Sie sind hier: HiFi-Test / Lautsprecher / Standboxen / Canton Chrono 507 DC
01.08.2014

Test: Standlautsprecher Canton Chrono 507 DC

Geschliffenes Schmuckstück

Zierlich und fein steht Cantons neue Chrono 507 DC da – der optische Eindruck täuscht nicht

Canton Chrono 507 DC

Matthias Böde

Wer Lautsprecher auch mit den Augen kauft – und wer tut das nicht –, dem fällt die Canton sofort auf. Ist die kleine Box  bei aufgesetzter Bespannung noch leicht zu übersehen, so verbreiten die von edel geschliffenen Metallringen umrahmten Alu­miniummembranen ihrer beiden 18er-Tief- und Tiefmitteltöner sowie die ganz ähnlich gestaltete Einfassung der 25-Millimeter-Hochtonkalotte  aus einem Alu-Mangan-Gemisch Hightech-Aura schon vollkommen ohne jeden Ton.

Eindruck macht auch die „Transmission Front Plate“, kurz TFP. Sie steht für die nach innen gewölbte Montageplatte des Tweeters. Dieser Trick beschert ihm nicht nur ein besseres Rundstrahlverhalten mit weniger Störungen in den obersten Lagen, wie aufwändige Messungen des Herstellers aus dem Taunus zeigten, sondern erhöht obendrein seine Effizienz im Übernahmebereich um rund drei Dezibel.

In den unteren Lagen soll hingegen „Wave Surround“ für Präzision in Form kontrollierter Membranbewegungen sorgen. Der Begriff, der nichts mit Surround im klassischen Sinn zu tun hat,  bezeichnet die mehrfache Faltung der Gummisicke, die so laut Canton dem Chassis rund 40 Prozent mehr Auslenkung erlaubt, Resonanzen besser bedämpft, Verzerrungen minimiert und insgesamt den Frequenzgang linearisiert.

In der Tat machte die Chrono 507 DC im Hörtest einen aufgeräumten, in sich gut durchorganisierten Eindruck. Sie spielte spritzig und trocken nach vorne weg und erwies sich zudem als pegelfest, da sie selbst höhere Lautstärken ohne Anzeichen von Stress wegsteckte. Dass sich die Wiedergabe eher am vorderen Bühnenrand abspielt, mag auch mit der leichten Betonung der oberen Mitten zusammenhängen, die stets für direkte Klangbilder mit hoher Unmittelbarkeit sorgen. Stimmen wirken eher kehlig als brustbetont.

In Sachen Hochtonauflösung setzt die Canton Maßstäbe innerhalb ihrer Preisklasse. Puderzuckerfein ziseliert fauchen  Hihats auf, die einen angenehm matten statt technoid-silbrigen Glanz haben. Im Zusammenhang mit der griffig-strammen, pulsierenden Bass­reproduktion – von einer rückseitigen Reflexöffnung unterstützt– ergibt sich ein hohes Maß an Sauberkeit und Durchhörbarkeit. Eine wahrhaft geschliffene Vorstellung also, die Cantons Chrono 507 DC ablieferte, die somit nicht nur fürs Auge reizvoll ist, sondern vor allem fürs Ohr.

Ähnlich einer Sinuskurve sind die Gummisicken des Tief- und des Tiefmitteltöners geformt, was die exaktere Führung der Membran möglich macht

Fazit

Canton Chrono 507 DC

Paar um 1000 Euro
Maße: 19 x 95 x 29 cm (BxHxT)
Garantie: 5 Jahre
Vertrieb: Canton Elektronik
Tel.: 06083/2870
www.canton.de

Ein feines Stück Lautsprecherbau, das da aus dem Taunus kommt. Die Canton klingt potenter, als es ihre Größe vermuten lässt, und ihre Wiedergabe erscheint besonders klar und sauber. Mit allerlei technischen Kniffen und den Möglichkeiten moderner Messtechnik ist es gelungen, der Chrono 507 DC ein hohes Maß an Präzision und Plastizität zu verleihen. Die wertige Verarbeitung rundet den positiven Eindruck ab.

Labor

Der Frequenzgang der kleinen Canton ist sehr ausgeglichen und zeigt nur leichte Buckel an den Frequenzenden, wobei sich besonders die Höhen ein wenig vorlaut zu Wort melden. Das kommt aber vor allem auf Achse zum Tragen. Unter einem 30-Grad-Winkel gemessen (grüne Linie), ist die Energieverteilung praktisch ausgeglichen, so dass man die Chrono 507 DC nicht ganz auf die Ohren zielen lassen sollte. Die von uns ermittelte Impedanzkurve bewegt sich fast durchgängig zwischen fünf und zehn Ohm und sinkt nur bei unkritischen 300 Hertz auf drei Ohm ab. Die Sprungantwort zeigt das fast gleichzeitige Reagieren der Chassis und allenfalls geringe Resonanzen.

Frequenzgang
Sprungantwort