Test: CD Player Rega Saturn
Auf zu höheren Sphären
Regas günstiger CD-Spieler Apollo ist ein Senkrechtstarter. Kann der mehr als doppelt so teure Saturn ihn noch überflügeln?
Von Matthias Böde
Er ist einer der Stars unter den bezahlbaren CD-Spielern: der Apollo des britischen Herstellers Rega. Im Test in Ausgabe 12/06 räumte der rund 1000 Euro teure Top-Lader mit der sanft nach unten schwenkenden Klappe glatt alle fünf Preis- Leistungs-Sterne ab, die STEREO zu vergeben hat – und wir gehen mit dieser Auszeichnung bekanntlich sehr sparsam um.
Logisch, dass es da der große Bruder Saturn schwer hat. Der kostet mit 2300 Euro gleich mehr als das Doppelte, ohne dass sich äußerlich ein größerer Abstand einstellt. Beide sind in Schwarz oder Silbern zu haben, bieten gummierte Tasten für die wesentlichen Laufwerksfunktionen – alles Weitere findet sich auf der beigepackten Fernbedienung – und spielen auch MP3-Discs ab.
Wer genau hinsieht, bemerkt die stabilere, mit Kühlrippen versehene Bodenplatte sowie die hochwertigeren Dämpfungsfüße des Saturn. Außerdem ist dieser weitaus schwerer als das Leichtgewicht Apollo. Das liegt vor allem an seiner massiven Alu-Frontplatte und dem erheblich potenteren streuarmen 60-VA-Ringkerntrafo mit separaten Wicklungen für die analogen und digitalen Funktionskreise sowie das rot illuminierte Display. Die bietet auch der allerdings an dieser Stelle schwächer bestückte sowie nur mit einer Stirn aus Kunststoff versehene Apollo. Keine Kleinigkeiten, denn mechanische Stabilität und ein üppig dimensioniertes Netzteil wirken sich klanglich eigentlich immer positiv aus.
Der Blick auf die Platine zeigt, dass auch die Stabilisierungen der einzelnen Stufen des Saturn aufwändiger ausfallen und an vielen Punkten noch hochwertigere Bauteile zum Einsatz kommen. Am meisten fällt dies dort ins Auge, wo der Apollo ein Loch in der Platine hat. Hier prangt im Saturn ein präziser Oszillator, der dem Player den Takt vorgibt. Die Erfahrung etwa mit Esoterics extrem genauer Rubidium-Clock zeigt, dass Fortschritte in diesem Bereich unmittelbar das Timing und die Strukturierung der Wiedergabe fördern. Beide Player wappnen sich aber ohnehin vor dem gefürchteten Taktzittern (Jitter) durch eine Pufferstufe, in die sie die ausgelesenen Daten zwischenspeichern. Der Chip des Saturn bietet dabei gegenüber dem des Apollo die dreifache Kapazität.
Das selektiv bedämpfte Sanyo-Laufwerk ist in beiden Spielern identisch, ebenso die zwei im symmetrischen Modus arbeitenden Wolfson-Wandler des Typs WM8740, deren Dynamik und Linearität auf diesem Weg gesteigert wird. Diese Symmetrie bezieht sich nur auf die interne Signalverarbeitung, denn wie den Apollo schließt man auch den Saturn über ein paar Cinch-Buchsen an seinen Vor- oder Vollverstärker an.
Wir haben dies mit zwei Paar NF-Leitern Sun Wire Audio Reference getan und auch ansonsten darauf geachtet, dass sämtliche Umstände identisch sind. Der Apollo zeigte denn auch sofort, warum er nicht nur fünf Sterne, sondern auch eine so hohe Klangeinstufung bekam. Er spielte locker und farbig auf, seine Mittenwiedergabe gehört sowieso zum Besten, was man teilweise auch für viel mehr Geld bekommen kann, und der schwarze, profunde und allenfalls leicht abgerundete Bass lässt ebenfalls auf eine höhere (Preis-) Klasse schließen. ..weiter..
Profil
Rega Saturn
um 2300 Euro
Maße: 44 x 10 x 28 cm (BxHxT)
Garantie: 3 Jahre
Vertrieb: TAD Audio Vertrieb
Tel.: 08052/9573273
www.tad-audiovertrieb.de




