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31.10.2014

Ripper Digital Highend "Ripserver"

Ripping deluxe

Wer den Aufwand scheut, seine CD-Sammlung am PC auf Festplatte zu kopieren, kann das mit dem „Ripserver“ nun komfortabel und narrensicher tun

Ripserver

von Ulrich Wienforth

Welche Software soll man verwenden, welches CD-Laufwerk, welches Lesetempo? All diese Fragen brauchen Sie sich beim Ripserver nicht zu stellen. Es handelt sich um eine Netzwerk-Festplatte mit integriertem CD-Laufwerk, das jede eingelegte CD vollautomatisch auf die Festplatte kopiert – wahlweise im verlustfreien FLAC-Format oder als MP3 mit bis zu 320 kBit/s. Sie brauchen keinen PC, keine Software, keine Tasten zu drücken. Einfach den Ripserver via LAN-Kabel an eine freie Buchse Ihres Routers anstöpseln. Einen Streaming Client wie den Linn Klimax DS schließen Sie an denselben Router an, und schon kann der Client auf die Musiksammlung des Ripservers zugreifen.

Und wo stellt man das gewünschte Tonformat ein? Wenn Sie von MP3 auf FLAC wechseln möchten, brauchen Sie in der Tat einen PC oder Mac, der ans Netz angeschlossen ist. Tippen Sie in den Web-Browser einfach „ripserver“ ein, und schon öffnet sich das Konfigurationsmenü. Außer dem Tonformat brauchen Sie aber normalerweise nichts zu ändern. Und wenn Ihr Netz einen DSL-Zugang hat, dann sucht sich der Ripserver automatisch von der freeDB-Datenbank Album- und Songtitel, Interpret, etc. für die eingelegte CD. Und sogar das Album-Cover speichert er auf seiner Festplatte und stellt es dem Streaming Client zur Verfügung. Das alles geschieht wie von Geisterhand, während Sie Kaffee trinken gehen... Einzelne Tracks können Sie allerdings nicht rippen, sondern nur komplette Alben. Notfalls löschen Sie unerwünschte Songs nachträglich.

Rund fünf Minuten braucht der Ripserver zum Extrahieren einer durchschnittlichen CD. Wobei er zunächst WAV-Dateien anlegt, die er danach ins FLAC- oder MP3-Format konvertiert. Schade, dass WAV nicht auch dauerhaft als Option zur Verfügung steht, denn nicht jeder Streaming Client unterstützt FLAC. Übers LAN-Netz können Sie natürlich jede Art von Audio/Video/Foto-Datei vom PC auf den Ripserver oder umgekehrt kopieren – das dürfen auch WAV-, WMA- oder AAC-Files sein, die der Client dann abspielen kann. Als Server-Software sind Twonky, Squeeze Center und Firefly installiert, um alle erdenklichen Clients zu unterstützen.

Im Grunde handelt es sich beim Ripserver um einen kompletten kleinen – lüfterlosen – PC, der in einer massiven Stahlblechwanne mit schallgedämpftem Plastikdeckel steckt und relativ leise ist. Vorsicht beim Einschieben der CD: nicht über die metallene Schlitzkante kratzen! Sie können sogar Maus, Tastatur und Monitor anschließen – die aber beim Ripserver keine Funktion haben. Über USB lässt sich eine externe Festplatte anstöpseln, um die Speicherkapazität zu erweitern. In Standby verbraucht das Gerät 3,5 Watt, im Leerlauf 27 Watt.

Extrahiert der Ripserver in guter Qualität? Wir haben die unkomprimiert gerippten Tracks verglichen mit den von Plextors PlexWriter PremiumII mit Wavelab erstellten – und waren einigermaßen überrascht: Im Zweifel klingt die Ripserver-Version noch einen Tick besser. Tonal unterscheiden sich die beiden Varianten zwar nicht, aber in punkto Räumlichkeit, Ortbarkeit und Dynamik machte der Ripserver immer mal wieder positiv auf sich aufmerksam.

Eine geniale Erfindung also – nicht nur für PC-Muffel. Bleibt zu hoffen, dass der Hersteller noch die WAV-Option nachrüstet, womöglich per Software-Update. Schön wäre auch das ursprünglich angekündigte RAID-0-System mit einer zweiten Festplatte als Backup. Denn die Vorstellung, bei einem Festplatten-Crash ein Terabyte an Musik zu verlieren, dürfte manchen Musikliebhaber abschrecken. Offenbar gab’s Probleme mit dem RAID-Controller. Im Übrigen hätte eine zweite 1-TB-Platte den Preis wohl auf rund 1000 Euro hochgetrieben.

Profil

Digital Highend Ripserver

um 800 Euro (mit 1-TB-Festplatte)
Lieferbar in Schwarz oder Weiß
Garantie: 2 Jahre
Vertrieb: Higoto
Tel.: 0201/8325825
www.digital-highend.de

Stichwort

RAID 0

Der RAID-Controller spei­chert alle Daten parallel auf zwei Festplatten. Falls eine ausfällt, kann sie durch eine neue ersetzt werden, wobei der ge­samte Inhalt von der zwei­ten Platte kopiert wird.

Im Innern des Ripservers steckt ein kompletter kleiner PC – lüfterlos und schallgedämpft
Die iTunes-Software kann auf die Ripserver-Musikbibliothek zugreifen und zeigt auch die Cover an