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21.12.2014

Test: Medien-Porti Cowon A3 und D2

Zwei Druckmittel

Cowon kann uns wiederholt mit guter Klangqualität begeis­tern. Doch auch sonst haben diese beiden „Portis“ viel zu bieten

von Carsten Barnbeck

Cowon A3
Cowon A3

Auf der letztjährigen IFA legte man uns am Stand von Cowon ein voll funktionsfähiges Muster des A3 vor, das uns von der ersten Sekunde an in seinen Bann zog und förmlich die Worte „Du willst mich haben!“ entgegenschrie. Unsere Begeisterung ist nicht schwer nachzuvollziehen, denn dieser zugegebenermaßen etwas übergroße und relativ schwere „Porti“ ist wesentlich mehr als ein einfacher Musik- und Video­player. Lieferbar in Versionen mit 30 und 60 Gigabyte bietet dieser mit einem großen 16:9-Display ausgestattete „Micro-Computer“ umfangreiche Formatkenntnisse und lässt sich über ein optionales Antennen-Modul um einen DVB-T-Empfänger erweitern. Das ist umso spannender, da der kleine, aber relativ hochauflösende Bildschirm (800 mal 480 Pixel) ein unglaublich scharfes und knackiges Bild ausgibt.

Die DVB-T-Antenne des A3 ist optional (80 Euro)

Damit aber nicht genug, verbirgt sich auch noch ein ausgewachsener Multimedia-Recorder hinter seiner exzellent verarbeiteten und ansprechend gestalteten Fassade. Egal ob vom TV-Empfänger oder über den externen Video-Eingang, egal ob Musik oder Bild, mit einem Klick auf die Record-Option kann man alles mitschneiden. „Extreme PMP“, die Abkürzung steht für „Personal Media-Player“, nennt Cowon sein kleines Monster denn auch und liegt damit sicher nicht daneben. Mit dem A3 könnte man sich zum Beispiel für eine längere Urlaubsreise mit einer umfangreichen Film- und Musiksammlung ausstatten und wird derart bewaffnet keine verregneten Tage am Reiseziel fürchten müssen. Die Bedienung ist dem Hersteller angesichts aller Möglichkeiten – zu denen zählen übrigens noch Radioempfang sowie Bild- und Textdarstellung – verblüffend gut gelungen, wenn der kleine Joystick – das zentrale Bedienelement – auch noch etwas feinfühliger sein dürfte.

Cowon D2
Cowon D2

Am besten gefiel uns allerdings der Klang des anmachenden Medienriesen. Der A3 spielt im direkten Vergleich etwas dunkler und voller als die meisten seiner Mitbewerber, verschluckt dabei jedoch keinerlei Details. Bei der Wiedergabe unkomprimierter Tondaten wirkt er dadurch angenehm crémig, farbkräftig und mindert andererseit die Auswirkungen der Kompressionsartefakte bei nicht ganz so gut gelungenen MP3-Dateien. Die beiden iPods wirken etwas dynamischer, müssen sich angesichts Cowons Klangfülle jedoch geschlagen geben.

Die herausragenden Klangattribute des A3 lassen sich direkt auf den kleinen D2 übertragen. Dieses sympathische Kerlchen verfügt über einen mittelgroßen Touchscreen und wird über einen Kunststoffgriffel bedient, der an einem Bändchen befestigt ist. Sein Flash-Speicher nimmt sich mit zwei, vier oder acht Gigabyte verhältnismäßig bescheiden aus, kann aber über SD-Speicherkarten um bis zu immerhin 16 GB erweitert werden, was seine Flexibilität natürlich ungemein steigert.

Interessant ist, dass Cowon auch hier mit dem DAB-Empfänger zumindest ein aus der Porti-Masse herausragendes Merkmal implementierte. Daneben stehen außerdem ein konventioneller UKW-Radioempfänger sowie Video-Wiedergabe und ein Voice-Recorder zur Verfügung. Klanglich verfolgt der D2 wie angedeutet eine ganz ähnliche Linie wie der A3, allerdings wirkt er noch einen Hauch anspringender und lebhafter als der Riese, sein Charakter schlägt damit etwas mehr Richtung Apple oder Sony. Dankenswerterweise bietet aber auch er den angenehmen Weichzeichner des A3, mit dem selbst schlechtere Kompressionsdateien noch eini­germaßen erträglich bleiben. Wie schon in vorangegangenen Tests spielt Cowon damit wieder in der vorders­ten Reihe mit.

Profil/Fazit

Cowon A3

ab 350 Euro (30 GB)
Garantie: 2 Jahre
Vertrieb: JP Global Market
Tel.: 06196/7691660
www.cowon-germany.de

Der Medienriese zeigt mit seiner Funktionsflut die Möglichkeiten des heute Machbaren auf. Doch hinter all den Features und seinem Video- und Audiorecorder steckt in erster Linie ein hervorragend klingender und einfach zu bedienender Audioplayer, der insbesondere mit unkomprimierten Daten einen bleibenden Eindruck hinterlässt.

Cowon D2

ab 180 Euro (4 GB)
Garantie: 2 Jahre
Vertrieb: JP Global Market
Tel.: 06196/7691660
www.cowon-germany.de

Der kleine D2 klingt lebendiger und einen Hauch dynamischer als der große A3, lässt dessen edlen Charme aber gleichzeitig nicht vermissen. Die Bedienung ist – zumindest nach kurzer Eingewöhnung – recht intuitiv und bietet alle sinnvollen Features an. Wer also auf den Recorder des großen Bruders verzichten kann, darf hier mit bes­tem Gewissen zugreifen.