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24.11.2014

CD-Receiver Primare CDi 10

Kraft und Ausstrahlung

Klangästhetik und Formgebung in Eintracht: Primares CDI 10 sieht ungemein gut aus und hat einen ebenso zupackenden wie klaren Charakter

von Carsten Barnbeck

Primare dürfte das mit Abstand puristischste „One Box“-Gerät im Testfeld stellen. Der CDI 10 ist ein ganz klassischer CD-Receiver mit integriertem DAB/UKW-Tuner, einem guten, wenn auch schlichten CD-Laufwerk und zwei kräftigen Endstufen. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.

Na schön, ganz so einfach ist es dann doch nicht: Die Dänen verfolgen seit jeher das ehrgeizige Ziel, aus möglichst wenig „Ballast“ das Maximum herauszuholen, um das Ganze anschließend in eine umwerfende Verpackung zu hüllen. Und die kann sich wirklich sehen lassen. Der 10er ist in Schwarz oder in Titan erhältlich und verfügt über eine massive Aluminium-Frontplatte. Überall stößt man außerdem auf liebevolle Details wie die Kugel-Bedienelemente, die allesamt in einer sanften Vertiefung liegen, die einmal längs über den Gehäusedeckel verläuft. Man möchte es kaum glauben, aber mit diesen sechs Tasten lässt sich der CD-Receiver vollständig steuern.

Fantastisch machen sich auch die beiden Primare-Logos, die in Front und Deckel gefräst, beziehungsweise gestanzt wurden oder die große abgerundete Fläche an der Stirnseite, in der die Schublade und das hervorragend ablesbare Display eingelassen sind. Letzteres kann man selbst auf größere Distanz noch erkennen, und anders als etwa bei NAD oder Aura Note wirkt es dabei nicht einmal in stark abgedunkelten Räumen zu hell. Der perfekte Kontrast! Das Gehäuse ruht schließlich auf drei massigen Metallfüßen, die für einen stabilen Stand sorgen.

Auch im Inneren geht es erlesen zu. Der Signalweg ist streng in Mono-Wege unterteilt, das Laufwerk wurde den Player-Spitzenmodellen der Dänen entnommen, und die dahinter liegende „Tonerzeugung“ beruht auf einem leistungsfähigen Burr-Brown-Wandler. Zuletzt wäre noch erwähnenswert, dass auch Primare in seiner Kompaktklasse auf Class D-Verstärkung setzt.

Klanglich kann der CDI mit dem ebenso viel kostenden Linn Classik gleichziehen, wobei er sich mit seinem erdigen, insgesamt dunkleren und etwas kraftvolleren Tonfall von dem Schotten unterscheidet. Die Abbildung des Primare ist sehr üppig, wirkt mitunter aber auch etwas diffuser als bei der Konkurrenz. Beinahe so gut wie bei Auras Note ist dafür die musikalische, zeitrichtige Spielnatur. Trotz aller Energie und Kraft im Tiefton wirkt der Bass stets knackig und klar.

Wie bei Linn und Aura stimmt beim CDI 10 einfach alles. Die Entscheidung zwischen diesen drei Modellen ist umso schwerer.

Ausstattung

Modell

Player
CD/SACD/DVD-Video
CD-R/Hybrid-SACD abspielbar
MP3/WMA abspielbar
Programmierung/Zufallswiedergabe
Titel-/Titelrest-/Gesamtrestzeit
Wiederh.: Titel/CD/Ausschnitt
CD-Text-/SACD-Textanzeige
Digitalausgabe bei MP3/WMA (als PCM)
MP3/WMA digital kopierbar via SPDIF
Empfangsteil
Empfangsbereich UKW/MW/LW/DAB
Anzahl der Stationsspeicher
RDS-Sendername/Programmtyp/Radiotext
Verstärkerteil
Analogeingänge Phono/Hochpegel
Digitaleingänge koax/optisch
Kopfhörer-/Tape-Ausgänge
Digitalausgänge koax/optisch
Netzausgänge geschaltet/ungeschaltet
Cinchbuchsen vergoldet
Klangregelung/Überbrückbar
Automatische Einmessung mit Mikrofon
Direkt-Schalter
Allgemeines
Schönschriftdisplay/Stellenzahl
Helligkeit des Displays regelbar
USB-Anschluss
Fernbedienung beigepackt
Fernbedienung programmierbar
Gehäusefarben

Metallfront
Sonstiges

Primare CDI 10


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40
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Schwarz,
Titan

Profil

Primare CDI 10
um 1800 Euro
Maße: 48 x 11 x 39 cm (BxHxT)
Garantie: 2 Jahre
Vertrieb: Image Vertrieb
Tel.: 0700/80808007
www.image.ag

Fazit

Die Verarbeitung lässt keine Wünsche of­fen, der Klang ist vorzüglich, und die Features sind auf das Sinnvolle und Nötige reduziert. Primare beweist mit seinem CDI 10 einmal mehr ein Gespür für Klang.

Die beiden Class D-Endstufen des CDI 10 sind auf separate Platinen montiert und werden von je einem eigenen Netzteil gespeist

Bild gefällig?

Als spannende Alternative zum CD-Receiver bietet Primare eine DVD-Variante des Gerätes an. Der DVDI 10 (um 2400 Euro mit DAB) ist abgesehen von seiner hoch­klassigen Video-Platine mit dem CDI 10 identisch und bietet ebenfalls dessen schwungvolle musikalische Ader. Begeis­tern konnte uns außerdem die gelungene Balance, mit der Primare die komplex­en Einstellmöglichkeiten eines digitalen Heimkinos auf das Notwendigste reduzierte. Selbst für unerfahrene Anwender ist der DVDI 10 kinderleicht zu bedienen. Die Verarbeitung ist hervorragend.