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23.10.2014

Test: Standlautsprecher Elac FS68

Von wegen „Ka Bass“

Drei Wege, hochwertige Chassis, schönes Gehäuse – Elacs FS68 ist ein Konkurrenzschreck

Elac FS68

Matthias Böde

Wertig, teuer aussehend und bildhübsch steht Elacs neue FS 68 da. Vier Chassis schmücken das fein verarbeitete, echtholzfurnierte Gehäuse der Standbox aus der neuen 60er-Reihe der Kieler. Und die Spezialisten setzen nicht irgendwelche Treiber ein, sondern für die beiden 17,5 Zentimeter durchmessenden Tief- sowie den 14er-Mitteltöner solche mit ihrer bekannt hochwertigen, ebenso steifen wie leichten und resonanzarmen Aluminium-Sandwich-Membran, während in den Höhen eine per Gitterchen griffgeschützte, imprägnierte 25-Millimeter-Seidenkalotte arbeitet.

Für den Paarpreis von 800 Euro gibt es auch eine spezielle Gewebesicke für das bei 600 Hertz einsteigende und bei 2200 Hertz an den Tweeter übergebende Mittenchassis, ein hocheffizientes Neodym-Magnetsystem im Tweeter sowie große Schwingspulen in den Woofern, die deren hohe Belastbarkeit garantieren. Sie werden zusätzlich über zwei Reflexöffnungen auf der Rückseite belüftet, die sich im Falle einer wandnahen Aufstellung mit beigelegten Schaumstoffpropfen halb oder auch ganz verschließen lassen und so die Bassenergie reduzieren.

Zwei Reflexrohre unterstützen die Arbeit der Tieftöner. Für eine wandnahe Aufstellung sind zweistufig nutzbare Schaumstoffpfropfen mitgeliefert

Dies war in unserem Hörraum nicht notwendig, in dem Standboxen rund 70 Zentimeter Wandabstand benötigen – und bekommen. Denn die 108 Zentimeter hohe Elac mit der dicken, breiten Bodenplatte, die dem Lautsprecher Standfestigkeit verleiht, gleichwohl aber auf die mitgelieferten Spikes gehört, zeigte eine keineswegs zu schlanke, sehr saubere und natürliche Wiedergabe der unteren Lagen, die Fülle bei knackiger Kontrolle wahrte.

Auch in den Bereichen darüber ließ die FS68 keinen Abfall gegenüber ihren teureren Kolleginnen erkennen. Mitten und Höhen sind offen, durchsichtig und spritzig. Sie werden allenfalls von einem Extrahauch frischer Ostseebrise durchweht. Tatsächlich hat die Elac einen präsenten Charakter. Ob ihr deshalb die räumliche Abbildung ebenso weit gesteckt wie plas­tisch gerät?

Ihre schillernden Farben zeichnet die Kielerin leicht und vielschichtig. Die innere Auffächerung und Darstellung der Strukturen der Klangbilder gelingt ihr auch in komplexen Passagen mühelos. Für soviel Ausstrahlung und Wertigkeit ist die Elac schon fast zu günstig.

Fazit

Elac FS68

Paar um 800 Euro
Maße: 25 x 108 x 33,5 cm (BxHxT)
Garantie: 10 Jahre
Vertrieb: Elac Electroacoustic
Tel.: 0431/647740
www.elac.de

Wer die Elac sieht, schätzt sie teurer. Und wer sie hört, ebenfalls. Der für seine Preis­klasse große Standlautsprecher mit feiner Verarbeitung und hochwertigen Chassis klingt ausnehmend sauber, hat einen fun­dierten Bass und knackige Dynamik. Damit reiht sich die FS 68 in die Klangphilosophie des Kieler Spezialisten ein – die kleine Prise zusätzlicher Frische inklusive. Mehr Lautsprecher ist fürs Geld kaum zu haben.

Labor

Angenehm ausgewogener Frequenzverlauf im mittleren Bereich, leichte Überhöhungen in Bass und Höhen. Auch Elac meint also, in dieser Klasse auf einen kleinen Schuss Extra-Kick nicht verzichten zu können. Doch es ist zu be­achten, dass die Höhen außerhalb der Achse zahmer ausfallen (grüne Linie). Durch die geschickte Winkelung der Lautsprecher bis zur Parallelausrichtung kann Überpräsenz vermieden werden. Die Kielerin stellt keinen Verstärker vor Probleme – ihre Impedanz bleibt immer zwischen fünf und zehn Ohm. In der Sprungantwort sind zwar die Chassis einzeln sichtbar, doch der zeitliche Versatz zwischen ihnen bleibt gering.

Frequenzgang
Sprungantwort