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28.08.2014

Lautsprecher-Set: Piega TC10x und PS 2

Trio Souverän

Die Schweizer Alu-Truppe beeindruckt mit Gewicht, Größe und purer Gelassenheit

Lautsprecher Set Kompaktlautsprecher Piega TC10x und Subwoofer Piega PS2

von Tobias Zoporowski

Aufbau und Konzept

Dass Ihr aus Aluminium  wunderschöne Klangskulpturen fertigen könnt,  liebe Piega-Leute, wissen wir ja. Aber habt Ihr auch bedacht, dass man beim Platzieren des immerhin 43 Kilogramm schweren Subwoofers ganz schön viel Muskeln und Puste braucht?
Egal, wenn der PS2 erst einmal seine Wirkungsstätte gefunden hat und arbeitet, entschädigt seine Performance für alle Mühen. Dafür ist der Leichtmetall-Kubus bestens gerüstet: Für ordentlichen Schub sorgt der integrierte 500-Watt-Verstärker, der die beiden seitlich abstrahlenden 26-Zentimeter-Bässe antreibt. Deren „Atem“ nicht durch eine Bassreflexöffnung nach außen geführt wird: Der PS2 arbeitet geschlossen. Angesteuert werden kann er auf dreierlei Wegen: Via LFE, herkömmlichem Line-In oder einem – mittlerweile recht seltenen – High-Level-Eingang, der über stabile Banana-Terminals kontaktiert wird.
Die Anpassungsmöglichkeiten an die Hauptlautsprecher sind vielfältig, da sowohl die Phase als auch die Übergangsfrequenz zu den Satelliten nicht wie bei anderen Herstellern in mehreren fixen Stufen, sondern mittels Drehregler variabel einstellbar sind. So lässt sich gerade mit den von uns verwendeten Kompaktlautsprechern TC 10x, deren Mittelhochton-Abteilung die genialen, in Handarbeit gefertigten Koaxialbändchen-Chassis beackern – im Bass kommt ein 15-Zentimeter-Treiber aus skandinavischer Fertigung zum Einsatz –, ein derart harmonisches Trio zusammenstellen, das nicht nur in diesem Vergleich hervorragend abschneidet.

Klang

Nach angemessener Einspielzeit – die Bändchen danken mehrere Tage mit vollkommen bruchloser, geschmeidiger und anspringend agiler Abbildung – ergab sich im Hörtest ein fast schon lasziv-gelassenes, großes und entspanntes Klangbild, das den Raum mit Energie zu füllen vermochte, ohne brachial zu wirken, feinste Details und Schwebungen vermittelte, ohne sich in fader Analytik zu verlieren und Stimmen jedweder Couleur und Färbung viel Raum zum Atmen gab. Was immer wir an Musik zufütterten, stets schienen uns die drei Eidgenossen fragen zu wollen: „Ist das alles, was Ihr auf der Pfanne habt?“ Eine beeindruckende Vorstellung!
Ob herbe Drumkicks des Safri Duo beim Chartknaller „Played-A-Live“, die mit staubtrockenem Punch in den Hörraum platzten, oder recht komplexe und dank opulentem Blechbläser- und Streichereinsatz extrem mittenlastige Irish-Folk-Strukturen, etwa beim grandiosen „The Folkie“ von den Chieftains mit Sinéad O’Connor – mit den Piegas geht alles. Gerade dann, wenn sich Miss O’Connor in Rage singt, die Tin Whistles und Fiddlers einander überlagern, die Bodhràns rasend schnell angeschlagen werden, kippt die Darstellung über manch andere Lautsprecher schnell ins Spitze, Nervige und hinsichtlich der Staffelung Konfuse.

Fazit

Die Schweizer behalten stets die Kontrolle und wahren in jeder Situation die Übersicht. Auch dann, wenn der Pegel die Nachbarn in Aufregung versetzt. Dass dieses souveräne Trio denn auch nicht gerade günstig ist, es angesichts der gebotenen Leistung und der superben Verarbeitung auch nicht sein kann, ist nur logisch.

Profil

Piega TC10x/PS2
Paar um 6100 Euro (TC 10x)
Subwoofer PS 2 um 2000 Euro
Maße Sub (BxHxT): 40x45x40 cm
Maße Sat (BxHxT): 19x40x21 cm
Garantie: 6 Jahre
Vertrieb: Piega
Tel.: 0041/447259042
www.piega.ch

Fazit

Ein Paradebeispiel in Sachen räumlicher Abbildung, Präzision und Gelassenheit. Die Performance des Koax-Bändchens ist ein Erlebnis, der Bass passt dazu. Das Schweizer Trio rechtfertigt jeden Cent seines Preises!

Laborreport

Die Satelliten (violette Kurve) sind leicht bassbetont abgestimmt, der Subwoofer PS2 (braune Kurven für verschiedene Übergangsfrequenzen) lässt sich exzellent an sie anpassen. Das Impedanzverhalten der TC10x ist durchweg unkritisch (vier Ohm), ihr Wirkungsgrad ist mit etwa 82 Dezibel unterdurchschnittlich, der angeschlossene Verstärker sollte also etwas kräftiger sein.

u. links: Piegas faszinierendes Koaxbändchen – in der Mitte der Hochtöner, außen herum die Mitteltonfolie – ist ein nach wie vor einzigartiges Hightech-Chassis und zeichnet sich durch seine Schnelligkeit aus
u. rechts: Sowohl mit seinen vielfältigen Anschlüssen (LFE, Line-In, High Level), als auch den mannigfachen Einstelloptionen zeigt sich der massive Sub aus der Schweiz in den meisten Konfigurationen sehr kooperativ