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02.09.2014

Klassiker: Bandmaschine Teac X-2000R

Back to Reel Life

Die Blütezeit der großen Bandmaschinen ist längst vorbei. Doch wer sich mit Teacs X-2000R aus den Achtzigern beschäftigt, trauert den Tape-Dinos nach. Ihre großen Spulen (engl.: reel) waren noch HiFi zum Anfassen

Teac Bandmaschine X-2000R

Die Historie von Teac (steht für Tokyo Television Acoustic Compa­ny) begann am 26. August 1953. Man startete mit der Erforschung der Magnetaufzeichnung, womit auch der Schwerpunkt der weiteren Tätigkeit, nämlich die Datenspeicherung in jedweder Form, festgelegt wurde. Mit der Niederlassung in den USA kam der zweite Markenname „Tascam“ (Teac Audio Systems Corporation of America) ins Portfolio der Japaner.
Die – immer noch – gängige Praxis ist, dass die eher professionellen Produkte unter Tas­cam und die für Heimanwendungen konzipierten unter Teac angeboten werden. Die ­high­endige Serie läuft seit längerem unter dem Label Esoteric. Dass das nicht immer überschneidungsfrei geht und mitunter das gleiche Gerät doppelt vermarktet wird, liegt ebenso auf der Hand wie die Synergieeffekte.

Studiotechnik muss extrem robust, wartungsarm und haltbar sein. Davon profitierten neben Tascam- auch die in wesentlichen Punkten stark verwandten Teac-Produkte, die – ähnlich Studer/Revox – eher für den Amateurmarkt konzipiert waren. Umgekehrt wirken sich die höheren Stückzahlen der Amateurgeräte günstig auf die Teile und Baugruppenpreise im Profimarkt aus, und beide Sparten ernteten die Vorzüge der „economics of scale“, der Senkung der Stückkosten.
So kamen bei den 2000er- Bandgeräten, die in der ersten Hälfte der 80er Jahre auf den Markt kamen, neben Top-DC-Motoren die extrem verschleißfesten Cobalt Amorph-Köpfe zum Einsatz, während das – ebenfalls aus der Profitechnik stammende – LED-Zählwerk mit Echtzeitanzeige das Auffinden bestimmter Passagen oder punktgenaue Starts vereinfachte. Das Gusslaufwerk mit gleich zwei DC-Direktantriebsmotoren für den Du­al-­Capstan-Antrieb und PLL-Steuerung beeindruckte. Die Vierspurtechnik – bekannt auch vom Cassettendeck – gewährleistete nicht nur das Wenden des Bandes und somit die doppelte Spielzeit, sondern eröffnete zu­dem die technische Möglichkeit, die zweite Bandseite sofort im Anschluss an die erste „rückwärts“ abzuspielen.
Dazu wurde die 2000R mit sechs statt der üblichen drei Köpfe bestückt. Die mit 25 Kilogramm recht schwere Vierspur-Maschine mit Autoreverse – den in bestimmten Lebensphasen sehr praktischen Endlosbetrieb fand man gelegentlich auch bei den Mitbewerbern Akai und  Technics – verfügte über die Bandgeschwindigkeiten 9,5 und 19 Zentimeter pro Sekunde. Die „high­endigen“ 38 cm/s waren der Zweispur-Schwester X-2000M vorbehalten. Dennoch war Bandrauschen kein Thema, denn Teac spendierte der 2000er-Reihe das amerikanische Rauschunterdrückungssys­tem dbx. Ohne erreichte die Teac beachtliche 65 Dezibel Störspannungsabstand, mit gar 100 dB. Das war auch für die sich mehr als abzeichnende digitale Revolution mit CD und DAT genug  „Head­room“. Die Zweispurversion 2000M brachte ohne dbx noch ein Dezibel mehr zustande. Die Fangemeinde im Internet aber mutmaßt, dass die unmittelbaren Vorgänger noch etwas besser waren und die 2000er gerade wegen dbx hier etwas großzügiger ausgelegt wurden. Sei’s drum. Dafür vertrug sich diese Generation wiederum ideal mit den besseren EE-(CrO2)-Bän­dern von Akai, BASF, Maxell oder TDK (SA).
Interessant fanden wir die Information, dass Teac beim Vierspur-Modell beziehungsweise den Vierspur-Köpfen zugunsten einer besseren Separierung vom Programm auf der „Rückseite“ gegenüber Mitbewerbern auf ein wenig nutzbaren Banddurchmesser (Spurbreite) verzichtete. Der trennende Steg zwischen den jeweils genutzten und ungenutzten Spuren ist offenbar etwas breiter ausgelegt worden. Bezüglich der Nomenklatur gilt es noch richtigzustellen: Die 2000R und die 2000R BL sind identisch und kamen zum gleichen Preis von 239000 Yen auf den Markt. BL steht für „Black“, mehr nicht. Dagegen scheint das Holzgehäuse nicht unbedingt Standard gewesen zu sein.

Die 2000er von Teac ist eine solide Maschine mit reichlich Potenzial, auch bezogen auf semiprofessionelle Optimierungsmöglichkeiten wie die Feinjustage der Vormagnetisierung aufs verwendete Band oder der Geschwindigkeit für fremdbespiel-te Tapes. Überhaupt konnte der HiFi-Fan hier auch seinen Spieltrieb austoben, wofür etwa ein moderner CD-Recorder ja kaum noch Platz und nicht einmal Mikrofoneingänge bietet. Man braucht nur einmal die smoothe Mechanik zu erfahren, um sich nach dem „Reel Life“ zurückzusehnen.

Stichwort

Zwei-/Halbspur und Vier-/Viertelspur

Je nachdem, wie die Maschine das Bandmaterial nutzt, spricht man von Zwei-/Halbspur (je Stereokanal halbe Bandbreite) oder Vier-/Viertelspur (je Kanal nur ein Viertel Bandbreite, dafür aber zwei Bandseiten).

Profil

Teac X-2000R
26er-Spulen-Tonbandmaschine in Viertelspur- (4-Spur-) Technik mit Autoreverse

Zweispurversion: X-2000M
Normalversion: X-2000 (Viertelspur ohne Reversebetrieb)

Neupreis (um 1984): um 3500 DM

Die analogen VU-Meter waren ein Blickfang. Nützlich auch „Pitch Control“, die Timerfunktion und Bias
Am Anschlussfeld verrät ein kleiner Hinweis, dass das Gerät über einen „dbx“-Dynamikkompander verfügte
Nicht nur die elektronische Laufwerksteuerung, auch die digitale Echtzeitanzeige war hilfreich