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24.10.2014

Test: Streaming Client

Linns DS-Familie

2008 – Odyssee im Klangraum

Ähnlich wie der rätselhafte Quader in Kubriks „2001 – Odyssee im Weltraum“ bricht Linns DS-Technologie in unser gewohntes CD-Umfeld ein. Und sorgt für Furore. STEREO hat das Phänomen untersucht

von Carsten Barnbeck

Ein Monolith, schwarz wie die Nacht und makellos wie ein Diamant, erscheint in der prähistorischen Einöde Afrikas und segnet eine verstörte Primatensippe mit Intelligenz und Selbsterkenntnis – was diese veranlasst, innerhalb von fünf Minuten das Nachsinnen, den Besitz, die Habgier und das Tötungsdelikt zu erfinden. Auch wenn wir uns jeden Vergleich mit Stanley Kubriks sympathischen Äffchen verbitten, müssen wir doch eingestehen, dass wir nicht minder erstaunt waren, als vor einigen Wochen ein ganz ähnlicher Quader in der Redaktion landete. Zugegeben: Das Modell, welches es sich sogleich auf der obers­ten Ebene unseres Referenz-Racks bequem machte, war weniger mystisch. Es verriet mit seiner Bedruckung „Linn Klimax DS“ sogar ziemlich konkret, woher es kam und wie es hieß. Ähnlich wie die oscarprämierte Aus­tralopethicentruppe ahnten wir aber, dass uns ein epochales Erlebnis bevorstand, obwohl wir uns zunächst noch gar keinen rechten Reim darauf machen konnten, was das silberne Ding überhaupt von uns will. Als wir es dann schließlich herausgefunden hatten, war unser etabliertes (HiFi-)Weltbild gehörig durcheinander geraten.
Aber immer schön der Reihe nach. Bevor wir uns dem Klimax DS und seinen drei kleinen Geschwistern, dem Akurate DS, dem Majik DS und dem aus der Reihe tanzenden Sneaky DS (undefineddessen Test finden Sie hier), zuwenden, sollte man zunächst auf ihr Konzept eingehen.

Konzept

Linn wollte mit den neuen Maschinen eine einfache wie effektive Möglichkeit erschaffen, digitale Musikdaten auf die Stereoanlage zu bringen. Komprimierte Tonformate oder der Feature-Overkill von Musikservern sollten dabei jedoch weitestgehend außen vor bleiben. Vereinfacht ausgedrückt: Computer, Lüftergeräusche und CD-Regale sollen raus aus dem Wohnzimmer, und dafür soll mehr Klang hinein! Insgesamt fünf Jahre dauerte die Entwicklung, und was dabei herauskam, ist in jeder Hinsicht revolutionär. Gleichzeitig markiert DS – diese Abkürzung steht übrigens für „Digital Streaming“ – für Linn so etwas wie einen Generationenwechsel. Das DS-Konzept bereichert die Produktpalette der Schotten erstmals um Quellgeräte, die völlig ohne Medien auskommen, und bewegt das etablierte Un­ternehmen einen riesigen Schritt in Richtung Computertechnologie. Bei aller Innovationskraft hatte man den bislang vermieden. Außerdem wurden Technologie und Produkte nicht etwa von Firmengründer Ivor Tiefenbrun, sondern von seinem Sohn Gilad ersonnen, der vor einigen Jahren als Entwickler in das Familienunternehmen einstieg und mit dem Streaming-Konzept seinen ersten Fingerabdruck in der 36-jährigen Firmenhistorie hinterlässt. Und der dürfte nachhaltig wirken:
Der 15000 Euro teure Klimax DS ist mit seinem cremigen und überaus geschmeidigen Charakter sowie einer herrlich gelösten Spielnatur nicht nur der beste Netzwerk-Player, der uns bislang untergekommen ist, sondern zählt – die Sensation darf vorweggenommen werden – zu den besten Quellen überhaupt. Ohne merkliche Anstrengung bringt er im direkten Vergleich sogar Nagras CDC in Bedrängnis und platziert sich mit seinem flüssigen und im bes­ten Sinne des Wortes „analogen“ Naturell auf Augenhöhe mit unserer CD-Player-Top-Referenz. Diese wirkt vor allem in den Höhen etwas kantiger und mitunter rauer, was ihr auf der einen Seite einen ganz eigenen Charme verleiht, sie objektiv aber gelegentlich und je nach Quellmaterial sogar hinter den Klimax verweist. Akurate, Majik und Sneaky vollenden den schottischen Hattrick, denn auch ihnen gelingt das unerwartete Kunststück, sich in ihrer jeweiligen Preisklasse gegen alle CD-Spieler, die wir zum Hörvergleich griffbereit hatten, durchzusetzen.
Das wichtigste Ausstattungsmerkmal der vier neuen DS-Komponenten ist also ihr umwerfender Klang. Um den so nobel wie möglich hinzubekommen, verzichtete der Hersteller auf jeden überflüssigen Ballast sowie auf alle Features, die Bedienung und Handling unnötig kompliziert hätten.

Aufbau und Technik

Der Klimax DS besteht aus kaum mehr als einem massiven, aus dem vollen Block gefrästen Alugehäuse. Darin findet sich ein Netzteil, das eine Hauptplatine versorgt, auf der verschiedene Chips und Prozessoren sowie die rückwärtigen Audio- und Datenbuchsen untergebracht sind. Es gibt keine Festplatte, keine USB-Anschlüsse, keinen Internetzugang, keine Videobuchsen und schon gar kein CD-, SACD- oder DVD-Laufwerk. Wozu auch? Das meiste davon steckt ja ohnehin in jedem PC. Der ist in vielen Haushalten vorhanden und mit Monitor, Maus, Tas­tatur und seinem hübschen Betriebssystem in der Bedienung ohnehin gnadenlos überlegen.
Also konzentrierte sich Linn allein auf die Wiedergabeseite und konzipierte vier reine Netzwerk-Player, die über ihre LAN-Eingänge Tonsignale annehmen, diese wandeln und über ihre Audiobuchsen analog wieder ausgeben. Der Eingang eines DS ist also mit einem LAN-Netzwerk verbunden, der Ausgang mit einer gewöhnlichen HiFi-Anlage. Dazwischen – praktisch als Verbindungsstück beider Welten – befindet sich der Linn.
Argumente gegen eine integrierte Datenspeicherung gibt es viele. Zum Beispiel die immer günstigeren, gern als NAS bezeichneten Netzwerk-Massenspeicher. Das sind kleine Computer, die meist mehrere Festplatten beinhalten und für dreistellige Preise in ­Tera­­­byte-Dimensionen (ein Terabyte sind 1000 Gigabyte) vordringen. Bei durchschnittlich 400 bis 500 Megabyte Datenmenge pro Tonträger lassen sich tausende CDs im verlustfreien WAV- oder FLAC-Format ablegen. Der handliche NAS-Server, den Linn uns zum Test zur Verfügung stellte, bot zudem eine praktische Backup-Funktion, die zwar den Speicherplatz halbiert, aber einem schmerzhaften Datenverlust vorbeugt. Solche Server sind übrigens auch ohne Monitor betriebsfähig und können in einem Schrank oder der Besenkammer verstaut werden, wo ihr mitunter nerviges Lüftergeräusch niemanden mehr stören dürfte.
Linns Purismus bietet aber noch einen weiteren, viel attraktiveren Vorzug: Die Medien-Streamer können – anders als die meisten Computer und Server – nicht so einfach von der Zeit überholt werden. Ihre Betriebssysteme, die alle Basisfunktionen steuern, lassen sich problemlos per Download von der undefinedHersteller-Homepage updaten. Sollte also irgendwann ein neues, unverzichtbares High-Class-Tonformat die Bildfläche betreten, kann es einfach nachgerüstet werden. Die DS bleiben ähnlich wie ein guter D/A-Wandler immer aktuell, denn das Ausstattungsmerkmal „exzellenter Klang“ ist auch in 20 Jahren noch zeitgemäß.
Um sie noch weiter nach vorn zu bringen, hat die Entwicklungsabteilung eine Klangaufbereitung in die vier Geschwister integriert, die alle durchlaufenden Tondaten aufmöbelt und veredelt. Dieser DSP hat vor allem beim Akurate, dem Majik und im Sneaky gut zu tun, denn die drei verstehen das MP3-Format, das je nach Auflösung eine Klanganreicherung vertragen kann. Der Klimax verarbeitet ausschließlich FLAC und WAV. Das nimmt ihm zwar auf dem Papier etwas an Flexibilität, stellt aber auch klar: Es soll kein komprimiertes Tonmaterial über diese noblen Schaltkreise fließen. Niemals!
Es gibt da aber noch ein kleines, feines Detail aus Linns Kosmos, das die Attraktivität der DS-Player steigert: Die Wandler aller Streamer können FLAC mit bis zu 192 Kilohertz und 24 Bit verarbeiten. Somit funktionieren auch die 96 kHz-Premium-Down­loads, die man als „Studio Master Quality“ über Linn Records (www.linnrecords.com) beziehen kann. Auf unserem Test-NAS lagen Clair Martins „He Never Mentioned Love“, Händels „Messias“ und andere Veröffentlichungen in dieser Qualität vor. Bezüglich Gelöstheit, Raumaufteilung und tonaler Balance schlagen diese Aufnahmen wirklich ein neues Kapitel in der digitalen Wiedergabe auf. Besonders der Klimax läuft mit solchem Material zur Höchstform auf.
Da die Schotten Geschäftssinn haben, bietet Linn Records übrigens ganze NAS-Speicher sowie Datenserver an, auf denen die hochklassigen Musikdateien bereits abgelegt wurden. Dieses Vergnügen ist nicht ganz billig, liefert neben einer großzügigen Speicher-Grundausstattung aber auch gleich die beste momentan erhältliche Digitalmusik ins Haus.
Intern sind sich die vier Geschwister ziemlich ähnlich. Bei genauer Betrachtung enthalten sie dieselben Bestandteile und Baugruppen. Sogar die Zahl der Prozessoren, Speicherbausteine und Elkos ist identisch. Allerdings gibt es große Unterschiede bei der Qualität. Die Nase vorn hat der Klimax mit seinen blauen Platinen und einer Bestückung, die keine Fragen offen lässt. Der Akurate wirkt da schon deutlich einfacher, aber auch hier sind alle Sektionen sauber voneinander getrennt und die Anschlüsse ausgesprochen hochwertig ausgeführt.
Der Majik ist dem Akurate optisch wie aus dem Gesicht geschnitten, verzichtet anschlussseitig aber auf dessen symmetrische Ausgänge. Dafür gibt es zwei digitale Abgriffe, die seine größeren Geschwister dann wieder nicht bieten. Das zweitkleinste Modell der DS-Linie erreichte uns übrigens erst auf den allerletzten Drücker. Linn bekam das Muster gerade noch vor Heftabgabe fertig. Der Verkauf startet just in diesen Tagen
Der kleine Sneaky bildet schließlich den unteren Abschluss der Serie, weist allerdings eine Besonderheit auf: Als einziger Streamer ist er nämlich mit einer eigenen Verstärkung ausgestattet. Da er mit seiner Funktion als Netzwerk-Komplettanlage aus dem Rahmen fällt, betrachten wir ihn im Anschluss an diesen Test auf Seite 25 getrennt von seinen Geschwister.

Das Musiknetzwerk

Egal, welcher der vier DS die individuellen Ansprüche am besten erfüllt, für den klassischen HiFi-Fan ist in jedem Fall ein Umdenken nötig. Und das nicht nur, weil er in Linns neuer Welt vollkommen ohne Medien auskommen muss. Auch Handling und Bedienung unterscheiden sich deutlich vom Gewohnten. Die Geräte unterstützen zwar einen „Plug’n Play“-Modus (siehe Kasten „undefinedRichtig verbunden“) – Auspacken, Einstöpseln und Loslegen klappt aber nicht.
Zunächst benötigt der Anwender ein funktionierendes Computer-Netzwerk inklusive Router und wenigstens einem Rechner mit Internetzugang. Ist das installiert und eingerichtet, müssen die Tondaten erst einmal auf die Festplatte gelangen. Dabei ist es egal, ob die im Computer oder in einem NAS steckt. Der einfachste Weg dorthin läuft über das CD/ DVD-Laufwerk eines PCs und eine so genannte Ripping-Software.
Linn bietet das Programm „RipStation“ im Support-, beziehungsweise undefinedDownload-Bereich seiner Homepage an. Bei aktivem Internetzugang fragt die Anwendung CD-Titel sowie Interpreteninfos aus einer On­line-Datenbank ab. Das ist ein unverzichtbares Feature, will man hunderte oder sogar tausende von Medien kopieren. Eine Alternative sind spezielle undefinedRipping-Stationen, die einen Großteil der Arbeit automatisieren und zudem auch noch eine relativ hohe Datenqualität gewährleisten.
Überhaupt sollte man sich auf eine ganze Reihe neuer, teilweise gänzlich unbekannter Phänomene einrichten. So wird gemunkelt, dass sich mit dem Programm „Exact Audio Copy“ (www.exactaudiocopy.com) eine höhere Datenqualität als mit RipStation erzielen lässt. Außerdem haben wir bereits mehr als einmal vernommen, dass auch Netzwerkkabel unterschiedlich „klingen“ können. Und aus der Vergangenheit wissen wir bereits, dass die Qualität des CD/DVD-Laufwerks massiven Einfluss auf den Klang der Tondaten hat. Es juckt uns schon in den Fingern, all dem auf den Grund zu gehen. Aber das ist ein völlig anderes Thema.
Die Verbindung zwischen einem Netzwerk und den vier Linn DS wird vom Router automatisch hergestellt. Das klappte im Hörraum so zuverlässig, das selbst Kollegen ohne Netzwerkkenntnisse den Geräteverbund ab- und wieder aufbauen konnten.
Kniffliger ist die Sache mit der Bedienung. Zwar legt Linn allen Geräten einen Systemgeber bei, der ist aber bestenfalls eine Notlösung, da man ohne Display schnell den Überblick verliert. Daher „öffneten“ die Entwickler ihr DS-Konzept und ermöglichen es allen Netzwerkgeräten als Fernbedienung zu fungieren (siehe Kasten „undefinedNichts ist unmöglich“). Außerdem können Programmierer auf den Fernbedienungsquellcode zugreifen. Individualisierten Bedienkonzepten steht also nichts im Wege.
Ein Käufer des verhältnismäßig günstigen Sneaky DS wird sich vermutlich damit zufrieden geben, seinen Netzwerk-Player über den PC im Arbeitszimmer oder über einen günstigen, WLAN-fähigen Pocket-PC zu konfigurieren, während es beim exklusiven Klimax nicht abwegig klingt, sich eine individuelle Lösung konfektionieren zu lassen. Denkbar ist hier vom Touch-Screen eines Tablet-Computers bis hin zum handlichen PDA jedenfalls alles.
Damit der Kunde sich nicht selber bemühen muss, bringt Linn zumindest die drei großen Modelle ausschließlich über seine autorisierten Premium-Händler in Umlauf, die hinsichtlich Bedienung, Konfiguration und Beratung bestens geschult wurden. Ein Vor-Ort-Einrichtservice ist übrigens bereits im Preis enthalten, beim Sneaky ist der gegen Aufpreis aber ebenfalls erhältlich.
Sie sehen schon, trotz des puristischen Strickmusters, das Linn mit seiner DS-Technologie verfolgt, bietet diese neue Medienwelt eine ungeahnte Tiefe. Und obwohl – oder gerade weil – die vier Geräte verhältnismäßig wenige Features bieten, ist mit ihnen unglaublich viel möglich. Und das auf einem Klangniveau, das wir derartigen „HiFi-Rechnern“ bislang nicht zugetraut hätten.

Klang

Wie bereits erwähnt, spielt der Klimax in einer völlig eigenen Klasse, bietet mit seiner inneren Ordnung und der schwebenden, ungemein gelösten Abbildung eine umwerfende Darbietung. Seine Farben haben einen milden, seidigen Glanz, der einer ohnehin guten Aufnahme den letzten Schliff verpasst. Interessant ist dabei, dass sich dieser Effekt bei praktisch jeder Aufnahme zeigt. Was genau diese „Veredlung“ bewirkt, können wir Ihnen nicht genau sagen. Ein heißer Kandidat ist die interne Klangaufbereitung. Die Un­terschiede zwischen verschiedenen Stücken schmelzen jedenfalls zusammen, und so richtig „schlecht“ will über den Klimax DS nichts klingen, da selbst bissigen Produktionen – auf dem Server befand sich unter anderem das gelegentlich kreischende „Panic“ von den Smiths – sanft abgerundet werden. Auch Akurate, Majik und Sneaky weisen dieses angenehme Merkmal auf.
Der Akurate DS spielt tonal ebenso ausgewogen und natürlich wie ein Klimax. Allerdings traut er sich, mehr Punch und Druck in die untersten Lagen zu werfen. Trotz hoher Detaildichte und schneller Attacken wirkt sein Bass am fülligsten. Damit entspricht er übrigens weitestgehend dem Akurate CD, der ebenfalls ziemlich  sonor und stimmhaft ans Werk geht. Vor allem bezüglich der inneren Ruhe im Klangbild ist aber auch der zweitgrößte DS seinem Player-Geschwisterchen überlegen. Vermutlich ist unter anderem das Fehlen von Jitter-Fehlern ein Grund für den überlegenen, stabilen Klang von der Festplatte. Diese positive Eigenart scheint sich auf alle Streamer verallgemeinern zu lassen, denn neben den vier Linns fördert auch undefinedT+As „Music Player“ via Netzwerk mehr Klangwucht zutage.
Im Vergleich zum wie in einem eigenen Kosmos spielenden Klimax wirkt der Akurate indes etwas zugeschnürt und enger. Seine Bühne ist kleiner, flacher, weniger gelöst. Angesichts von fast 10000 Euro Preisunterschied schneidet er aber hervorragend ab.
Das gilt auch für den Majik, der zum Preis von knapp 2400 Euro ebenfalls eine umwerfende Leistung bietet. Er klingt wieder spürbar schlanker und entschlackter im Bass, als ein Akurate, was ihn mitunter sogar noch etwas spritziger und quirliger erscheinen lässt. Allerdings tönt sein großer Bruder auch ungleich sonorer und farbiger. Von unterkühlt kann beim Majik trotzdem nicht die Rede sein. Dafür sorgt schon seine zackige Herangehensweise, die ihn stets rhythmisch und anmachend wirken lässt. Seine Auflösung ist sehr gut, und vor allem die Raumabbildung wirkt bestechend greifbar und ausgefeilt.
Ganz so groß wie ein Akurate oder gar der Klimax spielt er natürlich nicht auf. Zusammen mit dem Sneaky dürfte er aber dennoch das attraktivste Preis-Leistungs-Verhältnis bieten. Interessanterweise ist er T+As auch preislich vergleichbarem Music Player tonal nicht ganz unähnlich. Auch dieser tritt eher schlank und dynamisch auf, setzt insbesondere im Bass mehr auf Präzision, denn auf Emotion. Unter dem Strich zeigte sich der Linn aber mit seiner etwas besseren Raumaufteilung und der Extraportion Farbkraft einen Hauch weit überlegen.

Fazit

Es kommen interessante Zeiten auf uns zu. Linn führt uns mit seiner neuen Technik nicht nur das viel versprechende Potenzial  von Netzwerk-Musik vor Augen, sondern deckt mit seinen vier superben Maschinen  auch gleich noch alle Klassen ab. Und mit dem Quartett ist die Odyssee im Klang­raum perfekt. Ob diese Kometen aus der DS-Sphäre uns CD-Neandertaler endgültig zum Homo-Streamicus läutern, mag dahingestellt sein. Die Macht hätten sie unbedingt!

Linn Klimax DS

Linn Klimax DS

Profil

um 15000 Euro
Maße: 35 x 6 x 36 cm (BxHxT)
Garantie: 2 Jahre (5 nach Registrierung)
Vertrieb: Linn Deutschland
Tel.: 040/8906600
www.linn.co.uk

Fazit

Sein Klangcharakter ist durch und durch edel, tonal gibt er sich keine Blößen, und die Abbildung steht gemeißelt wie ein Fels in der Brandung: Der Klimax DS gehört zur absoluten Spitzenklasse unter den momentan erhältlichen Quellgeräten.

Ausstattung

Ein LAN-Anschluss, ein unsymmetrisches, vergoldetes Cinch-Ausgangspaar, ein symmetrischer, vergoldeter XLR-Ausgang, zwei RS-232-Anschlüsse, Erdungsklemme, unterstützt WAV und FLAC bis 192 Kilohertz und 24 Bit

Linn Akurate DS

Linn Akurate DS

Profil

um 5200 Euro
Maße: 38 x 8 x 36 cm (BxHxT)
Garantie: 2 Jahre (5 nach Registrierung)
Vertrieb: Linn Deutschland
Tel.: 040/8906600
www.linn.co.uk

Fazit

Tonal ebenso geschmeidig und ausgefeilt, im Fundament spürbar druckvoller und in der Abbildung lediglich etwas kompakter als ein Klimax DS kann es auch Linns Akurate DS locker mit jedem CD-Spieler in seiner Klasse aufnehmen.

Ausstattung

Ein LAN-Anschluss, zwei unsymmetrische, vergoldete Cinch-Ausgangspaare, ein symmetrischer, vergoldeter XLR-Ausgang, vier RS-232-Anschlüsse, Erdungsklemme, unterstützt WAV und FLAC bis 192 Kilohertz/ 24 Bit sowie MP3 in allen Auflösungen.

Linn Majik DS

Linn Majik DS

Profil

um 2400 Euro
Maße: 35 x 8 x 36 cm (BxHxT)
Garantie: 2 Jahre (5 nach Registrierung)
Vertrieb: Linn Deutschland
Tel.: 040/8906600
www.linn.co.uk

Fazit

Auch der Majik lässt die CD-Konkurrenten in seiner Klasse blass aussehen. Der zweitkleinste DS steckt im wertigen Ge­häuse eines Akurate und musiziert sogar noch etwas schneller als der große, tonal wie energetisch überlegene Bruder.

Ausstattung

LAN-Anschluss, zwei unsymmetrische, vergoldete Cinch-Ausgangspaare, optischer und koaxialer Di­gitalausgang, zwei RS-232-Anschlüsse, Erdungsklemme, unterstützt WAV und FLAC bis 192 Kilohertz/24 Bit sowie MP3, digitale Lautstärkeregelung.

Stichwort

NAS
„Network Attached Storage“ bezeichnet eine Tech­nik, die einfach zu verwaltende Netzwerkspeicher ermög­licht. Oft handelt es sich dabei um kleine Ser­ver mit meh-reren Festplatten.

FLAC
Der „Free Lossless Audio Codec“ ist ein Tonformat, das zwar die Datenmen­ge insgesamt ver­klei­nert, die Qualität der jeweiligen Au­dio­da­teien – anders als etwa MP3 – aber nicht verringert.

PDA
Kleiner, tragbarer Computer, der in erster Linie die Funktion eines Orga­nizers erfüllt, wird gern als „Personal Digital Assistant“ bezeichnet. Auf deutsch: eine digitale Ge­dächtnisstütze.

Rückansicht eines Linn Akurate DS
An den Anblick werden sich die HiFi-Fans gewöhnen müssen: Die LAN-Buchse (links) ersetzt die Audioeingänge an Linns DS-Maschinen, heraus geht es wie gewohnt über Cinch- oder XLR-Stecker. Der „Fallback“-Taster im linken Bereich ist übrigens nichts anderes als ein „freundlich“ beschrifteter Reset-Knopf
Über seine „Display“-Taste erlaubt es der Akurate DS, verschiedene Informationen zum aktuellen Titel abzurufen. (oben: Auflösung und Bitrate, Mitte: Interpret, unten: Datenrate und Tonformat) Hier ein hochauflösendes FLAC-File, das wir via Download von LinnRecords erhielten
Das schwere Alu-Gehäuse des Klimax wird standesgemäß aus dem vollen Block gefräst. Sektionen wie die Netzversorgung (rechts) liegen in eigenen Gehäusebereichen