Test: CD & SACD Player Krell SACD MK III
Direkt-Ableger
Krell hat dem Multichannel-Spieler SACD MkIII ganz viel vom großen EVO 505 spendiert. Zum halben Preis. Ein guter Deal?
Von Tom Frantzen
Auch wenn uns der deutsche Vertrieb, Audio Reference in Hamburg, entsprechend vorgewarnt hatte, staunten wir nicht schlecht, als wir den neuen, mit 6000 Euro angesetzten Krell SACDMkIII im Fotostudio unmittelbar neben seinem doppelt so teuren Stallgefährten, dem in STEREO 1/07 superb getesteten Evolution 505, näher unter die Lupe nahmen.
Im Fahrzeugbau ebenso üblich wie bei Kameras gibt es das System „Teileregal“ (Baukasten) natürlich auch im HiFi/HighEnd-Business. Denn oftmals ist es so, dass es letztlich günstiger für den Hersteller ist, eine bewährte Basis nach dem Formel-Eins-Prinzip technologisch auszuschlachten und abzuspecken, ohne das Downsizing zu übertreiben. Das ist deutlich billiger, als erneute Entwicklungskosten anzuhäufen.
Die eingegangenen Kompromisse halten sich in Grenzen. Das nun mittige Philips-Laufwerk mit der für diese Klasse reichlich klapprig anmutenden Schublade, die symmetrischen, diskret aufgebauten Ausgangsstufen und die komplette Signalverarbeitung nebst der drei Burr-Brown-DACS vom Typ PCM1738 mit 24 Bit/192 Kilohertz-Technik sind im Wesentlichen identisch. Das ist anhand der Funktionsgruppen in der Schaltungstopologie unverkennbar nachzuvollziehen.
Die immerhin verschiedenfarbigen Kondensatoren könnten beim EVO 505 natürlich höhere Toleranzen andeuten, die Bauteile des MkIII selbstverständlich allgemein einen niedrigeren Selektionsgrad aufweisen. Vermutlich dient die Farbe aber eher der Kaschierung ihrer Herkunft.
Geblieben ist auch der kombinierte Einsatz von Delta-Sigma-Bit-Streaming-DACs mit den bei PCM-Verfahren üblichen Multibit-Chips, die gewissermaßen das Beste beider Welten vereinen, um CDs und SACDs in idealer Weise gerecht werden zu können. Für die CD-Wiedergabe sind zwei, für das Abspielen von SACDs sogar vier Filtervarianten umschaltbar. Bei der CD hat man die Wahl zwischen frequenz- und impulsoptimierter Charakteristik (Klang-Tipp: Filter 2), bei SACD spielen je nach Einstellung Grenzfrequenz, Ausschwingverhalten und Pegel eine Rolle (Klang-Tipp: Filter 3).
Phänomen am Rande: Wechselt man die Filtercharakteristik während des Abspielens, so wird das zwar angezeigt, elektrisch ändert sich aber nur dann etwas, wenn man kurz stoppt und die Schublade aus- und wieder einfährt. Das erklärt, warum wir uns verdutzt anschauten, weil wir – im Gegensatz zu den bei Marantz, Sony, T+A, Wadia & Co. verschiedenen, schaltbaren Filter-Algorithmen – spontan zunächst keine Änderung wahrnehmen konnten. Mit anderen Worten: Legen Sie sich am besten VOR dem Abspielvorgang auf ihr Lieblingsfilter fest, denn der Spieler behält es ungeachtet seiner Anzeige ohnehin bis zum nächsten Stopp konsequent bei. ..weiter..
Profil
Krell SACD MK III
um 6000 Euro
Maße: 44 x 15 x 42 cm (BxHxT)
Garantie: 3 Jahre
Vertrieb: Audio Reference
Tel.: 040/53320359
www.audio-reference.de




