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22.07.2014

Test: Lautsprecher-Set Sunfire CRM-2 und SRS-210R

Flachmann

Sunfire-Gründer Bob Carver überrascht erneut durch unkonventionelle Ansätze

Lautsprecher-Set Sunfire CRM-2 und SRS-210R

Ideenfindung

Am Anfang stand BMW. Die Bayrischen Motorenwerke hatten Bob Carver einst eingeladen, um Audio-Möglichkeiten im Fahrzeug zu erörtern. Und Carver fand sich mit einem Z3 mit montierten Apogee Scintilla-Bändchenlautsprechern konfrontiert. Die Frage „Geht es in dieser Qualität kompakter?“ ließ ihn fortan nicht mehr los. Und so sehen wir uns nun zwei niedlichen Satelliten mit frontalem Bändchen und seitlichen Tiefmitteltönern sowie einem extrem flachen Subwoofer mit externem Verstärker-Controller gegenüber.

Konzept und Aufbau

Carver war schon immer für Überraschungen gut – immerhin erfand er im Verstärkerbereich „Sonic Holography“, den „Magnetfeldverstärker“ und den „Tracking Down Converter“, der hocheffiziente Analog-Verstärker wie den des SubRosa erst ermöglichte. Und tatsächlich weist der mächtige Sub ungeachtet der schlappen neun Zentimeter Tiefe zwei 25er Bässe auf. Möglich wurde das durch eigens entwickelte flache Langhub-Chassis mit Neodym-Antrieb. Im Innern des Subwoofers wird zudem eine Masse gegenläufig zu den Woofern bewegt, um Gehäuseschwingungen zu eliminieren.

Der äußerst potente „SubRosa“ kommt mit rund neun Zentimetern Gehäusetiefe aus

Dass das Set für den wandnahen Betrieb und den LCD/Plasma-Besitzer prädestiniert ist, dürfte klar sein, aber ein Umschalter an den Satelliten gestattet auch den audiophilen Ständerbetrieb. Neben Reglern für Phase, Pegel und Frequenz bietet der Verstärkerteil eine komfortable Einmessung auf den Raum, in die auch manuell mit vier Eckfrequenzen eingegriffen werden kann. Das funktionierte im Test gut. Am elegantesten lässt sich das Sunfire-Set mit einer Vor-/Endstufenkombination betreiben, denn um die kleinen Satelliten von den hubstarken Tiefstfrequenzen zu entlasten und sie der Weiche des SubRosa anzuvertrauen, muss man einmal aus der Vorstufe hinaus in den Sub-Controller und dann wieder mit dem „bassfreien“ Hochpasssignal in die Endstufe hinein.

Klang

Klanglich vollbringen beide Teile des Systems – BMW sei Dank – Wunder, die Satelliten klingen deutlich größer als sie sind und bilden auch entsprechend räumlich ab. Der Mittelhochtonpart kommt perlend und – nach längerer (!) Einspielzeit – offen und fein aufgelöst. Auch der Sub straft seine Bautiefe Lügen, langt ohne Aufdringlichkeit in die tiefsten Register, baut verblüffende Räumlichkeit auf und zeigt mit leicht warmem, vollem Charakter sowohl Musikalität als auch die brutale Power von fast drei Kilowatt! Der „SubRosa“ ist der stärkere Part dieses potenten Trios, der wohl beste Sub überhaupt für den wandmontierten Betrieb und zudem unauffällig. Die Satelliten sind für ihre Größe gut, aber letztlich vielleicht doch etwas zu klein und im Hochton zu vorlaut geraten, um souverän auch die allerhöchsten Weihen zu erreichen.

Profil

Sunfire CRM-2 und SRS-210R
komplett um 6300 Euro
Maße Sub (BxHxT): 113x36x9cm
Maße Sat (BxHxT): 14x21x15 cm
Garantie: 5 Jahre
Vertrieb: IAD
Tel.: 02161/617830
www.iad-deutschland.de

Fazit

Sunfire-Mastermind Bob Carver gelingt es wieder auf geniale Weise, die Physik zu überlisten, und er erzielt mit den frech abgestimmten Mini-Satelliten und einem ultraflachen Subwoofer gute Ergebnisse.

Laborreport

Die Satelliten arbeiten leicht bass- und stark höhenbetont, sind aber mit rund 80 dB nicht gerade wirkungsgradstark. Sie verabschieden sich bei etwa 100 Hertz, wo der SubRosa bei richtiger Einstellung gut ankoppelt. Er reicht bis unter 20 Hertz hinab und verfügt über enorme Leistung. Die Elektronik ist ordentlich gemacht. Das Subwoofergehäuse offenbart eine Resonanz bei 600 Hertz.

Die Elektronik beinhaltet die elektronische Weiche, den Sub-Controller mit (Bass-)Raumkorrektur und – Bob Carvers Spezialität – eine 2,7-kW-Endstufe