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01.10.2014

Test: Anlage T+A Caruso

Quadratisch, praktisch, gut

Der T+A unter den edlen Tischgeräten heißt Caruso. Was sich gekonnt als stylisch-nobles „Küchenradio“ tarnt, ist nichts anderes als die vielleicht umfassendste kompakte Entertainment-Lösung am Markt

Kompaktanlage T+A Caruso

von Carsten Barnbeck

Ausstattung

Es ist schon erstaunlich, wie viele Einzelgeräte T+A unter dem Deckel seines brandneuen Caruso zusammengetragen hat. In dessen tadellos verarbeitetem, gebürstetem Aluminium-Gehäuse vereinen sich ein DVD-Video-Spieler, der natürlich auch CDs abspielt, ein superber UKW-Tuner sowie drei 50-Watt-Class D-Verstärker, bei denen es sich um abgespeckte, in ihrer Leistung reduzierte Ableger des vor einem Jahr erschienenen „undefinedPower Plant“ handelt. Von dessen Player-Geschwisterchen, dem „undefinedMusic Player“, lieh man sich indes den exzellent klingenden Streaming Client, der Netzwerk-Musik in vielen verschiedenen Tonformaten wiedergibt und auch im Caruso jeden Vergleich mit optischen Medien aufnimmt.

So fing alles an: Bei unserem Besuch in Herford konnten wir ein (extrem) frühes Entwicklungsmuster des Caruso bestaunen

Außerdem kann der Zauberwürfel via Internetverbindung zehntausende Online-Radiostationen empfangen oder Musik direkt vom USB-Anschluss übertragen. Zuletzt gibt’s noch ein iPod-Dock, das Apples beliebtem Porti Unterkunft gewährt und obendrauf zwei analoge Quelleingänge für externe Mitspieler. Kurzum: Alle Medien, die aktuell angesagt sind, befinden sich auf der Ausstattungsliste von T+As Tischgerät. Es scheint beinahe so, als wolle der Hersteller mit seinem handlichen Wunderwürfel sämtliche HiFi-Fragen auf einmal beantworten.
Beachtlich ist allerdings nicht bloß die Vielseitigkeit des Caruso. Er wird auch in Deutschland gefertigt, was heute ja eher die Ausnahme ist, und entstand von der ersten Konzeption bis zum abschließenden Feinschliff, vollständig in der Eigenregie der Herforder, wie uns Chefentwickler Lothar Wiemann bei einem Besuch in den Produk­tionshallen erklärte. Keine der zahlreichen Fähigkeiten wurde von außen hinzugekauft – eine wirklich beachtliche Leistung für ein mittelständisches Unternehmen.
Der Alleskönner bringt seine zahlreichen Quellen direkt zu Gehör. Das geschieht über zwei kleine Breitbandlautsprecher, die rechts und links vom Display sitzen. Unterstützt werden sie von einem Zwölf-Zentimeter-Basschassis, das über eine eigene Kammer verfügt und direkt neben einer Reflexöffnung in der Alu-Bodenplatte verbaut ist.

Der Bass sitzt neben der unterstützenden Reflexöffnung im Gehäuseboden des Caruso

Für das geschmeidige Zusammenspiel der Treiber sorgt wiederum ein DSP, der neben einfacher Klangregelung und Loudness fünf Soundprogramme berechnet, unter denen sich auch Optimierungen für spezielle Aufstellungsorte befinden. So wird im Programm „Regal“, also bei wandnaher Platzierung, der Bass reduziert, während der Caruso im Modus „Tisch“ räumlicher und offener musiziert. Obendrein erweitert der flinke Prozessor die Stereobasis.

Klang

Und das funktioniert ganz hervorragend. Logisch, man sollte keine riesige, haarscharf umrissene Bühne erwarten. Für ein baulich so eingeschränktes Gerät klingt der Caruso aber verblüffend groß und gelöst. Was uns im Hörraum ganz besonders gefiel, ist seine leichtfüßige und beschwingte Diktion, die er gekonnt mit ansprechender Dynamik verbindet. Hier zeigt die „Ultima Ratio“ unter den Kompaktradios auch klanglich eine gewisse Verwandtschaft zu T+As E-Klasse und geht damit deutlich über alles hinaus, was wir bisher aus dieser Geräte­sparte kannten.

Neben seinen verschiedenen Video-Ausgängen sowie getrennten Pre-Outs für die Stereo-Kanäle und einen Subwoofer bietet T+As Würfel sogar zwei Quelleneingänge. Die Netzwerk-Musik gelangt wahlweise über LAN-Kabel oder eine WLAN-Antenne ins Gerät

Wo sonst mitunter gepflegter „Dosensound“ vorherrscht, glänzt der T+A mit seiner Homogenität und einer ganz unerwarteten Klangfülle. Mit „Separatlösungen“ seiner Preisklasse kann er sich aufgrund des sehr speziellen Aufbaus natürlich nicht direkt messen. Die bieten dafür aber auch nicht so viele Möglichkeiten. Und außerdem lässt sich sein Potenzial noch steigern:Um den Charakter als vollwertige Anlage zu unterstreichen, statteten die Herforder ihren Spross mit Pre-Outs für einen externen Subwoofer und Aktivboxen aus. Das bringt den Caruso einen riesigen Schritt nach vorn. Im Verbund mit den CM Active offenbarte das Multitalent eine Klarheit und Auflösung sowie eine Mittenpräsenz, die wirklich keinen Vergleich zu scheuen braucht. Interessant ist auch die Möglichkeit, den Caruso in dieser Konstellation als Center mitlaufen zu lassen.

T+A hat also wirklich an alles gedacht und seiner zauberhaften Wunderkiste alle nur denkbaren Fähigkeiten mit auf den Weg gegeben. Ob man im Caruso nun letztlich ein luxuriöses Küchenradio, die hanliche Zweitanlage fürs Fernsehzimmer oder eine ultrakompakte Hauptanlage sehen möchte, darüber entscheidet allein der Nutzer.

iPod-Dock
WLAN-Antenne
Fernbedienung

Dieser Artikel wurde in STEREO 01/2009 veröffentlicht. Die Ausgabe können Sie über unsere Verlagsseite nachbestellen.

Profil

T+A Caruso

um 1750 Euro
Maße: 27x17x27 cm (BxHxT)
Garantie: 30 Monate
Vertrieb: T+A
Tel.: 05221/76760
www.taelektroakustik.de

Fazit

T+As eigenwilliges Konzept geht auf: Der Caruso balanciert mit seinen mannigfachen Fähigkeiten und hohem klanglichen Anspruch gekonnt auf der schmalen Linie zwischen anspruchsvollem Radiogerät und ultrakompaktem HiFi-System. Für alle, die auch an ihr Tischgerät ultimative Ansprüche stellen.

Ausstattung

Außer einer HDMI-Buchse lässt der Caruso keine Wünsche offen:

  • CD-/DVD-Video-Spieler mit MP 3-, VCD-, S-VCD- und JPEG-Picture-CD-Wiedergabe
  • UKW-Tuner mit RDS und Radiotext
  • UPnP AV- und DLNA-kompatibler Streaming-Client (unterstützt MP 3, WMA, AAC, FLAC, OGG-Vorbis, LPCM und WAV)
  • Internet-Radio
  • iPod-Dock
  • USB 2.0 zum direkten Abspielen vom USB-Stick, USB-Porti oder USB-Festplatte
  • Drei Class D-Endstufen mit je 50 Watt Dauerleistung
  • Stereo-Lautsprecher und Subwoofer sind ins kompakte Gehäuse integriert
  • Kopfhörer-Anschluss
  • Pre-Out (Stereo), Pre-Out (Subwoofer), 2 analoge Stereo-Eingänge
  • LAN-Buchse, WLAN-Antenne
  • FBAS- und Komponenten-Videoausgang
  • DSP-Klangsteuerung (Bass, Höhen)
  • Loudness
  • Fünf DSP-Klangprogramme zur Anpassung an den Aufstellungsort („Regal“, „Tisch“, „Nahfeld“) sowie für Spezialaufgaben („Sprachverständlichkeit“, „Weich“) plus eine Neutral-Stellung
  • Fernbedienung (nicht programmierbar)
Frequenzgang
Sprungantwort

Stichwort

USB-Anschluss

Ein USB-Controller unterscheidet nicht zwischen den verschiedenen Speicherarten. Es können hier also USB-Sticks, Medien-Portis oder ganze Festplatten angeschlossen werden. Der Caruso liest die Daten von allen Medien aus.

Soundprogramme

Hierbei handelt es sich um einfache Equalizer-Presets, die an den jeweiligen Aufstellungsort angepasst wurden.

T+A Aktivmonitor „CM Active“

Zeitgleich mit dem Caruso brachte T+A vor wenigen Wochen die CM Active (um 1700 Euro/Paar) auf den Markt, eine optisch maßgeschneiderte Ergänzung für den edlen Alleskönner. Abgesehen von einem Mono-Cinch-Eingang und ihrem Netzanschluss bieten die handlichen Zweiweg-Lautsprecher keine Ausstattung. Dafür haben sie es klanglich in sich: Mit ihrer dynamisch anspringenden, tonal eher warmen und vollen, aber dennoch sehr offenen Spielweise finden die CMs eine gelungene Balance zwischen audiophilem Anspruch und Hörvergnügen. Will man die Lautsprecher noch etwas gelöster und klarer musizieren lassen, sollte man übrigens die kleinen Fußgestänge gegen geeignete Füße wie Audioplans Antispikes austauschen. Das wirkt Wunder!

Außer dem Netzschalter und einem Mono-In bieten die CM keine Ausstattung
Frequenzgang
Sprungantwort