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21.11.2014

Test: CD Player Cambridge Azur 840C

Bit-Hochstapler

Azur 840C heißt das derzeitige Topmodell der Cambridge-Player-Flotte. Wie weit ist er dem später erschienenen 740C voraus?

CD Player Cambridge 840C

Von Tom Frantzen

Das derzeitige CD-Flaggschiff der Briten, der Azur 840C, geht für etwa 1500 Euro über die Ladentheke und gilt unter Eingeweihten weltweit als einer der ökonomischsten Wege, an Topklang zu kommen. Schon die Player 640C V2 (um 650 Euro, STEREO 2/07) und 740C (um 1000 Euro, STEREO 12/07) sorgten in Tests für Furore, weil sie in ihren Klassen zumindest in Teilbereichen klangliche Maßstäbe setzen, die man üblicherweise eher in weitaus höheren Preisklassen erwarten würde. Der 840C soll noch einen draufsetzen. Hierzu wurde neben einem insgesamt leicht erhöhten Material- und Schaltungsaufwand mit kondensatorfreier DC-Servo-Topologie beispielsweise das Thema Upsampling neu belebt. Gemeinsam mit dem Schweizer Digitalspezialisten Anagram Technologies entwickelte man das „Adaptive Time Filtering“, kurz ATF. Dieses System transformiert die originären CD-Daten (16 Bit/44,1 kHz) mittels spezieller Algorithmen und einem digitalen 32-Bit-Black-Fin-Prozessor von Analog Devices auf 24 Bit/384 Kilohertz-Niveau. Die Wandlung der Daten von der Digital- in die Analog-Welt erfolgt über zwei DACs AD1955 wiederum von Analog Devices, während beim 740er die Wolfson-Rechenknechte WM 8740 aus dem 640er drin sind.

Doch die mit dem 840er eingeführte und klangbestimmende Upsampling-Technologie besitzt weitestgehend auch der 740C, was das Duell besonders spannend macht. Mechanisch wurde das rigide Aluminiumgehäuse durch ein akustisch bedämpftes Chassis ergänzt. Tatsächlich sind die Unterschiede zwischen 740 und 840C allenfalls im Detail auszumachen, etwa am minimal größeren Gehäuse und Trafo, erweiterten Spannungsreglern, einer andersfarbigen Abschirmung auf der Hauptplatine und an den potenteren Ausgangsstufen samt XLR-Ausgangsbuchsen. Denn symmetrische wie unsymmetrische Analog-Ausgänge, digitale Ausgänge zur Ansteuerung etwa eines Digital-Recorders mit bis zu 192 Kilohertz runden die Ausstattung beim 840er ab, auch für Multiroom-Anwendungen ist das Gerät mittels einer RS232-Schnittstelle besonders vorbereitet. Sowohl 740 als auch 840C bieten ihre hochentwickelte DSP/Upsampling-Technik aber auch – und das ist der Clou – anderen Quellen an. Sie verfügen über Digitaleingänge für zwei Geräte. So können Sie etwa DVB-S/DVB-T- oder DAB- Tuner klanglich erheblich aufwerten.

Klanglich lässt sich die Leistung des 840er Cambridge mit Superlativen kaum noch einfangen. Er ist zweifellos einer der musikalischsten, homogensten und erwachsens­ten Spieler seiner Klasse – und darüber hi-naus: rhythmisch, spritzig, authentisch. Ein CD-Player, den man seinem besten Freund empfiehlt, der bei überschaubarem Budget richtig weit kommen will. Wenn man ihn hört, denkt man unweigerlich: Viel mehr geht gar nicht. Übt man indes Verzicht auf die noch etwas besser tönenden XLR-Anschlussmöglichkeiten, so kommt man mit dem  740er mit nur geringen Abstrichen recht nah an dieses Ergebnis heran – und spart somit immerhin satte 500 Euro. (Ende)

Profil

Cambridge Azur 840C

um 1490 Euro
Maße: 43 x 12 x 36 cm (BxHxT)
Garantie: 3 Jahre
Vertrieb: Taurus High-End
Tel.: 040/5535358
www.taurus-high-end.de

Fazit

Bewertung CD Spieler Atoll CD 50

Der einen Tick homogenere 840C markiert die Spitze im Cambridge-Portfolio zu Recht. Aber der günstigere 740C ist verblüffend nah dran und liefert eine beinahe ebenso beeindruckende Musikalität und Rhythmik samt zauberhafter Mittenwiedergabe. Beide bieten ihre superbe Wandlertechnik auch anderen Quellen an - top!

Labor

Im Labor bewies der 840C seine Klasse mit hervorragenden Werten für die Rauschabstände und Wandlerlinearität.

Detail des CD Spielers Cambridge Azur 840C
Solider, hochwertig bestückter Innenaufbau des Cambridge 840C. Nur auf den ersten Blick sieht der 740C beinahe genauso aus