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30.09.2014

Test: Medien-Porti Apple iPod

Der Klassenprimus

Der iPod Classic und Nano zeigen auch in ihrer jüngsten Generation, dass Apple die Genrekrone so schnell nicht hergeben will

von Carsten Barnbeck

Apple iPod Classic

Mit der aktuellen Generation, der sechs­ten, verpasste Apple seinen Vorzeige-Portis ein unübersehbares und überaus gelungenes Facelift. Die gewohnt weiße oder schwarze Kunststoffoberfläche, die bei späteren Modellen mit einer leider sehr kratz­empfindlichen Kunststoffplatte „versiegelt“ wurde, ist einer silbernen Aluminiumabdeckung gewichen, wodurch der Porti optisch wieder wunderbar ins Portfolio des amerikanischen Computerherstellers passt.

An den inneren Werten von iPod Classic und iPod Nano hat sich dagegen vergleichsweise wenig geändert. Zunächst wurden die Speichergrößen aufgestockt. Der Classic ist nun in zwei Varianten mit 80 und 160 Giga­byte verfügbar. Das öffnet Datensammlern die Tore zu ungeahnten Dimensionen, steigert aber gleichzeitig die Gefahren, da man bei einem Datenverlust – nach wie vor kommen sensible Festplatten zum Einsatz – bis zu 40 000 MP3-Songs verliert. So viel fasst das größte Modell nach Angaben des Herstellers.
Das ist weit weniger dramatisch, als man zunächst annehmen könnte, da via iTunes, der zugehörigen und kinderleicht zu bedienenden Multimedia-Software, ja immer ein Backup auf dem Rechner existieren sollte. Auf Wunsch hilft dieses Programm sogar, die Musik- und Videodatenbank auf DVDs zu sichern. Wer schlau ist, macht gelegentlich Gebrauch davon.
Neben dem Fassungsvermögen – der Nano ist seinem vier oder acht Gigabyte fassenden Flashspeicher übrigens treu geblieben – wurden vor allem „Look & Feel“ der Menü­steuerung aufgepeppt beziehungsweise erweitert. Beide Apples beherrschen nun den Coverflow, mit dem sich die Alben „durchblättern“ lassen, und die Menüoberflächen sind insgesamt etwas farbenfroher geworden. Dem kommt zugute, dass der Nano ein vergrößertes Display spendiert bekam. Die ungemein intuitive Bedienung der Portis blieb unangetastet.

Apple iPod Nano

Einzigartig dürfte in Apples Historie au­ßerdem sein, dass die Preise den gesteigerten Möglichkeiten entgegenkommen: Mit 330 (160 GB) und 230 Euro (80 GB) ist beispielsweise der Classic um gute 100 Euro günstiger als seine Vorgängermodelle.
Klanglich sind sich die beiden äußerst ähnlich. Mit ihrer unüberhörbaren, aber durchaus wohldosierten Portion „Loudness-Charakter“ und der verhältnismäßig guten Feindynamik musizieren sie ansprechend, schwungvoll und recht lebendig. Insgesamt wirkt der Classic dabei noch etwas feiner und edler als der kleine Nano, doch die Unterschiede sind verschwindend gering. Wer es ganz ernst meint, nutzt die Portis ausschließlich mit unkomprimierten WAV- oder AIFF-Dateien, was mehr Glanz und Detailfülle in die Wiedergabe bringt.

Ein unschlagbarer Vorteil der Apples ist übrigens nach wie vor, dass kein Porti mit mehr Dritt­anbieter-Peripherie aufwarten kann. Mit den zahlrichen Sound-Docks hat man die Möglichkeit, den Charakter der beiden Medien-Alleskönner zu beeinflussen und an den eigenen Geschmack anzupassen. Da kann keiner der Mitbewerber mithalten.

Apple iPod Zubehör
Teures Zubehör: Die optionalen Kabelsets zum Anschluss an Fernseher und Anlage schlagen bei Apple mit rund 50 Euro zu Buche

Profil/Fazit

Apple iPod Classic

um 230 Euro (80 GB),
um 330 Euro (160 GB)
Garantie: 2 Jahre
Vertrieb: Apple
Tel.: 0180/3000061
www.apple.de

Auch wenn er in Apples interner Hie­rarchie durch den größeren „Touch“ an die zweite Stelle verdrängt wurde, trägt der Classic mit seiner überzeugenden ­Mi­­schung aus einfacher Bedienung, solidem Klangcharakter, Formatvielfalt sowie zahl­losen Erweiterungsmöglichkeiten nach wie vor die Krone des Genres.

Profil/Fazit

Apple iPod Nano

um 140 Euro (4 GB)
um 190 Euro (8 GB)
Garantie: 2 Jahre
Vertrieb: Apple
Tel.: 0180/3000061
www.apple.de

Der kleine Bruder des iPod ist richtig er­wachsen geworden. In seinen Möglich­keiten steht er dem Großen in nichts nach, und sein geringeres Fassungsvermögen wird durch die höhere Sicherheit des Flashspeichers mehr als ausge­glichen. Dank vergrößertem Display und annähernd identischem Klang ist er eine ernste Alternative zum kostspieligeren Bruder geworden.