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23.09.2014

Report: Was wird aus der SACD

Auslaufmodell SACD?

Der Nachschub tröpfelt nur noch, und die HiFi-Fans fragen sich, wie es mit der SACD weitergeht. Wo bleibt neues Futter für den teuren Hochbit-Player? Wir haben die aktuelle Situation bei Playern und Scheiben recherchiert und wagen einen Blick in die Zukunft: Wird die Blu-ray Disc die SACD beerben oder gar der hochauflösende Download?

von Ulrich Wienforth

Feuer und Flamme für hochauflösende Tonträger waren STEREO-Leser nicht immer. Im Gegenteil: Anfangs begegneten sie den neuen Abspielgeräten sehr reserviert. Denn wer in einen hochwertigen CD-Player investiert hat, möchte diese Investition nicht schon nach wenigen Jahren qua Innovation entwertet sehen. Nachdem wir aber einige Jahre über die vielen neuen Geräte und Alben in hoher Auflösung berichtet hatten, mehrten sich die zustimmenden Leserbriefe. Und als wir schon wenig später den Rückzug der Musik-Majors von SACD und DVD-Audio vermelden muss­ten, brachen regelrechte Proteststürme unserer Leser los. Ein System, das nur die high­endige Nische des Marktes anspricht, braucht eben einfach mehr Zeit, um sich zu entwickeln, als die Industrie ihr zuzugestehen bereit ist.

Dead Can Dance Remaster
Die einzigen SACD-Neuerscheinungen aus dem Pop-­Bereich in 2008: neun Remastered-Alben von Dead Can Dance (Abb.) sowie Hugh Masekelas „Hope“

Das Ziel, die SACD auf breiter Front als Nachfolger der CD zu etablieren, ist jedenfalls gescheitert. 2005 kam mit der Jubilä­umsausgabe des Dire-Straits-Klassikers „Brothers in Arms“ der vielleicht letzte große Pop-Titel auf SACD heraus. Seitdem herrscht bei den Musik-Majors Funkstille. Und die beiden Erfinder der SACD, Sony und Philips, haben das System auch längst aufgegeben. Philips bietet gar keine SACD-Player mehr an, Sony hat immerhin noch zwei Geräte im Programm.

SACD-Veröffentlichungen

Das Kult-Label MFSL hat in 2008 nur zwei SACDs veröffentlicht (l.). Chesky, Stockfisch, ­HeadsUp und Telarc bringen aber weiter fleißig SACDs (r.)

Doch wenn die Großen eine neue Technologie fallen lassen, wird sie für die kleineren Hersteller oft erst richtig interessant. So belieferten Pioneer, Denon & Co. den Markt weiter fleißig mit Universalspielern für DVD-Audio/Video und SACD in diversen Preisklassen. In der Blu-ray-Ära ist dieses Genre allerdings zum Aussterben verurteilt: Blu-ray-Player, die auch SACDs wiedergeben können, sind nicht in Sicht. Auch das als SACD-tauglich angekündigte Pioneer-Flaggschiff BDP-LX 91 wird nun ohne das SACD-Feature auf den Markt kommen. Die Industrie, so scheint es, lässt das SACD-Format auslaufen.

Screenshot Musicline.de
Über neue SACDs informiert die ­„Profisuche“ auf Musicline.de: Seit Anfang 2008 sind 290 Titel erschienen – fast alle aus dem Klassikbereich

Andererseits findet die Super Audio CD immer mehr Einzug in reine Stereo-Komponenten, und zwar nicht nur in superteure HighEnd-Gerätschaften. So stellt Marantz zur IFA zwei Stereo-SACD-Player für 600 und 900 Euro vor. Sogar All-in-One-Anlagen werden immer öfter SACD-tauglich, etwa Pioneers PDX-Z9 (um 1000 Euro) oder Denons RCD-CX 1 (um 1500 Euro). Resteverwertung der einmal entwickelten SACD-tauglichen Laufwerke und Chips? Oder ist die SACD jetzt endlich auch beim nicht ganz so audiophilen Normalverbraucher angekommen?

Entscheidender als das Geräteangebot ist freilich der Nachschub an hochauflösenden Discs. Und da sieht es bei der SACD, rein zahlenmäßig, gar nicht mal so schlecht aus: Laut ­Mu­sic­line.de sind seit Anfang dieses Jahres 290 neue SACDs erschienen – davon 231 mit klassischer Musik, 44 mit Jazz und Blues, aber nur neun aus dem Pop-Bereich. Keine einzige dieser 290 Scheiben stammt von den Platten-Multis Universal, EMI oder Warner Music. Sony BMG steuert immerhin fünf Neuerscheinungen bei – Klassik und Jazz.

Sony SACD Player SCD-1
Erster SACD-Player: 1999 startete Sony spektakulär mit dem handgeschmiedeten, aber sündteuren Prachtstück SCD-1
DV-Audio Player Technics DVD-A 10
Erster DVD-Audio-Player: Technics debütierte Anfang 2000 mit dem erschwinglichen DVD-A 10
Multiplayer Pioneer DVD-747
Erster Universalspieler für DVD-Audio und SACD: Pioneers DVD-747

Sehr engagiert in Sachen SACD sind dagegen Nischen-Labels wie Chesky Records, Stockfisch, Telarc, Linn, das schwedische Label Opus3, Klassik-Spezialisten wie Naxos, Pentatone, MDG etc. Fast scheint es, als sei die SACD zu einem Spezialformat für die Klassikgemeinde mutiert. Allerdings hat die Deutsche Grammophon, Klassik-Primus und Tochter von Universal Music, ihre letzte SACD in 2006 veröffentlicht. Zurückhaltend geht in letzter Zeit auch das audiophile MFSL-Label mit der SACD um – und setzt lieber auf alternative Premium-Produkte wie Gold-CDs. Die Vinyl-LP wird in audiophilen Kreisen ebenfalls mehr und mehr zur Konkurrenz für die SACD.

Und wie geht’s dem Erzrivalen DVD-­Audio? Er gibt kaum noch ein Lebenszeichen von sich – auch wenn seit Anfang des Jahres 39 neue DVD-Audio-Titel herausgekommen sind. Die meisten  stammen von DTS Entertainment und sind schon länger auf dem US-Markt erhältlich. Auch bei den Player-Neuheiten sieht es mau aus: Wenn der Universalspieler stirbt, wird auch die DVD-Audio das Zeitliche segnen.

Ziemlich ernüchternd ist ein Blick auf die Zahlen des Bundesverbandes Musikindustrie. Das Spitzenjahr für hochauflösende Tonträger war demnach 2003 mit rund 600000 in Deutschland verkauften Exemplaren. Kein Wunder: In 2003 erschienen SACD-Sets von Bob Dylan, The Police, Sam Cooke, David Bowie, Pink Floyds „Dark Side of The Moon“ sowie die DVD-Audio „Pet Sounds“ von den Beach Boys.  Auch 2005 schnellte der Absatz noch mal auf 500000 Exemplare hoch, doch seither ist er auf 200000 Stück zurückgefallen – auf das Niveau von 2002. Eigentlich müsste ja angesichts der weit höheren Marktdurchdringung mit Hochbit-Playern der Absatz enorm gestiegen sein.

Denon Kompaktanlage CX 1 und Marantz SACD Player SA7003
Neue Multi-Player gibt es kaum noch, dafür aber immer mehr kompakte CD/SACD-Receiver wie Denons CX1 (o., um 1500 Euro ohne Lautsprecher) und reine Stereo-CD/SACD-Spieler wie den neuen Marantz SA7003 (u., um 600 Euro)

Die Nachfrage nach hochauflösender Musik ist offenbar so klein, dass es nicht funktioniert hat, dafür einen speziellen Tonträger und spezielle Geräte auf den Markt zu bringen. In der Blu-ray-Ära könnte sich das ändern, denn jeder Blu-ray-Spieler kann auch Audio-only-Discs mit hochauflösendem Ton abspielen. Und einen Formatstreit wie zwischen DVD-Audio und SACD wird es bei den neuen Discs ja nicht mehr geben. Der Blu-ray-Standard hat das konkurrierende HD-DVD-Format in die Flucht geschlagen – die Industrie unterstützt, mit Ausnahme Toshibas, die Blu-ray Disc. Sie wird zwar sicherlich nicht so schnell den Markt durchdringen wie einst die DVD, aber langfristig dürfte in vielen Haushalten ein Blu-ray-Player stehen – der Preisrutsch ist ja bereits in vollem Gang.

Gerade HiFi-Interessierte werden die neuen Discs rasch ins Herz schließen, weil sie endlich hochkarätigen Ton zum Bild bieten, etwa bei Konzert-Videos. Und die hochauflösenden Tonformate Dolby TrueHD und DTS-HD dürften bald von allen einschlägigen Geräten unterstützt werden. Ihr Vorteil ist zudem, dass Stereo- und Mehrkanalversion nicht separat auf der Disc gespeichert werden müssen: Sie liefern dennoch stets ein natives Stereosignal ohne übliche Downmix-Kompromisse.

Wachsende Medienvielfalt:

Konzerte auf Blu-ray Discs

Hochauflösende Konzert-Videos auf Blu-ray Disc gibt es schon eine ganze Menge

"Audio Only" Blu-ray Discs

Audio-only auf Blu-ray Disc: Nine Inch Nails „Ghost“, die Trondheim-Solisten mit „Divertimenti“ (Label „2L“) und – in Kürze – Neil Youngs komplettes Werk

Erste Ansätze für Audio-only auf Blu-ray gibt es: Die Gruppe Nine Inch Nails hat ihr Instrumental-Album „Ghosts“ in 24 Bit/96 kHz stereo auf Blu-ray verewigt, und Altmeister Neil Young will sein komplettes Œuvre ebenfalls dem blauen Laser anvertrauen – Album für Album auf je einer Blu-ray Disc, plus Bonus-Material.  Da wird viel Platz frei bleiben, denn im Grunde ist die Kapazität der Blu-ray viel zu groß für reine Audiodaten. Und eigentlich neigt sich die Ära der physischen Tonträger dem Ende zu.

Branchenkenner sehen im Musik-Download via Internet die Zukunft – warum nicht auch in hoher Auflösung? Angesichts der immer schneller werdenden DSL-Übertragung ist das technisch kein Problem mehr. Auf diese Weise ließe sich die audiophile Nische elegant bedienen, denn die Musik zusätzlich zu MP3 & Co. auch in hoher Auflösung bereitzustellen, bedeutet für einen Download-Shop-Betreiber nicht viel Aufwand. Problematisch könnte es allenfalls werden, wenn die Rechte für alle Titel dann noch mal neu verhandelt werden müssen. Es sei denn, die Labels betreiben den ­Down­load-Shop selber – eine neue Chance, den Backkatalog abermals zu verwerten...

Bisher ist das Angebot an hochauflösenden Downloads überschaubar. In Europa beschränkt es sich auf Nischen mit sehr speziellem Repertoire wie Linn Records oder das norwegische Label 2L. Populäre Musik der großen Plattenfirmen gibt’s bisher nur in den USA als High-Resolution-Download unter der Web-Adresse ­www.musicgiants.com. Aus rechtlichen Gründen dürfen Kunden aus Europa dort aber nicht einkaufen. Wenn es zutrifft, dass wir künftig unsere Musik nicht mehr von optischen Laufwerken abspielen, sondern von Festplatten und Flash-Speichern, dann wäre der Download ja die eleganteste Art des Vertriebs. Zumal sich hochauflösende Discs weigern, digital auf Festplatten kopiert zu werden. Eine SACD lässt sich ja nicht mal am PC abspielen. Zum Thema Kopierschutz wird sich die Musikindustrie im Streaming-Zeitalter etwas Neues einfallen lassen müssen – oder besser ganz auf ihn verzichten. Konkurrierende Tonformate gibt es natürlich auch bei den hochauflösenden ­Down­loads, aber meist stellen die Shops verschiedene Varianten bereit.

Stagnation auf tiefem Niveau: Absatzentwicklung SACD und DVD-Audio in Deutschland in Millionen Stück (Quelle: Bundesverband Musikindustrie)

In den nächsten Jahren werden wir sicherlich alle drei Hochbit-Systeme nebeneinander erleben. Die SACD wird uns als audiophiles Nischenprodukt für Klassik und Jazz noch eine ganze Weile erhalten bleiben. Blu-ray Discs als reine Tonträger werden sicher nicht wie Pilze aus dem Boden schießen, aber doch nach und nach auf den Markt kommen. Auch bei den hochauflösenden Downloads ist keine stürmische Entwicklung, aber doch ein stetig steigendes Angebot zu erwarten. Schließlich geht der Trend allgemein, auch bei den MP3-Downloads, zu höheren Datenraten, also besserer Qualität.

Denkbar wäre auch, dass sich Blu-ray Disc und Download ergänzen: Über die „BD Live“-Funktion, die dem Blu-ray-Besitzer Zugang zu bestimmten Internet-Angeboten eröffnet, ließe sich ein Download arrangieren – für die Freunde von Streaming Clients. Etwa so: Wer sich ein Konzert-Video auf Blu-ray gekauft hat, darf sich als Dreingabe den Ton hochauflösend und unverschlüsselt he-runterladen. Ein einfacher DSL-Zugang mit 2MBit/Sekunde braucht allerdings für eine Stunde Musik in 24 Bit und 96 kHz stereo über zwei Stunden zum Download. Wem das zu lang ist, der kann bei Reference Recordings hochauflösende WAV-Dateien auf DVD-R (um 45 Euro) kaufen: Die lassen sich beliebig auf den PC kopieren  und übers Heimnetzwerk streamen.

Technik:

DSD-Logo

Konstruktion mit kleinen Fehlern

Wenn es denn im Formatkrieg SACD vs. DVD-Audio einen Sieger gibt, dann ist es zweifellos die SACD. Ihr wohl wichtigster Erfolgsfaktor ist – neben dem guten Klang –, dass sie als Hybrid-SACD auch auf herkömmlichen CD-Spielern läuft. Aber die SACD hat auch einige Geburtsfehler.

So lassen sich etwa Bitströme im Format „DSD“ nicht mischen – sie müssen dazu erst in PCM umgewandelt werden. Das ist bei der Produktion im Studio ebenso hinderlich wie beim Bassmanagement während der Wiedergabe. Im Grunde ist DSD auch nicht für Neuaufnahmen und für die SACD erfunden worden, sondern um analoges Archivmaterial hochwertig zu digitalisieren. Meist wird im Studio in PCM produziert und erst das fertige Master in DSD gewandelt. Wegen des Pack-Algorithmus weiß man übrigens bei der Produktion nie ge­nau, ob etwa Beethovens Neunte auf eine SACD passt oder nicht.
 Besonders stolz waren die Erfinder Sony und Philips auf den Kopierschutz der Hochbit-Schicht. Original-SACDs erkennt das Laufwerk am „Pit Signal Processing“, einer seitlichen Modulation der Pits, die sich auf DVD-Brennern nicht nachahmen lässt. SACDs ohne diesen Geheimcode verweigert der Player. Umgekehrt laufen Original-SACDs auf keinem PC-Laufwerk.

Doch solche ­Re­striktionen entwickelten sich zum Bumerang: In einer Zeit, in der viele Leute ihre Discs auf Festplatte rippen, um sie dort zu archivieren, zu verwalten, auf Porti-Player zu übertragen oder gar übers Heimnetz zu streamen, hat eine nicht über Computer lesbare Scheibe einen schweren Stand.

Plus: die Doppelschicht-Hybridtechnik für CD-Player-Kompatibilität (links). Minus: das DSD-Format und der totale Kopierschutz mit Pit Signal Processing, Wasserzeichen etc. (rechts)

„SACDs vor allem für Japan“

Tobias Maillard
Tobias Maillard, In-Akustik

Der Vertrieb In-Akustik setzt weiterhin auf die SACD. Hier sind es vor allem die Labels Stockfisch, Chesky, Telarc und HeadsUp, die ihr Bestreben zum bestmöglichen Klang und entsprechendem Mehrwert regelmäßig auf diese Weise bekunden – wobei nur noch Hybrid-SACDs produziert werden. Telarc bietet Neuveröffentlichungen vor allem im Klassik- und Jazz-Bereich oft in zwei Versionen an: als herkömmliche Stereo-CD und als Mehrkanal-Hybrid-SACD. Die SACD-Version ist vor allem in Japan gefragt. In den USA und Europa ist die CD – die weniger kostet – dagegen weitaus populärer. Auch das neue Fourplay-Album „Energy“ erscheint am 26. September in beiden Versionen.

„Die SACD legt zu“

Jan Sieveking
Jan Sieveking, Sieveking Sound (Vertrieb von XRCDs, MFSL u.a.)

Zu unserer eigenen Verwunderung sehen wir eine Steigerung in den Verkaufszahlen von SACDs. Nachdem es lange so aussah, als verschmähte die audiophile Kundschaft SACDs zugunsten von LPs, Gold-CDs und XRCDs, so ist das Format inzwischen anerkannt. Ein Grund dürfte die Qualitätssteigerung bei der Wiedergabe von Red-Book-CDs der aktuellen SACD-Spieler sein. Das Album Hugh Masekela „Hope“ demons­triert eindrucksvoll, wie gut eine SACD klingen kann und überzeugt auch Kritiker des Formates mit Leichtigkeit.

„Mehr Studio Master als MP3“

Ulrich Michalik
Ulrich Michalik, Presse- und PR-Manager Linn Zentraleuropa

Wohin die Reise geht, zeigt die phänomenale Resonanz auf unsere vier Digital ­Strea­mer. Schon bald werden sich bei Linn Records Internet- Downloads und die Verkaufszahlen von CDs/SACDs wohl die Waage halten. Wobei unsere qualitätsorientierten Kunden bereits heute weitaus mehr Titel in hochauflösendem Studio Master-Standard – bis zu 24 Bit/96 kHz – als im MP3-Format herun­terladen, Tendenz steigend. Keine Frage, die Tage des physikalischen Digitaldatenträgers als Massenmedium sind gezählt. Und anders als bei der letzten großen Software-Revolution von 1982 ist des Guten Feind diesmal wirklich das Bessere.

Perspektiven:

Gerührt, nicht geschüttelt

Hochauflösende Downloads stehen selten  im klassischen PCM-Format wie Microsofts WAV oder Apples AIFF bereit. Denn unbehandelte PCM-Dateien erreichen gigantische Größen. Um sie ein wenig handlicher zu machen, werden sie meist „gepackt“. Es handelt sich dabei um einen ähnlichen Vorgang wie beim „Zippen“ von PC-Dateien: Die Bitfolgen werden lediglich formal kompakter dargestellt – sie lassen sich nach der Übertragung eins zu eins wiederherstellen. Auf diese Weise kann man, je nach Musikmaterial, bis zu 50 Prozent der Datenmenge einsparen. Auch auf der DVD-Audio und der SACD sind die Daten ja gepackt.
Das „Packen“ hat also nichts zu tun mit Datenreduktion à la MP3, es geschieht vielmehr verlustfrei. Populäre gepackte Formate sind Microsofts WMA Lossless, nicht zu verwechseln mit dem datenreduzierten Windows Media Audio, das Open-Source-Format „Free Lossless Audio Codec“ (FLAC) sowie Apple Lossless. Das Microsoft-Format hat den Vorteil, dass es auf jedem modernen PC läuft, weil der Windows Media Player es decodieren kann. Für die FLAC-Wiedergabe müssen dagegen meist erst FLAC-taugliche Software-Player installiert werden, zum Beispiel Media Monkey, Foobar, „Play“ oder VLC. Näheres zu FLAC unter flac. sourceforge.net.

Hochauflösende Downloads bietet etwa Linn Records (undefinedwww. linnrecords.com) an, wahlweise als FLAC oder WMA Lossless, beides mit bis zu 24 Bit und 96 kHz Takt. Klassik als „Studio Master Download“ gibt’s auch auf www.gimell.com, ebenfalls in beiden Formaten. Die Preise reichen dabei bis zu 22 Euro pro Album für die höchste Auflösung. Auf undefinedwww.2l.music­-online.no steht Klassik in hochauflösendem FLAC zum Download bereit, auf Wunsch sogar mehrkanalig.

Als Hardware für die standesgemäße Wiedergabe empfehlen wir einen Streaming Client, der via LAN oder WLAN auf den PC oder eine Netzwerkplatte mit dem entsprechenden Server-Programm zugreift.

Unkomprimierte Downloads werden meist in den Formaten WMA ­Lossless oder FLAC angeboten. Auf www.2l.music­online.no gibt’s die FLACs bis zu 24 Bit/192 kHz, wahlweise sogar mehrkanalig in 24/96
Blu-ray Player Sony BDP-S 350
Blu-ray wird erschwinglich: Sony lässt beim neuen BDP-S 350 den Preis auf 330 Euro purzeln
Blu-ray Player Pioneer BDP-LX 91
Kann keine SACDs wiedergeben: Pioneers neues Blu-ray-Flaggschiff BDP-LX 91 (um 2200 Euro)
Alternative zum Download: hochauflösende WAV-Dateien auf DVD-R. Reference-Recordings bringt einige Titel unter der Bezeichnung HRx