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25.11.2014

Test: Vollverstärker Denon PMA-500AE

Helles Köpfchen

Von Carsten Barnbeck

Kaum zu glauben, aber wenn man ins elegante Antlitz von Denons Nesthäkchen PMA-500 AE blickt, sieht man sich einer Maschine im Wert von „nur“ 230 Euro gegenüber. Das mag Sie jetzt vielleicht kalt lassen, wir wissen jedoch aus vorangegangenen Tests, dass die beiden größeren Geschwister, der PMA-700 AE und der PMA-1500 AE, nur in Details wertiger wirken. Der Umkehrschluss: Denon bietet hier für einen Bruchteil des Preises eine wirklich überzeugende Verarbeitungsqualität.

Die Frontplatte des kleinsten Vollverstärkers im Sortiment der Japaner besteht aus einer massiven Aluminiumplatte, die mit stabilen Bedienelementen bestückt wurde. Auch technologisch baut der Amp auf den bewährten und bestens beleumundeten Schaltkreisen der größeren Modelle auf. Wie diese – und auch wie die meisten seiner Konkurrenten – bietet er eine wohldimensionierte Stromversorgung und eine diskrete Gehäuseaufteilung, die Netzteil, Vor- und Endstufen klar voneinander trennt und abschirmt. In der Endverstärkung kommen außerdem vier Hochleistungstransistoren zum Einsatz, die nach dem Push-Pull-Prinzip arbeiten.

Zum guten Ton in der unteren Preisklasse – immerhin sechs von acht Testgeräten weisen dieses Merkmal auf – gehört ein MM-Phono-Vorverstärker. Auch hier ist er weit mehr als eine bloße Pflichterfüllung. Im Rahmen der Verstärkerleistung arbeitet der Entzerrer sogar richtig überzeugend, klingt vollständig und zeigte auch keinen Mangel an Schwungkraft und Musikalität. Im Vergleich zur Konkurrenz muss er sich aber trotzdem mit einem der hinteren Ränge begnügen. Die Kollegen ziehen die größere Bühne auf und haben mehr Präsenz.

Am zentralen Kühlkörper liegen die vier Haupttransistoren, die paarweise in Push-Pull-Arbeitsweise kooperieren

Diese Zurückhaltung gilt in Teilbereichen für den ganzen Amp: Der 500er spielt tendenziell eher schlank auf und verfügt über einen sehr klaren und offenen Tonfall. Seine unteren Lagen sind einerseits spürbar vorhanden und betten sich auch harmonisch ins Klangbild ein, im Vergleich etwa zum Pioneer oder dem Marantz fehlt es ihnen aber an Dynamik und Punch. In der Gegenüberstellung wirkte der Denon daher – bezogen auf den Spaßfaktor – etwas blasser und nüchterner als diese Mitbewerber. Auf der Haben-Seite kann man dafür seine samtigen Klangfarben hervorheben, die für Natürlichkeit in den Mitten sorgen und Stimmen sehr schön herausarbeiten.

In Verbindung mit dem klaren Oberton ergibt sich übrigens ein ganz ähnliches Problem wie beim Pioneer: Die Qualität der Aufnahme muss stimmen. Ist das nicht der Fall, zeigt der Denon gnadenlos deren Schwächen auf und wird schnell hart und bissig. Das muss man dem Amp nicht vorwerfen, Onkyo macht aber vor, wie man da mit diplomatischem Geschick zur Tat schreiten kann. Ein Allrounder wie seine großen Geschwister ist er somit nicht.

Profil

Denon PMA-500AE

um E 230
Maße: 43 x 12 x 31 cm (BxHxT)
Garantie: 2 Jahre
Vertrieb: Denon
Tel.: 02157/12080

www.denon.de

Bewertung

Mit „kraftvoll, aber schlank“ lässt sich Denons kleinster Vollverstärker, der PMA-500 AE, treffend zusammenfassen. Der Amp ­bie­tet eine hohe Auflösung sowie reichlich Kontrolle und eine ausgeprägte Straffheit, die Struktur und Details in die untersten Lagen bringt. Die Klangfarben wirken natürlich und lebendig, könnten, verglichen mit der Konkurrenz, aber noch ein wenig mehr Leuchtkraft vertragen. Auch die Raumauf­teilung dürfte gern noch etwas größer, tiefer und differenzierter sein. Dafür stimmt aber die Verarbeitungsqualität, die auf dem Niveau seiner größeren PMA-Geschwister liegt, und auch die Ausstattung kann sich mit Fernbedienung und MM-Phono-Pre absolut sehen lassen.