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20.12.2014

Test: CD-Receiver Teac Reference H600

HighEnd im Minikleid

Ein Kleinod im Wortsinn: Teac hat die neuen Reference-Komponenten in Panzergehäuse gesteckt und mit edelsten Zutaten bestückt

Komplettanlage Teac Reference H600

von Ulrich Wienforth

Schon seit den 90er Jahren bleibt Teac seiner Reference-Serie treu: Einzelkomponenten im Miniformat, wertig verarbeitet und klanglich anspruchsvoll. Doch was die japanischen Tüftler jetzt auf die Beine gestellt haben, stellt alles Dagewesene in den Schatten. CD-Player und Receiver – beide einzeln erhältlich – stecken in extraschweren Gehäusen aus Alu-Profil, werden von Ringkerntrafos gespeist und über Edelfernbedienungen mit Metallfront gesteuert. Der Player leistet sich einen 24/192-Wandler von Burr-Brown, der Receiver extragroße Lautsprecher-Polklemmen aus vergoldetem Massivmetall.

Innenansicht der Komplettanlage Teac Reference H600
Augenweide: Gehäuse aus Alu-Profil, Ringkerntrafo, Highend-Klemmen

Internetradio integriert

Selbstverständlich sind auch alle Cinchbuchsen und sogar die Antennenanschlüsse vergoldet. Der Strom wird über dreipolige Kaltgerätestecker zugeführt, und obwohl der Schutzleiter mit der Signalmasse verbunden ist, entstehen beim Anschluss einer geerdeten Antenne keine Brummschleifen. Ein- und ausgeschaltet werden die Komponenten über satt rastende Tasten mit vollständiger Netztrennung. Aber selbst im Standby verbrauchen beide Geräte zusammen nur 0,6 Watt.

Als einziger Player dieses Tests bietet Teacs 600er einen Digitalausgang, und der Receiver wartet mit einem Phono-Eingang auf. Die Lautsprecher werden von einer aufwändig gekapselten Class-D-Endstufe befeuert. Statt einer USB-Buchse hat sich Teac für LAN und WLAN entschieden – die beigepackte kleine Stabantenne wird einfach auf die Gewindebuchse an der Rückwand aufgeschraubt. Als Netzwerkspieler lässt sich das Gerät aber nicht einsetzen, sondern es empfängt übers Heimnetz ausschließlich Internetradio. Und weil das WLAN-Modul vom DAB-Spezialisten Frontier Silicon stammt, kann es ganz nebenbei auch noch DAB empfangen. Natürlich ist der Receiver auch UKW-tauglich, mit vollem RDS-Komfort, wobei das Display zwar schön ist, aber ziemlich kleine Lettern hat.

Innenansicht der Kompaktanlage Teac Reference H600
Kombiniertes DAB/WLAN-Modul: Venice 6 von Frontier Silicon

Der Klang? Aahh!

Der Player liest flott ein, und er spielt auch MP3- und WMA-CDs ab und zeigt dann Songtitel, Albumtitel und Interpret an. Wer einen iPod anschließen will, kann das optional erhältliche Dock mit der 18-poligen Spezialbuchse des Teac-Receivers verbinden. Etwas lästig ist, dass der Lautstärke-Drehknopf von Maximum bis Minimum gefühlte zehn Umdrehungen braucht.

Wie klingt dieses technische Kleinod? Als wir CD auflegten, ging ein „Aahh“ durch die Hörtest-Runde: super Raum, untenrum schnell und kontrolliert, sehr luftig, tolle Feindynamik – der mit deutlichem Abstand beste Klang in diesem Testfeld. Der Phono-Eingang ist dagegen praktisch nicht zu gebrauchen: Er hat weder Bass noch Höhen – vergessen Sie ihn einfach. Allenfalls High-Output-MC-Systeme spielen am H 600 ordentlich.
Trotz dieses Schönheitsfehlers sind CD-Klang und Konstruktion der Reference H600 jeden ihrer 1500 Euros wert.

Dieser Artikel wurde in STEREO 07/2009 veröffentlicht. Die Ausgabe können Sie über unsere Verlagsseite nachbestellen.

STEREO-Ausgabe

Dieser Artikel wurde in STEREO 07/2009 veröffentlicht

Profil

Teac Reference H600

Player um € 600
Receiver um € 900
Garantie: 2 Jahre
Vertrieb: Teac
Tel.: 0611/71580
www.teac.de

Fazit

Mini-Komponentenanlage mit audiophilen Zutaten, wie man sie sonst nur von Full-Size-Komponenten kennt. Doch die H600 ist nicht nur eine Augenweide für Technikverliebte, sondern rechtfertigt den konstruktiven Aufwand durch exzellenten Klang bei CD-Wiedergabe.

Laborreport

Beim Player ist alles picobello: Verzerrungen, Rauschabstände etc. Und die Abtastsicherheit reicht immerhin, um eine 1 mm große Störstelle zu überbrücken. Der UKW-Tuner ist trennscharf und weitgehend frequenzlinear, kann aber in puncto Empfindlichkeit und Rauschabstand nicht recht überzeugen. Im Verstärker stecken beachtliche Leistungsreserven, die schön verzerrungsarm, aber nicht sehr rauscharm mobilisiert werden. Der 400-kHz-Rest am Ausgang weist auf die Class-D-Technik hin – das Tiefpassfilter dämpft bei 20 kHz immerhin schon um 1,4 dB.

Aliasingverzerrungen