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20.09.2014

Test: Vollverstärker Pioneer A-307R

Fröhlicher Musikant

Von Carsten Barnbeck

Dass die Klasse zwischen 200 und 400 Euro für ausnahmslos alle Hersteller eine ausgewiesene „Kampfzone“ darstellt, spürt man an der hohen Konzentration von Preisbrechern, die sich hier tummeln. Den Kunden kann das nur freuen. Pioneers A-307 R gehört zu eben jenen herausragenden Gerätschaften, denn zu einem Kurs von 260 Euro liefert der Amp eine wirklich überzeugende Leistung, die im Vergleichsfeld – zumindest bezogen auf das attraktive Preis-Leistungs-Verhältnis – nur noch vom Yamaha getoppt wird.

Die Basis bildet ein solide verarbeitetes Gehäuse, dessen Bedienelemente sich allesamt griffig und robust anfühlen. Allein die etwas kleinen Kunststoff-Lautsprecherklemmen bleiben hinter der teils deutlich opulenter bestückten Konkurrenz zurück. Sie nehmen aber – wohlgemerkt mit einiger nervraubender Fummelei – auch Bananas auf.

Ganz und gar untadelig gibt sich der kleine Schwarze dagegen bei einem Blick auf die inneren Werte. Pioneer hat während der Konstruktion auf möglichst kurze Signalwege geachtet und unter anderem überflüssige Kabelstrecken vermieden. So ist der Power-Taster an der Front nicht wie üblich über Strippen mit dem Netzteil verbunden. Stattdessen führt ein langer Kunststoffsteg zum eigentlichen Schalter, der direkt auf der Netzplatine verbaut wurde. Weiterhin ist der günstige Amp als weitgehend diskreter Doppel-Mono-Ver­stärker aufgebaut, was übrigens auch für die kleine MM-Phono-Sektion gilt, die mit ihrer satten, tonal ausgewogenen und herrlich lebendigen Stimmwiedergabe die unangefochtene Spitzenposition unter unseren Testgeräten einnimmt.

Innenansicht des Pioneer Vollverstärkers A-307R
Gewusst wie: Die Power-Taste ist über einen langen Kunststoffsteg mit dem Netzteil verbunden. Das spart den langen Kabelweg

An diesem Ergebnis ist natürlich nicht allein der sauber aufgebaute Phono-Pre beteiligt. Die erwähnten Attribute lassen sich vollständig auf den Amp übertragen. Der A-307 R spielt lebendig und spritzig, was ihn zum ausgewachsenen Spaßbringer stempelt. Der Bass bietet angemessene Schubkraft, wobei wir den Pioneer insgesamt als eher straff und kontrolliert bezeichnen würden. Die Strukturen in den tieferen Lagen werden sehr differenziert herausgearbeitet, ohne dass es ihm aber an Punch fehlt.

Sehr gut hat uns auch die Farbbalance gefallen, die ausgewogen wirkt, insgesamt aber etwas ins Helle tendiert und damit eine angenehm klare und transparente Abbildung zutage fördert. Das ist toll bei gelungenen Aufnahmen, die in ihrer vollständigen Auflösung zu Gehör kommen, konnte sich bei schlechteren Produktionen aber schon mal als Hindernis erweisen, da Stimmen und Mitten minimal angestrengt wirkten. Wir wollen dem Pioneer damit aber keineswegs vorhalten, dass er sich nicht zum Anwalt schlechter Toningenieure berufen fühlt.

Da seine räumliche Abbildung etwas enger wirkt, ordnet sich der stimmige Japaner direkt – und zwar mit denkbar geringem Abstand – hinter den beiden Mitbewerbern von Yamaha und Onkyo ein.

Profil

Pioneer A-307R

um 260 Euro
Maße: 42 x 114 x 31 cm (BxHxT)
Garantie: 2 Jahre
Vertrieb: Pioneer
Tel.: 01805/010449

www.pioneer.de

Bewertung

Der A-307 R ist ein rundum sympathischer Vollverstärker, dessen klarer und ausgefeilter Klangcharakter direkt in die Beine geht. An einem guten Lautsprecher kommen aber auch Hörer mit gehobenen Ansprüchen voll und ganz auf ihre Kosten, da der Amp eine gute Auflösung bietet und natürliche Farben in den Raum zeichnet. Die Ausstattung ist, abgesehen von den Lautsprecherterminals, als gut, der Phono-Pre in seiner Preis­klasse sogar als exzellent einzustufen. Messtechnisch zeigt der Pioneer keinerlei Schwächen mit Ausnahme eines modera­ten Gleichlauffehlers am Lautstärkesteller, der sich aber ausgerechnet in der praxisnahen Neun-Uhr-Stellung am stärksten auswirkt.