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29.08.2014

Test: CD-Spieler Restek MiniPla

Mini-Playbackshow

„Budget“-Produkte vom HighEnder Restek, geht das überhaupt? Aber ja doch! Der DVB-Empfänger „MiniSat“ machte es vor. Jetzt steht der neue CD-Spieler „MiniPla“ im Rampenlicht

Von Tobias Zoporowski

Die Erkenntnis, dass der ambitionierten HiFi-Szene langsam und vermeintlich unabänderlich der wirklich interessierte Nachwuchs fehlt, setzt sich in der Branche nur zäh durch. Dabei ist ein Grund dafür nur allzu offensichtlich: Der Anschaffungspreis für ein Top-Produkt übersteigt die finanziellen Möglichkeiten junger Menschen oft.

Bei Restek in Fuldabrück hat natürlich nicht nur dieser Denkansatz zur Entwicklung der  Mini-Modul-Serie geführt, die mit dem kompromisslos auf besten Radioempfang gezüchteten DVB-Empfänger MiniSat seit Ende 2007 eine STEREO-Referenz stellt. Kostenpunkt des Wellenjägers: um 1000 Euro. Auch das kein Geschenk, sicherlich, aber für ein High End-Produkt, das komplett hierzulande entwickelt und gefertigt wird, doch mehr als angemessen.

Innenansicht CD-Spieler Restek MiniPla
Tadellose Materialauswahl: Audio-only-Laufwerk

Passend dazu, nämlich im selben handlichen Midi-Format und zum ähnlichen Kurs (ab 1250 Euro für die Ausführung in Schwarz/Acryl, mit verchromter Frontplatte etwa 100 Euro mehr), kommt der neue CD-Player MiniPla daher. „Ungeachtet des vergleichsweise güns­tigen Preises wollten wir keine technischen Notlösungen. Der MiniPla ist ein echter Restek“, wie Adrianus Elschot, Vorstandsvorsitzender der Restek AG, betont. Entsprechend anspruchsvoll stellt sich die Materialauswahl dar. Das Philips-Laufwerk vom Typ L 1210/65 ist zum Beispiel eine reine Audiovariante und kein domestiziertes Computer-Pendant. Es schickt seinen digitalen Datenstrom zunächst zu einem SRC-4193-Ab­tastratenwandler von Texas Instruments, der die Signale auf bis zu 24 Bit/192 Kilohertz hochrechnet und sie dann zu einem D/A-Wandler des ebenfalls von Texas ­In-   ­st­ruments zugelieferten PCM1792A weiterreicht. Auch die Netzversorgung ist in dieser Preisklasse bei weitem kein Standard. Sie besteht aus einer Filternetzbuchse und einem geschirmten – für das kompakte Gerät recht stattlichen – Ringkerntransformator.

Die Versorgungen für die analogen und die digitalen Sektionen werden im Transformator durch Schirmwicklungen voneinander getrennt und in der nachfolgenden Spannungsstabilisierung ebenfalls separat aufbereitet. Alles in allem ein Konstruktionsaufwand, der sich auch in der „normalformatigen“ und teils mehr als dreimal so teuren HighEnd-Linie Resteks wiederfindet, dort mit noch aufwändigeren Gehäusen und Buchsen – Lieferant ist unter anderem der Essener Spezialist WBT – und beispielsweise symmetrischen Ausgängen garniert wird.

Clou des MiniPla, der ab Werk ohne Fernbedienung ausgeliefert wird, ist die pfiffige Ein-Knopf-Bedienung, die sich durch die gesamte Produktlinie zieht und die Frontplatte neben dem großen und hervorragend abzulesenden Display sehr übersichtlich gestaltet. Das verchromte und satt gerasterte Knöpflein steuert alle wesentlichen Laufwerksfunktionen des Players einschließlich Öffnen und Schließen der Lade, Track-, Skip-, Wiederhol- und Programmanwahl. Nach kurzer Eingewöhnungszeit mochten wir dieses Handling gar nicht mehr missen!

Detail des Restek CD-Spielers MiniPla
Trotz schmalem Format ist alles da: Kaltgeräteanschluss (l.), Toslink- und Koax-Ausgang sowie Steuerbuchse für Restek-Komplettsysteme (r.)

Ebenso überzeugend geriet dem kleinen Schwarzen seine klangliche Darbietung. Auf Anhieb wusste der ungemein agile und geschmeidige Hesse den 1000-Euro-Beau Cambridge Azur 740C fast in einer Staubwolke hinter sich zu lassen. Der im direkten Vergleich stets etwas behäbiger spielende Brite mag zwar beim ersten Höreindruck in sich homogener wirken, erkauft sich dies aber mit einer deutlich kompakteren Bühnendarstellung und leicht verhangenen Höhen. Der MiniPla zeichnet einen wunderbar konturierten Raum, lässt den Musikern viel Bewegungsfreiheit und Luft zum Atmen. Details wie Klappengeräusche von Blasinstrumenten oder der mitwippende Fuß eines Sologitarristen werden deutlich herausgearbeitet, ohne den musikalischen Fluss zu stören. Der Bassbereich gelingt dem Restek knackig, straff und staubtrocken. Die MiniPla(yback)-Show glückt also rundum. Die Hessen liefern feinste Technik, innovative Bedienung und überzeugende Klangqualität zum fairen Kurs.  So kann man auch  den ambitionierten Nachwuchs wieder anlocken.

Der MiniSat (um 1000 Euro) ist der weltweit erste DVB-S-Empfänger, der auf jegliche Bildausgabe verzichtet. In seiner Produktgruppe Top-Referenz!

Profil

Restek MiniPla

ab 1250 Euro
Maße: 29 x 7 x 34 cm (BxHxT)
Garantie: 3 Jahre
Vertrieb: Restek AG
Tel.: 0561/42089

www.restek.de

Fazit

Resteks Ansatz gelingt: Man nehme die  nur leicht abgespeckte, ausgefuchste Technologie der hauseigenen Topklasse, ver­binde sie mit einem pfiffigen Bedien­kon-­ zept und verpacke sie in ein hübsch an­zuschauendes und in verschiedenen Oberflächen (Schwarz, Champagner, Chrom, Transparent) erhältliches Kompaktgehäuse. Dass der Mini Pla zudem auch noch feinauf­lösend, flüssig und mit einer tollen Raumabbildung aufspielt, haben wir ei­gentlich nicht anders erwartet. So liefern die Hessen nach ihrem  DVB-Tuner-Schla­ger eine weitere überzeugende Quelle aus der Mini-Modul-Serie. Man darf sehr ­ge­spannt sein, was da noch kommt!

Labor

Auch unsere Messtechnik weiß nur Gutes über den Fuldabrücker zu berichten. Der Frequenzgang weist eine kleine Senke im Hochton ab etwa zwei Kilohertz auf, die an der samtigen Darstellung „schuld“ sein mag, aber keine Details verschluckt. Rechteck- und Impulsverhalten sind gut, ebenso der Klirrfaktor mit lediglich 0,19 Prozent bei 400 Hertz/-60 dB. Der Rauschabstand „Digital Null“ gerät mit 112 dB(A) sogar ganz hervorragend, der Quanti­sie­rungsrauschabstand steht dem mit 98 dB (A) kaum nach. Die Wandlerlinearität ist mit 0,1 dB Abweichung perfekt, die ­Alia­sing-Verzerrungen machen sich mit 0,012 Prozent unhörbar klein. Die beiden Stereo­kanäle spielen mit nur 0,1 Dezibel Pegel­abweichung voneinander gleich laut. So soll es sein! Das verbaute Lauf­werk arbeitet extrem leise, Störungen der Informationsspur respektive der Oberfläche bringen die Auslesung nicht aus der Ruhe. Gegenüber Erschütterungen zeigt es sich ebenfalls recht robust. Im Standby-Betrieb konsumiert der MiniPla sechs Watt. Ein Schalter trennt ihn komplett vom Netz.

Ausstattung

Fernbedienbar (Geber nicht im Lieferumfang), Lautstärkeregelung, dimmbares Display, Digitalausgänge (optisch/koaxial), Schaltspannungsausgang für Ferneinschaltung externer Geräte.