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22.08.2014

Test: Standlautsprecher Dali Concept 8

Volumen-Modell für HiFi und AV

Gegen sie wirkt manch teurere Box schmächtig – Dalis Concept 8 bietet Volumen und Fläche

Dali Concept 8

Matthias Böde

Auch wenn ihr Äußeres etwas ungeschlacht und weniger finessiert ausgearbeitet als das mancher Konkurrentin erscheint, wirkt Dalis Concept 8 ihrer Preisklasse doch entwachsen. Dabei ist sie mit 900 Euro fürs Paar sogar günstig. Zwei 20er-Tieftöner hat der dänische Hersteller in die dunkelgraue Schallwand eingesetzt. Ihre Membranen aus getränkter Zellulosefaser schaffen Fläche für fühlbare Bassattacken und arbeiten auf ein üppiges Gehäusevolumen, das zudem über je eine Reflexöffnung auf der Vorder- und Rückseite an die Au­ßenluft ankoppelt.

Das Woofer-Paar reicht bis zu gut 600 Hertz hinauf und übergibt dort an einen 13er-Mitteltöner mit identischem Membranstoff, was hinsichtlich der Homogenität meist die richtige Entscheidung ist. Da Pappe eher sonor als hell klingt, sollte auch der ab 3500 Hertz einsetzende, auf eine separate Metallplatte montierte Kalottenhochtöner aus gewöhnlich selten zur Aggressivität neigendem Stoffgewebe gut ins tonale Konzept der Concept 8 passen.

In das beziehen die Dänen AV-Anwendungen ausdrücklich ein. Nun bieten ja auch andere Hersteller Center- und Rear-Boxen sowie Subwoofer zwecks Komplettierung ihrer Standmodelle zum Heimkino-Set an. Doch die Dali bringt ein solches Pfund an Schmackes und druckvoller Dominanz mit, dass man sie sich besonders gut in effektgeladenen Szenen vorstellen kann.

Mit Ausnahme des Hochtöners bestehen die Membranen aus speziell behandelter Papierfaser. Die Bässe haben einen Doppel-Magnet-Antrieb

Das sei nur am Ramde bemerkt, denn uns geht es natürlich in allererster Linie um die musikalischen Qualitäten. Und da kann die Concept 8 mit opulenten Klangfarben, ausgesprochen sonoren, doch keinewegs angedickten Mitten und einem Blick fürs Große Ganze punkten. Locker und lässig schüttelt sie ihren durchaus fülligen, aber beweglichen Bass von den Membranen, der dabei nicht aus dem Ruder läuft, und benötigt dank ihres recht hohen Wirkungsgrades dafür sogar relativ wenig Leistung.

Die Dänin ist zwar keine ausgesprochene Detailfanatikerin und zieht Stimmen wie Instrumente hinsichtlich der räumlichen Abbildung eher an den vorderen Bühnenrand, doch klingt sie dabei nie verhangen oder eng. Ganz im Gegenteil bildet ihr Glanzlichter setzender Hochtöner mit seiner strahlenden Diktion einen echten Gegenpol zum üppigen Tieftonregister. Insgesamt ergibt sich ein kerniger, unverhohlen soundiger Charakter für die Spaßfraktion.

Geht es mal richtig heiß her, verliert die Dali kaum etwas von dieser Hemdsärmeligkeit und behält lange ihre unangestrengte, lockere Spielweise. Da sehen linearer abgestimmte Konzepte schmächtig aus.

Fazit

Dali Concept 8

Paar um 900 Euro
Maße: 25 x 103 x 36 cm (BxHxT)
Garantie: 5 Jahre
Vertrieb: Dali A/S
Tel.: 0045/96721120
www.dali.dk

Ein im wahrsten Wortsinn „fettes“ Kaliber hat Dali mit der Concept 8 im Programm. Die große Dänin setzt sich fulminant in Szene, trumpft gerade im Bass potent auf und dürfte auch in großen Räumen akustisch nicht verloren gehen. Eine HiFi-Box im engeren Sinne ist die Dänin nicht. Dazu trägt sie zu dick auf und würzt die Höhen zu stark, doch Liebhaber voller wie strahlender Töne sind hier richtig.

Labor

Viel Bass und viel Höhen – klar, dass die Dänin richtig anmacht. Das etwas zerklüf­tete Mittental wird in schönster Loudness-Manier von zwei Bergen an den Fre­quenz- enden eingerahmt, was die akustisch zwar prägnant, aber noch nicht übertrieben auf­tretende Dali als Soundbox entlarvt. Der reinen HiFi-Lehre entspricht das sicherlich nicht, aber es gibt viele Hörer, gerade im AV-Sektor, die effektgeladene Lautsprecher linear abgestimmten vorziehen. Die gutmütige Impedanzkurve unterschreitet kaum die Fünf-Ohm-Marke. Während Hoch- und Mitteltöner zeitlich eng beisammen lie­gen, zeigt die Sprungantwort eine leichte Verzögerung der beiden Tieftöner.

Frequenzgang
Sprungantwort