die iPod-Wiedergabe macht richtig Spaß. Vinyl klingt dagegen kehlig und dünn – eher etwas für Gelegenheits-Schwarzhörer. Und die beigepackten Lautsprecher? Haben durchaus Fundament – wenn auch wenig Tiefbass, und spielen sehr schön ausgewogen.
Dieser Artikel wurde in STEREO 07/2009 veröffentlicht. Die Ausgabe können Sie über unsere Verlagsseite nachbestellen.
Profil
Yamaha MCS-1330
um € 1050 (mit Lautsprechern)
Garantie: 2 Jahre
Vertrieb: Yamaha
Tel.: 04101/3030
www.yamaha-hifi.de
Fazit
Mini-HiFi vom Erfinder der Pianocraft: Zum scharf kalkulierten Preis schnürt Yamaha hier ein Paket aus grundsolider Elektronik und erstaunlich hochwertigen, auch optisch gelungenen Lautsprechern. Angesichts des guten klanglichen Ergebnisses werden da nicht nur iPod-Nutzer gerne zugreifen.
Laborreport
Messwerte wie aus dem Bilderbuch liefert der CD-Player: minimale Verzerrungen und exorbitante Rauschabstände. Das UKW-Empfangsteil ist nicht sonderlich empfindlich und auch bei Ortsempfang nicht gerade rauscharm, aber es bietet bei ordentlicher Trennschärfe recht geringe Verzerrungen. Aus dem Verstärker zaubert Yamaha beeindruckende Sinus- und vor allem Impulsleistungen, auch dies bei niedrigem Verzerrungs- und Rauschniveau. Erfeulich glatt verläuft der Phono-Frequenzgang, und sehr schön rauscharm ist der MM-Eingang auch.







