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21.10.2014

CD-Receiver Linn Classik Music

Ein wahrer „Classiker“

Linns berühmter CD-Receiver Classik Music war eines der ­ersten All In One-Geräte überhaupt. Jetzt kommt die zweite, überarbeitete Generation

von Carsten Barnbeck

Da ist sie nun endlich, die zweite, gerade erschienene Generation der Linn Classik Music. Die Schotten haben sich in der Tat viel Zeit gelassen mit dem neuen Modell oder – je nach Standpunkt – mit dem Vorgänger einfach bewiesen, wie zeitlos und überdauernd ein schlichtes Kompaktgerät sein kann. Das war nämlich gut zehn Jahre lang unverändert im Handel. Wie ausgewogen und rund das Konzept des alten Classik war, merkt man wohl am besten, wenn man sich die Änderungen der neuen Version vor Augen führt: Oberflächlich betrachtet hat sich nämlich außer einem sehr gelungenen Facelift im modernen Linn-Stil kaum etwas verändert. Und das ist auch gut so!

Der Classik Music ist nach wie vor ein formvollendeter CD-Receiver mit solidem Laufwerk, analogem Tuner und einem Paar kräftiger Endstufen. Abgesehen von einer Miniklinken-Kopfhörerbuchse und dem blauen Schönschrift-Display endet die Austattungsliste an dieser Stelle auch schon wieder. MP3-CDs bleiben ihm ebenso fremd wie USB-Anschlüsse. Dafür gibt es an der Rückseite – und das ist neu am Classik Music – einige Anschlüsse für die Integration in Linns Multiroom-Systeme. So vernetzt kann das kompakte Steuergerät von jedem Punkt des Hauses aus fernbedient werden, während es seine Tonsignale an alle verbundenen Anlagen „versendet“.

Im Hörtest geizte der Schotte nicht mit Offenheit und Homogenität. Nie klang er aufdringlich oder gar aggressiv. Trotz hoher Auflösung blieb er stets geschmeidig und angenehm mild in den Höhen. Obendrein spielte der „Classiker“ richtig erwachsen und im Wortsinn groß auf. Die Musik löste sich leichtfüßig von den Lautsprechern und füllte den gesamten Hörraum aus.

In der direkten Gegenüberstellung landete er mit diesen Spieltugenden nur knapp hinter dem Aura Note. Der tönt lediglich noch etwas anspringender und lebhafter. Dafür bietet der Linn mehr Disziplin sowie Straffheit und Kontrolle im durchaus kraftvollen Fundament. Hier liegt übrigens ein weiterer Unterschied zur früheren Generation. Der alte Classik Music musizierte untenrum zurückhaltender und erreichte auch nicht die Pegel des neuen Modells. Linn scheint seinen beliebten Kompakten an den aktuellen Zeitgeist angepasst zu haben, denn etwas mehr Punch und Druck liegen ja durchaus im Trend. Auch gegenüber dem gleich teuren Primare punktete der Linn mit seiner Ausgewogenheit und griffigen Abbildung.

Ausstattung

Modell

Player
CD/SACD/DVD-Video
CD-R/Hybrid-SACD abspielbar
MP3/WMA abspielbar
Programmierung/Zufallswiedergabe
Titel-/Titelrest-/Gesamtrestzeit
Wiederh.: Titel/CD/Ausschnitt
CD-Text-/SACD-Textanzeige
Digitalausgabe bei MP3/WMA (als PCM)
MP3/WMA digital kopierbar via SPDIF
Empfangsteil
Empfangsbereich UKW/MW/LW/DAB
Anzahl der Stationsspeicher
RDS-Sendername/Programmtyp/Radiotext
Verstärkerteil
Analogeingänge Phono/Hochpegel
Digitaleingänge koax/optisch
Kopfhörer-/Tape-Ausgänge
Digitalausgänge koax/optisch
Netzausgänge geschaltet/ungeschaltet
Cinchbuchsen vergoldet
Klangregelung/Überbrückbar
Automatische Einmessung mit Mikrofon
Direkt-Schalter
Allgemeines
Schönschriftdisplay/Stellenzahl
Helligkeit des Displays regelbar
USB-Anschluss
Fernbedienung beigepackt
Fernbedienung programmierbar
Gehäusefarben

Metallfront
Sonstiges

Linn Classik


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200
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Schwarz,
Silber

Für Multiroom vorbereitet

Profil

Linn Classik Music
um 1800 Euro
Maße: 38 x 8 x 37 cm (BxHxT)
Garantie: 2 Jahre (auf 5 erweiterbar)
Vertrieb: Linn Deutschland
Tel.: 040/8906600, www.linn.co.uk

Fazit

Auch in der neuen Generation vertritt Linns Classik Music die bewährten Tugenden. Die pfiffige Anlage ist puristisch, leicht zu bedienen, und ihr nobler Tonfall vereint hohen Anspruch mit purem Hörgenuss.

Für geringe Geräuschbelästigung ist der Lüfter tief ins Gehäuse des Classik Music verbannt. In der Tat war kaum etwas von ihm zu hören