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29.09.2014

Test: Anlage Yamaha S 700

Sichere Anlage

Alle Welt redet von Krise. Und manche Bank lockt schon wieder mit ­„unverschämt hohen“ Zinsen. Die Alternative sind sichere Sachwerte. Hand aufs Herz – wie alt ist Ihre Anlage? Warum gönnen Sie sich keine neue? Retten Sie Ihr Geld und investieren Sie in guten Klang – und damit in reale und ­bleibende Lebensqualität. Yamaha hätte da einen Vorschlag

Yamaha Anlage S 700

von Tom Frantzen

Konzept

Nach dem beeindruckenden und zudem erfolgreichen Comeback mit den Serien 2000 und undefined1000 folgt bei Yamaha nun konsequent der Schritt in die heftig umkämpfte Kaufklasse, in der das einzelne Gerät für rund 400 bis 500 Euro über die ­Ladentheke geht. Was der japanische, auch mit Außenbordmotoren, Motorrädern und – weltmarktführend – Musikinstrumenten bestens vertraute Japaner hier die letzten Jahre aufbot, war zwar alles andere als schlecht, aber es war doch etwas betagt und wurde von Konkurrenten wie etwa Cambridge oder NAD mit neuen Herausforderern heftig attackiert.

Verstärker A-S 700

Und auch hier punktet Yamaha bereits bei der Ausstattung, noch bevor ein Takt Musik gespielt wird. Wo andere Hersteller nämlich auf gebürstete Aluminiumfronten, Phono MM, Klangregelung oder einen Rec-Out-Selector für komfortable Aufnahmen verzichten, kommen gerade die Liebhaber dieser ebenso klassischen wie nützlichen Features beim Vollverstärker A-S 700 für gerade einmal 450 Euro auf ihre Kosten. Sogar die von früheren Yamaha-Amps bekannte regelbare Loudness ist vorhanden. Nicht wundern sollte man sich über die fortschrittliche Elektronik bei den Stellern, wo früher simple Potis werkelten, finden sich heute elektronische Übertrager.

Innenansicht des Yamaha Verstärkers A-S 700
Die Phonoplatine (links) ist servicefreundlich, fast wie eine PC-Steckkarte positioniert, und der Kühlkörper (Mitte) trennt Eingangsstufe und Leistungsverstärker sinnvoll

Die auf höchste Signalreinheit setzende „ToP-ART-Philosophie“ der findigen Yamaha-Entwickler sorgt intern für die kanalsymmetrische Auslegung dieses Verstärkers, wobei Anleihen bei den größeren Geräten in der Natur der Sache liegen. Das nutzt dem Kunden, der eine hohe Qualität günstiger bekommt ebenso wie dem Hersteller, der Ressourcen spart.

Hauseigene Kondensatoren und das ebenfalls selbst entwickelte Netzteil ist dafür verantwortlich, dass der Amp für diese Klasse ganz schön Power unter der Haube hat. STEREO konnte rund 170 Watt pro Kanal messen und damit die Pressemitteilung bestätigen. Auch die guten Rausch- und Übersprechwerte sind dem sorgfältigen Aufbau geschuldet, der clever sensible Baugruppen von den leistungsträchtigen separiert.

Die klangliche Abstimmung entspricht in etwa der temperamentvollen undefined1000er-Baureihe, was zu begrüßen ist. Der Yamaha ist hörbar bärenstark, souverän und bestens kontrolliert, sehr lebendig und schnell, dabei aber niemals hell oder gar nervig, bleibt stattdessen stets auf der geschmeidigen, harmonisch-musikalischen Seite. Das macht ihn zum Universalisten par excellence und – im Gegensatz zu manch anderem guten Japaner  – selbst mit eher detailfreudig-schlanken, überagilen Lautsprechern kombinierbar. Allerdings braucht er dieses Entgegenkommen nicht und spielt am allerbesten mit audiophilen neutralen Schallwandlern auf.

CD Player CD-S 700

Innenansicht des Yamaha CD-Spielers CD-S 700
Kaum zu glauben, aber der bislang kleinste der modernen Yamaha-Verstärker ist zugleich der kräftigste – 2x300 Watt Impulsleistung für 450 Euro!

Auch beim Player griff Yamaha auf die eigenen Ressourcen zu und setzte das aus den beiden höherrangigen Modellen bekannte eigene Top-Laufwerk nun auch beim 400-Euro-Gerät ein. Dieses wird hier freilich nur zur CD-Wiedergabe genutzt und muss mit einer Kunststofflade vorlieb- nehmen. Doch halt, denn tatsächlich wäre womöglich auch SACD „drin“ gewesen. Warum Yamaha den CD-S700 hier künstlich limitiert, wissen wir nicht. Vielleicht ging es um Kosten, um Lizenzen oder man wollte den Abstand zum CD-S1000 nicht zu klein werden lassen. Wir bleiben an diesem Thema dran.

Zentralorgan des aufwändigen Spielers ist der Wandlerbaustein von Burr Brown mit 24 Bit Auflösung und 192 Kilohertz Taktfrequenz, der in zeitintensiven Hörtests, wie sie sich Yamaha in Europa leistet, ausgewählt und integrativ abgestimmt wurde. Auch hier erfolgte der Aufbau im Sinne hoher Kanaltrennung und Rauscharmut, „Pure Direct“ schaltet zudem Digitalausgang und Display ab. Das Laufwerk wie auch der frontseitige USB-Port sind WMA/MP3-fähig. Letzterer kann bis zu 80 Gigabyte verwalten, neben Sticks also auch kleinere Festplatten. Die ganze „Anfassqualität“ ist auch in der kleinen Serie sehr überzeugend, erst recht der ganzheitliche, stimmige Vortrag.

Europäische Abstimmung

Yamaha betreibt einen immensen Aufwand, um die Geräte derart auf die besonders anspruchsvollen europäischen Musikhörer abzustimmen, was etwa durch Austausch von Netzteilkondensatoren, aber auch Netzkabeln (!) geschieht. STEREO konnte zwei äußerlich identische Yamaha-Beipackkabel vergleichen und nachvollziehen, warum letztlich das geschmeidiger und „feinkörniger“ tönende in den Kartons landet. Sollen andere weiter behaupten, man könne hier keine Unterschiede hören, die Industrie hört sie jedenfalls auch. Kleines  Detail am Rande: Yamaha belegt den Kaltgeräteanschluss normgerecht, und die Originalkabel sind – zumindest auf der Geräteseite – phasenrichtig markiert.

Die Yamahas tönen – und das gilt erst recht im Verbund – ausgesprochen musikalisch und balancieren dabei auf dem schmalen Grat der Ausgewogenheit zwischen lebendiger Schnelligkeit und breit angelegten Klangfarben auf sattem Fundament. In diesem Ausmaß gelingt das selten, und man muss es deshalb umso mehr loben. Zumal Yamaha zusätzlich noch bei Ausstattung und Leistung klotzt. Deshalb gilt auch für die 700er: eine kristallklare Empfehlung!

Dieser Artikel wurde in STEREO 03/2009 veröffentlicht. Die Ausgabe können Sie über unsere Verlagsseite nachbestellen.

Stichwort

Kanaltrennung
Hierunter versteht man die elektrische Separation der Stereokanäle. Je höher dieser Wert, desto stärker der Stereo-Effekt.

Vertrieb

Yamaha Deutschland
Tel.: 04101/3030
www.yamaha-hifi.de

Profil

Yamaha CD-S700
um 400 Euro
Maße: 44x10x30 cm (BxHxT)
Garantie: 2 Jahre

Yamaha CD-Spieler CD-S 700

Fazit

Der Yamaha-Player bietet mit massiver Alufront und Top-Laufwerk eine geradezu unglaubliche Anfassqualität und Verarbeitung, zudem musiziert er klassenuntypisch nicht nur temperamentvoll, sondern extrem musikalisch und bereits mit audiophiler Räumlichkeit und Akkuratesse.

Ausstattung

Fernbedienung, USB-Eingang, koaxiale und Lichtleiter-Digitalausgänge, Pure Direct-Schaltung (schaltet Display und Digitalausgang ab) und abnehmbares Netzkabel (tuningfähig). Lobenswert für die Preisklasse finden wir den soliden Aufbau (Alufront).

Profil

Yamaha A-S700
um 450 Euro
Maße: 44x15x38 cm (BxHxT)
Garantie: 2 Jahre

Yamaha Verstärker A-S 700

Fazit

Auch der neue „kleine“ Vollverstärker aus den Yamaha-Musiklabors bietet Haptik, Ausstattung (siehe unten) und Ausgangsleistung en masse. Dazu gesellt sich ein mitreißender, emotionaler und farbiger Klang, den man für diesen Preis nur ganz selten zu Ohren bekommt.

Ausstattung

Fünf Hochpegel-Ein- und zwei Tape-Ausgänge, Phono-MM-Eingang, Klangregelung, variable Loudness, Aufnahmewahlschalter, Fernbedienung, kein Standby.