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23.07.2014

Test: CD Player Lindemann 822

Toller zweiter

Lindemanns SACD-Spieler 822 hat kein externes Netzteil wie der 820S. Was fehlt ihm sonst im Vergleich zum großen Bruder?

CD Player Lindemann 822

Von Matthias Böde

Der Stereo-SACD-Spieler 820S des oberbayerischen Spezialisten Lindemann ist einer der besten Player des Planeten und ein echtes Traumgerät. Mit einem Preis von 9900 Euro wird er für die meisten von uns leider auch ein Traum bleiben. Aber seit einiger Zeit gibt es ja den 822, der mit immerhin 3100 Euro weniger zu Buche schlägt. Der 822 folgt dem streng ­zwei­kanaligen Konzept des großen Vorbilds und betont auch sonst die Nähe zu ihm. Von vorne sieht man gar keinen Unterschied – der in der Modellhierarchie untergeordnete 822 ist bis auf die Typenbezeichnung mit dem 820S identisch. Man muss schon auf die Rückseiten schauen, um den jeweiligen Typ auf den ersten Blick zu erkennen.

Der 822 verzichtet nämlich auf die digitalen Eingänge, mit denen der 820S externen Datenlieferanten Zugang zu seiner aufwändigen D/A-Wandler- und Ausgangsstufe gewährt. Digital-Outputs, an denen sich bei CD-Wiedergabe der Datenstrom abgreifen lässt, sind aber vorhanden. Wer tiefer ins Bedienmenü des 822 einsteigt, wo man etwa die Phasenumkehr befehlen oder auch die Helligkeit des blau leuchtenden, textfähigen Displays einstellen kann, merkt, dass das kleine Modell keine Option zur Lautstärke- und Balanceregelung bietet. Der Direktanschluss an eine Endstufe ist anders als beim 820S somit nicht drin. Die beim 820S vorhandene Möglichkeit, das Upsampling von CD-Daten dreistufig umzuschalten, fällt hier ebenfalls flach. Der 822 setzt vor der Wandlung automatisch die Abtastfrequenz von 44,1 auf 176 Kilohertz hoch, was beim großen Modell ja ohnehin am besten klingt.

Der markanteste Unterschied besteht aber im Fehlen des externen Netzteils, aus dem der  820S seinen DAC nebst der Ausgangsstufe versorgt. Zwar verfügt auch der 822 über eine getrennte Versorgung für diese Bereiche, doch sind bei ihm dessen Teile im Hauptgerät untergebracht. Das sollte egal sein? Bestimmt nicht, denn wir wissen, wie erschütterungsempfindlich die ausgelagerte Power-Einheit des Großen ist und wie positiv sie deshalb auf Entkopp­lungsmaß­nah­men etwa durch SSC-Füße Netpoint100  (4er-Set um 75 Euro) reagiert.

Das SACD-Laufwerk von Sony ist in beiden Playern identisch. Es verrichtet seine Arbeit weitgehend lautlos und wird wie die Steuerung und das DSP von einem eigenen Netzteil versorgt. Wie der 820S verfügt auch sein kleiner Bruder über die vollständige galvanische Trennung zwischen der Signalaufbereitung und dem Wandler, was Interferenzen ausschließen soll. Eine kleine Abweichung betrifft die DAC-Chips: Kommt im 820S Burr-Browns ultimativer PCM1792 zum Einsatz, begnügt sich der 822 mit dem etwas unaufwändigeren PCM1796, der ein Quäntchen weniger Dynamik bietet. Auch die Operationsverstärker im Ausgang sind andere Typen als im Spitzenmodell. Beide Player besitzen jedoch hochwertige Reinkupferfeinsicherungen von AHP. Prima! ..weiter..

Profil

Lindemann 822

um 6800 Euro
Maße: 44x14x36 cm (BxHxT)
Garantie: 3 Jahre
Vertrieb: Lindemann Audiotechnik
Tel.: 08105/778530
www.lindemann-audio.de

Fazit

Bewertung CD Spieler Lindemann 822

An seinen großen Bruder reicht der 822 zwar nicht ganz heran, doch aufgrund des deutlich niedrigeren Preises und der leicht verschmerzbaren Komforteinbußen bei ­gleich­falls exzellenter Verarbei­tungs­qua­lität ist er letztlich das bessere Angebot.

Labor

Superbe Messwerte. Beim Rauschabstand bei Digital Null neuer Laborrekord! Auch sonst ist alles prima. Nur die Erschütterungsfestigkeit ist mies.

Detail des CD Spielers Lindemann 822
Mehr und mehr Hersteller begreifen den Stellenwert hochwertiger Feinsicherungen und setzen diese von vornherein ein – Tuning ab Werk