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02.09.2014

Test: CD-Receiver Arcam Solo Mini

Innere Größe zählt

Arcams Solo Mini ist zwar ein Winzling – aber gleichwohl in der Preisklasse gehobener Einzelkomponenten angesiedelt

Komplettanlage Arcam Solo Mini

von Ulrich Wienforth

Dieser Einblock-CD-Recei­ver ist nicht größer als ein Küchenradio, und tatsächlich deutet seine Teleskopantenne auf den portablen Einsatz hin.  Sein stattliches Gewicht legt dann aber doch den stationären Betrieb nahe, und ein Blick hinter die Kulissen enthüllt den audiophilen Anspruch: Kaltgerätestecker, vergoldete Cinchbuchsen, massiver Kühlkörper, Ringkerntrafo, 24-Bit-Wandler.

Auf eine Phono-Vorstufe hat Arcam verzichtet – dafür lassen sich aber vier Hochpegelquellen über Cinch anschließen, eine weitere über die Miniklinkenbuchse an der Front. Arcams iPod-Dock kommuniziert über die RS232-Schnittstelle mit der Anlage. Vom USB-Stick spielt der Solo Mini MP3- oder WMA-Dateien und zeigt Songtitel und Ordnernamen auf seinem 2 x 20-stelligen Schönschrift-Display an. Auch von der CD-R kann er MP3 und WMA wiedergeben, dabei behält er aber die Metadaten für sich. CDs werden via Ladeschlitz sanft eingezogen und einigermaßen flott eingelesen.

Innenansicht der Komplettanlage Arcam Solo Mini
Ringkerntrafo, massiver Kühlkörper, Goldbuchsen: üppige Zutaten im kompakten Gehäuse

Teleskopantenne für DAB

UKW-Sender zeigt der Arcam-Mini mit vollem RDS-Komfort an, und sogar die UKW-Signalstärke erscheint auf Wunsch im Display. Die Teleskopantenne ist aber nicht für UKW, sondern für den DAB-Empfang zuständig. Sie wird bei Bedarf auf die rückwärtige F-Buchse aufgeschraubt und versorgt das DAB-Modul von Gyro mit Signalen im Band III und im L-Band. Für DABplus ist das Gerät noch nicht vorbereitet. Zehn Digitalradiostationen können auf Presets gespeichert werden – das könnte in Zukunft etwas knapp werden. Der DAB-Empfang mit der Teleskopantenne klappt aber sehr gut.

Die Tasten für Eingangswahl, Lautstärke und Laufwerk hat Arcam an der Oberseite der metallenen Front angeordnet – übersichtlich und mit sattem Druckpunkt. Weitere Funktionen werden via Fernbedienung zugänglich, so etwa Klang- und Balanceeinstellung oder der Sleep Timer, Display-Dimmer oder Wiederhol- und Zufallswiedergabe. Im Radiomodus kann per Menü der Stationsspeicher belegt oder auf Mono-Empfang geschaltet werden.

Der Standby-Verbrauch ist mit fünf Watt nicht besonders niedrig, aber bei Bedarf lässt sich das Gerät über den rückwärtigen Schalter vollständig vom Netz trennen. Wer passende Lautsprecher zur Solo Mini sucht, dem bietet Arcam die „Solo Muso“ und als Ergänzung den Subwooer „Solo Logo“ an. Und wenn Sie wirklich einmal die Leistung durch eine externe Endstufe aufstocken wollen, dann hält der Solo Mini dafür sogar Vorverstärkerausgänge bereit.

Ab CD überzeugt der Arcam-Block mit einer sehr musikalischen Darbietung, mit ausgewogener Tonalität, einem eher etwas dunklen Timbre und viel Schub in den unteren Lagen, die freilich noch konturierter sein könnten. Für ein derart kompaktes Gerät eine tolle Leistung – allerdings zu einem stolzen Preis.

Dieser Artikel wurde in STEREO 07/2009 veröffentlicht. Die Ausgabe können Sie über unsere Verlagsseite nachbestellen.

Profil

Arcam Solo Mini

um € 1200 (ohne Lautsprecher)
Garantie: 2 Jahre
Vertrieb: GP Acoustics
Tel.: 0231/9860320
www.gp-acoustics.de

Fazit

Sehr kompakter CD-Receiver mit guten Zutaten und hochwertiger Verarbeitung, zahlreichen Eingängen und DAB-Empfang. Eine Phono-Vorstufe und ein Digitalausgang wären in dieser Preisklasse nicht schlecht gewesen. Klanglich kann der Solo Mini voll überzeugen – aber das Vergnügen ist nicht ganz billig.

Laborreport

Ausgezeichnete Player-Werte im rechten Kanal – nicht ganz so gut schnitt bei unserem Testexemplar der linke Kanal ab. Hervorragende Abtastsicherheit, aber relativ langsames Einlesen.  Der Verstärker gibt, gemessen an der Größe, recht ordentliche Leistung ab, und dies ausgesprochen verzerrungs- und rauscharm. Dagegen kann sich das UKW-Empfangsteil selbst bei Ortssendern das Rauschen nicht ganz verkneifen, und auch die Verzerrungswerte könnten geringer sein, zumal angesichts der mäßigen Trennschärfe. Aber zum Glück ist ja DAB an Bord.

Aliasingverzerrungen