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01.09.2014

Test: Pre/End-Kombi Cambridge Azur 840 E/W

Smooth Operator

Getrennt marschieren, vereint schlagen: Cambridge trennt erstmals seine preisgekrönte Verstärkertechnik auf zwei Gehäuse auf. Der legendäre Klang der „BaföG-Killer“ hebt dadurch ab

von Tom Frantzen

Grundsätzlich bietet die Auftrennung der Verstärkerzüge auf zwei separate Gehäuse elementare Vorteile: Einerseits gewinnt der Konstrukteur Raum und Platz für Schaltungs- und Anschlussmöglichkeiten, andererseits vermeidet man sowohl die Hitzeentwicklung als auch die starken elektromagnetischen Streufelder der Endstufe im selben Gehäuse, in dem sich die sensible Signalverarbeitung der Vorstufe befindet. Die Abschirmung ist weitaus besser, die Einstreuung somit erheblich geringer, und damit steigen die Chancen für ein von außen unbeeinträchtigtes, bestmögliches Signal.

Das sind auch die Gründe, warum getrennte Vor-/Endverstärkerkombinationen meist überlegene Messwerte etwa beim Übersprechen und Rauschen aufweisen sowie oftmals mehr Leistung aufbringen als der Vollverstärker. Dieser vermag zwar mitunter den Vorteil der kompakteren Bauweise, der Preiswürdigkeit und der kurzen Signalwege auszuspielen und spart ein Verbindungskabel ein, aber der Olymp der klanglich führenden Geräte wird stets von den Kombinationen regiert, weshalb auch der STEREO-Testspiegel zwischen den Kategorien nicht vergleichbar ist.

Das weiß natürlich auch Cambridge, bislang eigentlich eher als Spezialist für audiophile Leckerbissen der mittleren Preisklassen bekannt, der bis dato mit Erfolg vor allem auf integrative Konzepte wie die Verstärker undefined340/540/640 und 740 abonniert war.

Aber bereits der 840A und sein Nachfolger 840AV2 für immerhin 1500 Euro demonstrierten eindrucksvoll und mit ambitionierter Technologie, dass die Briten noch höher hinaus wollten.  Nun ist es also da, das Gespann, das die Mitbewerber im Oberhaus der High-Fidelity wohl endgültig das Fürchten lehren soll.

Und die Voraussetzungen dafür sind denkbar gut, was man schon haptisch spürt, nämlich wenn man leichtsinnigerweise versucht, beide Geräte zusammen zu tragen. Richtig gute Verstärker sind – fast – ausnahmslos „sauschwer“, das war und ist immer noch ein Fakt, auch und womöglich sogar gerade im Zeitalter von Schaltnetzteilen und zunehmender Digitalisierung. Ich bin da vielleicht altmodisch, mit Sicherheit aber kompromisslos, denn mich können fette Siebkondensatoren, mächtige Ringkerntrafos und satte zehn Sanken-Hochleistungstransistoren pro Kanal, wie sie in der Cambridge-Endstufe werkeln, immer noch beeindrucken.

Zumindest heizt ein solcher 22-Kilogramm-Aufbau die Erwartungen gehörig an. Die Herstellerangabe von 200/300 Watt Sinusleistung je Kanal an acht/vier Ohm glaubt man hier blind. Für Impulse schüttelt die Cambridge Azur 840W gar locker zweimal 400 Watt aus dem Kühlkörper.

Wem das wider Erwarten immer noch nicht genügt, der kann sich eine Zweite da-zustellen und sie entweder im Monobetrieb mit Ausgangsleistung von je 500 Watt an 8 Ohm oder in einer Bi-Amping-Konfigura­tion betreiben. Die Betriebsmodi sind im Handbuch erklärt und technisch sauber gelöst. Lobenswert finden wir die Clipping-Anzeige, die davor warnt, wenn der Verstärker in die Übersteuerung getrieben wird.

Die Schaltungstopologie ist im Sinne der Störungsarmut – Sicherheit vor Einstreuung, hoher Signalpegel – vollsymmetrisch, was für beide Geräte gilt. Zudem sind die beiden Kanäle streng getrennt, was die Stereo-Separation und damit die Plastizität der Wiedergabe verbessern soll. Die Vorstufe macht für Lautstärke- und Klangregelung ebenso wie für die Eingangsumschaltung Gebrauch von hochwertigen Relais. Das große, unaufdringliche LCD-Display gestattet die individuelle Benennung der Quellen samt Speicherung diverser Voreinstellungen inklusive Pegel. In der Endstufe werden lediglich die Ringkerntrafos, von denen der kleinere laut Cambridge allein dem Standby-Betrieb dienen soll (wir haben da unsere Zweifel, denn dafür ist er etwas zu groß), von beiden Kanälen genutzt. Der Aufbau beider Geräte ist beeindruckend, die Gehäuse­stabilität ebenso wie die klare Gliederung und Funktionalität der Fronten und die hochwertige Bestückung der Platinen.

Die Vorstufe bietet einigen Komfort, darunter eine Klangregelung, einen (auf 200 Hertz Tiefpass begrenzbaren) Subwoo­ferausgang und eine relaisgesteuerte Lautstärke- und Balanceeinstellung, die beim Ein-/Ausschalten den Pegel sehr imposant hoch-/runterfährt. Das ist auf Wunsch abschaltbar.

Class XD (siehe Kasten) steht bei der Endstufe für „Crossover Displacement“ und bedeutet eine Weiterentwicklung des bekannten Class AB-Betriebs. Es betrifft die Ansteuerung der  im Gegentakt arbeitenden Leistungstransistoren. Statt den unvermeidlichen Übergang zwischen komplementären Transistoren in ein verzerrungsträchtiges Spannungsloch zu legen, wird er verschoben. Stark vereinfacht gesagt kann man sich das vorstellen wie früher das Zwischengas beim nicht synchronisierten Schaltgetriebe, es schaltet sich schlicht geschmeidiger. So, als ob bei Schichtübergabe in der Fertigung beide Teams kurz nahtlos zusammenarbeiten. Übertragen auf den Verstärker werden so Oberwellen und damit Verzerrungen verringert. Mess­technisch zählen denn auch beide Geräte, vor allem aber die Vorstufe – ungeachtet des noch moderaten Preises – zum ­Bes­­­­ten, was jemals das
STEREO-Labor von innen sah.

Aber die Hauptsache ist natürlich das, was im Hörraum und später womöglich bei Ihnen im heimischen Wohnzimmer passiert. Trotz der hohen verfügbaren Leistung ist die Cambridge-Kombination eines gewiss nicht, nämlich grobschlächtig. Im Ge­gensatz zu anderen klingt sie niemals hart und brachial, sondern bewahrt die Contenance ohne Schroffheit. Manch einer könnte das zurückhaltend nennen, aber es steckt mehr dahinter. Denn die enorme Signalverarbeitungsgeschwindigkeit wird bei der 840er Kombi keineswegs zur reißerischen Selbstdarstellung in Form von Aha-Effekten und künstlich abgehackten Impuls­attacken genutzt. Sie hat, weiß Gott, den „Bums“, aber sie brüstet sich nicht vordergründig damit.

Man weiß und spürt einfach, Kraft ist reichlich da. Den Entwicklern ging es offenbar eher um intellektuellen Tiefgang als um brachiale Kraftentfaltung. Sie nutzten die Schaltungsqualitäten insbesondere in Sachen Timing vielmehr zur Darstellung von Zwischentönen und Zusammenhängen, was manchem, auch durchaus teureren Mitbewerber abgeht. Keine Überzeichnung von einzelnen groben Strukturen und Kanten auf Kosten des Tonwertreichtums und der Räumlichkeit also, sondern eine ungeheure Detaildarstellung und Feindynamik, die zu einer ganzheitlichen Cremigkeit führt.

Das resultierende Klangbild ist somit nicht spektakulär, es ist natürlich, von einer geradezu lässigen und bodenständigen Souveränität, allenfalls einen winzigen Tick auf der warmen Seite, dabei auch im Bass tiefschwarz, knorrig und knackig. Sollen andere mit atemberaubendem Tempo auf zwei Rädern um die Ecken der Partitur flitzen, die Cambridge schafft es ohne Atemprobleme auf vier Rädern.

Sicherlich haben Sie schon einmal Farbfotos ähnlicher Motive betrachtet, von denen das eine deutlich körniger und damit undeutlicher und farblich verwaschener wirkte, während das andere reicher an Information, an Tiefe und Farbdichte war.

Links: Auch symmetrische Ein- und Ausgänge sowie Multiroom-Funktionen werden angeboten. Die richtige Netzphase am Preamp haben wir markiert
Mitte: Relais in Reih’ und Glied, dazu ein für eine Vorstufe mächtig großer Ringkerntrafo und offenbar sehr hochwertige Bauteile gibt die 840E preis
Rechts: Zehn Sanken-Leistungstransistoren und vier große Sieb-Elkos je Kanal, dazu ein fetter Ringkerntrafo – die Cambridge-Endstufe ist ein Bilderbuch-Amp

Genau das ist hier gemeint. Wenn Sie aus dem Fenster schauen, sehen Sie die Landschaft auch nicht grobkörnig. Gute Verstärker abstrahieren nicht, was ja durchaus gefallen könnte, sie versuchen stattdessen, die Wirklichkeit so gut wie irgend möglich reproduzierend abzubilden. Größen, Klangfarben, zeitliche Abläufe, räumliche Positionierungen – und das, ohne selbst bei komplexesten Passagen den Überblick zu verlieren oder vermeintlich überflüssige Mikrodetails zurückzulassen. Ein ganzheitlicher Ansatz, wenn man so will. Oder der Unterschied zwischen Kleinbildfilm und Mittelformat, um bei der optischen Analogie zu bleiben.

Die Vorstellung des Duos spricht Kopf und Bauch gleichermaßen an, ist ausgesprochen rhythmisch und flüssig, bleibt selbst im kritischen Stimmbereich und während Fortissimo-Passagen geschmeidig, stabil und praktisch ohne Körnigkeit. Für grobdynamische Spitzen wird atemberaubend schnell und mühelos Leistung bereitgestellt, ohne dass dies die feindynamische Sensibilität beeinträchtigt. Eine sichere Bank und ein Höchstmaß an audiophiler Klasse.

So gesehen ist es Cambridge in überragender Weise gelungen, die schon in den kleineren Klassen offenkundigen klanglichen Tugenden bei diesem Prestige-Projekt erst recht in überlegene Musikalität und sensiblen Esprit umzusetzen.

Der Fortschritt in Sachen Souveränität und Übersicht ist quer durch das Produkt-Portfolio in aufsteigender Reihenfolge völlig nachvollziehbar und erreicht mit der Verstärkerkombination somit einen neuen, vorläufigen Höhepunkt. Für die gebotene Musikalität muss der geforderte Preis als sehr günstig angesehen werden, zumal die klangliche Leistung mit keinerlei Komforteinbußen einhergeht.

Cambridge beweist, dass es nicht unbedingt immer allein der puristische Ansatz ohne Klangregelung & Co. ist, der selig macht. Wer aber möchte kann, darf und sollte dennoch gern den „Direct-Mode“ bemühen, der den kürzesten und reinsten Signalpfad bietet und der individuell jeder Quelle – abgespeichert – zugewiesen werden kann.

So kann etwa der Tuner mit bestimmten Klangvoreinstellungen, der CD-Spieler dagegen ohne weiteres Zutun „flat“ betrieben werden. Uns gefällt die Wahlfreiheit sehr gut. Selbst technisch sehr fortschrittliche Musikfreunde mit Multiroom-Ambitionen werden auf ihre Kosten kommen, denn darauf ist Cambridge dank der Ausrüstung mit dem hauseigenen Incognito/A-Bus-Standard bestens vorbereitet.

Zudem stehen dem stolzen Besitzer dieser Amps weitere Aufrüstoptionen wie Bi-Amping oder Doppel-Monobetrieb offen. Die Cambridge-Fernbedienung kann rudimentär sogar einen iPod in die Anlage einbinden und steuern, solange sich dieser in einem optionalen Cambridge-Dock befindet. Eine praktische 3,5-Millimeter-Klinkenbuchse fehlt dem Gerät leider.

Wir können eine gewisse, nicht alltägliche Begeisterung für diese praktisch fehlerlosen Amps nicht verhehlen. Wenn mich als Autor dieser Zeilen ein guter Freund fragte, was ich für rund 5000 Euro heute kaufen würde, um die nächsten Jahre überglücklich Musik zu hören, dann wäre diese um den Upsampling-Player Azur 840C als adäquaten Zuspieler ergänzte Cambridge-Kombi in freundlich-zeitlosem Schwarz ein ganz, ganz heißer Kandidat aufs Siegertreppchen. Das sollte als Kompliment wohl reichen.

Kontakt/Infos

Vertrieb: Taurus High End
Tel.: 040/5535358
www.taurus-high-end.de

Stichwort

Sinusleistung

Die Sinusleistung definiert gemäß Deutscher Industrienorm (DIN) die bei 1 Kilohertz dauerhaft von einem Verstärker abgegebene Ausgangsleistung bei einem Klirrfaktor von 1 Prozent. So misst auch STEREO.

Profil (Vorstufe)

Cambridge Azur 840E

um 1500 Euro
Maße: 43 x 12 x 35 cm (BxHxT)
Garantie: 2 Jahre

Bewertung

Der üppig ausgestattete, vollsymmetrische Vorverstärker – lediglich auf Phono wurde verzichtet – klingt umwerfend straff, flüssig und musikalisch, mit tollen Klangfarben. Diese Musikalität ist dabei extrem günstig!

Labor

Messtechnisch ist der Cambridge-Vorverstärker ein wahr gewordener
Ingenieurstraum! 2,5 Volt Ausgangs­spannung reichen bei 100 Ohm Ausgangswiderstand allemal zur Aus- steuerung einer Endstufe aus und versprechen eine geringe Kabelempfindlichkeit, sprich auch längere/ exotischere Kabel dürften kein Problem darstellen. Der Klirrfaktor liegt praktisch immer bei 0,0001 Prozent, den Höchstwert ermittelten wir mit immer noch überragenden 0,0008 Prozent bei 30 Millivolt Ausgangsspannung. Auch bei der Intermodulation erscheinen stets zwei satte Nullen hinter dem Komma (Maximum 0,0024 Prozent). Die Frequenzgänge sind fehlerfrei, absolut linear, auch der Lautstärkesteller ist mit weniger als 0,1 Dezibel Gleichlauffehler perfekt. Die Stereokanäle beeinflussen sich dank einer wirksamen, sehr hohen Trennung von 70 dB de facto nicht, auch ein Übersprechen zwischen den Eingängen tritt praktisch nicht auf (90-96 dB). Bei 110 Kilohertz ist der Frequenzgang in keiner Weise abgefallen, was für eine extrem schnelle Signalverarbeitung spricht. Im Leerlauf verbraucht der 840E 23 Watt, im Standby-Modus mit 17 Watt kaum weniger.

Ausstattung

Reine Hochpegelvorstufe mit symme­trischen Ein- (2) und Ausgängen (1), insgesamt acht Hochpegeleingängen, Sub und Pre Outs (je 1x Cinch) und Rec Out (2x). Zahlreiche Konfigurationsmöglichkeiten, Klang­regelung, Fernbedienung, Multiroom.

Stichwort

Terrapin

Von Cambridge entwickelte Verstärkungsmodule, die sich durch ein erheblich besseres Rausch- und Verzerrungsverhalten sowie höhere Kanaltrennung von „Wald- und Wiesen“-OPs unterscheiden sollen.

Profil (Endstufe)

Cambridge Azur 840W

um 2000 Euro
Maße: 43 x 15 x 37 cm (BxHxT)
Garantie: 2 Jahre

Bewertung

Der stärkste aller Cambridge-Amps bleibt in jeder Situation Herr der Lage. Schnell, stark und kontrolliert ist er zu leisen, pas­-tellartigen Zwischentönen ebenso in der Lage wie zum grollenden Armageddon. Ein Fels in der Brandung, der wahre Lust aufs Musikhören weckt und zudem noch ausbaufähig ist. Was will man mehr?

Labor

Mit mehr als 2x200 Watt an acht und 334 Watt an vier Ohm zählt die Cambridge-Endstufe schon zu den kräftigeren Zeitge­nossen. Das gilt erst recht für die 2x440 Watt, die für kurzzeitige Impulse abrufbar sind. Zum Ende des Impulsburstsignals tritt zudem fast kein Spannungsabfall auf, was für eine sehr stabile Auslegung spricht. Auch hier überzeugt die hervorragende Stereo-Kanaltrennung von über 80 dB. Im Standby nimmt die Endstufe mit sechs Watt weniger Energie auf als der Vorverstärker, der praktisch am Netz bleibt (was allerdings klanglich vorteilhaft sein kann). Die Verzerrungsfreiheit des Endverstärkers ist mit 0,0008-0,0014 Prozent Klirr und 0,0057-0,021 Prozent Intermodulationen überragend, ebenso die Rauschwerte von 86/106 dB (50 Milliwatt/5 Watt). Das bewegt sich auf Laborrekordniveau. 1,6 Volt Eingangsempfindlichkeit und der mit knapp 68 Kiloohm hohe Eingangswiderstand sind praxisgerechte Werte, die – mit Reserve – gut zur Vorstufe passen. 18 Milliohm Ausgangswiderstand bedeuten einen hohen Dämpfungsfaktor. Die obere Grenzfrequenz liegt etwas oberhalb von 110 Kilohertz und deutet auf eine schnelle Endstufe hin. Zwischen 20 Hertz und 20 Kilohertz ist praktisch kein Frequenzabfall feststellbar.

Ausstattung

Symmetrisch wie unsymmetrisch ansteuerbare Endstufe, für Monobetrieb brückbar, zahlreiche Integrationsmöglichkeiten (Loop,  Bi-Amping, Trigger), harter Netzschalter.

Technik

Was ist Class XD?

Cambridge definiert eine neue Betriebsart für Verstärker: „Crossover Displacement“

Der Audiophile weiß, dass die klanglich bestmögliche Verstärker-Betriebsart „Class A“ ist. Denn hier gibt es keine Übernahmeverzerrungen im Nulldurchgang, das Musiksignal moduliert den Transistor mehr oder weniger permanent und hält ihn eingeschaltet. Beim Class B-Gegentaktverstärker dagegen gibt es einen Abschaltpunkt, an dem der eine Transistor die Verarbeitung der anderen Signalhälfte (Halbwelle) an seinen Komplementärtypen übergibt. Class A mit sehr hoher Ruhestromeinstellung ist aber zugleich die unwirtschaftlichste Methode, verbunden mit enormer Wärmeentwicklung und geringer Leistung. Am gebräuchlichsten ist deshalb die Kombination, genannt „Class AB“. Dabei arbeitet ein Verstärker bis zu moderaten Leistungen von 1, 2, 5 oder gar 8 Watt im Class A-, darüber im Class B-Modus mit höherem Wirkungsgrad, aber niedrigerem Ruhestrom und wenig Verlustwärme. Bekannt ist, dass es bei Class B Übernahmeverzerrungen gibt. Cambridge hat aber festgestellt, dass gute, reine Class B-Verstärker sogar weniger verzerren als Class AB-Verstärker bei der genannten Leistung, sprich dem Schaltpunkt. Man untersuchte das Phänomen und begegnet ihm nach entsprechenden Versuchs- und Hörtests durch eine Verschiebung dieses Übernahmepunktes vom Nulldurchgang (0 Volt), dem Punkt höchster Verzerrungen, weg, variiert also die Class AB-Betriebsart durch  einen sanfteren und nahtloseren Übergang zwischen den Betriebsarten bei signifikantem Ausgangssignal. In der Vor-/Endverstärkerkombination kommt bereits die zweite, überarbeitete XD-Generation zum Einsatz. Einerlei, das klangliche Endergebnis ist hervorragend.