Sie sind hier: HiFi-Test / Neue Medien / USB-Audio-Lösungen
01.11.2014

Stichwort

USB

Der Universal Serial Bus ist eine Datenschnittstelle und ermöglicht das Einbinden neuer Computer-Hardware ohne einen lästigen System-Neustart.

Test: USB-Interfaces

HiFi-DAC für den PC?

D/A-Wandler bringen viele Digitalkomponenten klanglich auf Vordermann. Doch können sie auch PC-Soundkarten ersetzen, und macht das Sinn?

von Carsten Barnbeck

Ein kurzer Rückblick: In STEREO 11/2006 testeten wir unter dem Titel „Die Kunst der Wandlung“ drei aktuelle D/A-Wandler von Aqvox, Lavry und Reimyo und stellten dabei erwartungsgemäß fest, dass man selbst hochklassigen Laufwerken und Playern mit diesen spezialisierten Rechenwerken den letzten Schliff und einen edleren Klangcharakter verleihen kann.

Einigermaßen überrascht waren wir jedoch über die große Resonanz und zahlreiche Leserzuschriften, die sich speziell der Frage widmeten, ob man  – ausgehend vom USB-bestückten Aqvox – mit den geprüften Modellen auch die Wiedergabequalitäten eines PCs aufwerten könne. Dieses Thema kam aus dem damaligen HiFi-Blickwinkel natürlich nur kurz zur Erwähnung. Doch auch uns interessierte die Antwort, weshalb wir die vorgestellten Wandler, einen flinken Computer und verschiedene Soundkarten in unseren Hörraum luden und, um das gleich vorwegzunehmen, einige verblüffende Erkenntnisse gewannen.

Aber zunächst die Rahmenbedingungen: Digitale Audiosignale können einen Rechner auf verschiedenen Wegen verlassen. Aktuelle Mainboards werden mit so genannten „On-Board-Soundkarten“ ausgerüstet, die über einen S/PDIF-Ausgang verfügen – dass die Hersteller dabei eigentlich an die Ausgabe von Dolby Digital und DTS oder den Mehrkanalsound von Spielen denken, interessiert uns wenig.

Aqvox USB DA2 MKII
Erste Sahne für den PC: Der Aqvox USB DA 2 MK II (um 960 Euro) lässt sich via USB (Abb. unten) von jedem Computer aus ansteuern
Aqvox USB DA2 Rückansicht

Auch „echte“ Soundkarten und Interfaces, etwa von Terratec oder Creative, bieten Anschlüsse, über die sich eine Verbindung zum externen D/A-Wandler herstellen lässt.

Eine andere, neuere Variante ist die Ausgabe via USB, ein Feature, das man eigentlich von Media-Portis kennt, das wegen seiner unkomplizierten Handhabung – USB-Audio-Geräte werden von Windows XP und Apples OS X ohne spezielle Treiber unterstützt – gelegentlich auch an HiFi-Geräten zu finden ist. Hier nennen wir exemplarisch Audionets Multiplayer VIP G2 oder eben jenen mit fünf Sternen prämierten Aquox USB DA 2 MK II aus erwähntem Testfeld. Der Einfachheit halber haben wir uns auf die erste (Onboard-Soundkarte) und die letzte (USB) Methode beschränkt.

Eine erste Überraschung erlebten wir beim Vorbereiten der unkomprimierten WAV-Dateien. Die DVD-Rom-Laufwerke zweier Redaktions-Computer klingen einmal etwas hell und dann ein wenig kehlig. Nachdem wir ausgewählte Titel von der STEREO Hörtest-CD IV via iTunes auf die Festplatte der Rechner übertragen hatten, mussten wir feststellen, dass sich diese Eigenarten auf die Dateien übertragen hatten. Die WAV-Lieder hatten tatsächlich die tonalen Prägungen der Laufwerke geerbt. Eigentlich logisch, unterliegen doch Abspielprozess und Datenauslese denselben Rahmenbedingungen wie Jitter-Anfälligkeit oder Netzversorgung. ..weiter..

Multimediale Alleskönner

Mediaplayer sind vielfältig einsetzbar, bieten Unmengen an Features und sind vor allem umsonst zu haben

Apple iTunes
Übersichtlicher und einsteigerfreundlicher Platzhirsch unter den Medienplayern: Apples iTunes

A uch wenn sie nicht die einzigen Programme sind, mit denen man auf angenehme Art und Weise Musik und Film über einen PC abspielen kann, stehen in dieser Zunft doch zwei Namen unangefochten an der Spitze: Microsofts „Windows Media Player“ und Apples galantes „iTunes“.

Mögen sich die Anwendungen oberflächlich noch einigermaßen ähnlich sehen – beide verwalten eine Bibliothek, in der alle auf dem Rechner gespeicherten Songs und Filme zusammengefasst sind, bieten unterschiedliche Browser-Ansichten und verfügen über ein Abspiel- und Bedienfeld –, weisen die zugrunde liegenden Zielsetzungen doch bereits in unterschiedliche Richtungen: i Tunes ist in erster Linie als Schnittstelle zwischen Apples Musik Store und dem i Pod gedacht. Folglich liegt der Fokus hier klar auf der Musik. Zusätzliche Funktionen, wie das Abspielen von Filmen, sind erst in neueren Generationen hinzugekommen und wirken im Vergleich zum Media Player fast zaghaft. Gerade aus der etwas dünneren Feature-Liste resultiert aber die größte Stärke von iTunes: die Bedienung! Schon nach wenigen Minuten hat man sich in das Programm eingearbeitet.

Hier muss Microsoft noch nachbessern. Zwar wird der Player immer hübscher und bunter, doch ist das Konzept stellenweise erklärungsbedürftig. Das liegt daran, dass die Hauptaufgabe des Media Players darin besteht, Windows um eine allumfassende, omnipotente Audio- und Video-Applikation zu ergänzen. Allein die Online-Features sind schon erschlagend. Es lassen sich aber auch kostenpflichtige Plug Ins zur Soundverbesserung oder Bildbearbeitung integrieren und neben allen denkbaren Tonformaten spielt der Player sogar DVDs und DivX- oder MPEG-Filme ab.
Das letztendlich der Geschmack entscheidet, welchen der beiden Medienjongleure man bevorzugt, findet seine Begründung darin, dass die Anwendungen klanglich auf einem Niveau spielen – offenbar hat die Player-Applikation nur geringen Einfluss auf die Abspielqualität.

Entscheidender ist im Computer, welche Soundkarte zum Einsatz kommt, wie die Netzversorgung aufgebaut ist und welcher – bei komprimierten Tondateien – Encoder zum Schrumpfen des Liedes eingesetzt wurde.

Eine Funktion, die wir übrigens bei allen populären Playern vermissen, ist eine Umdrehungskontrolle für das CD-ROM-Laufwerk. Da PCs immer auf Geschwindigkeit setzen, wird beim Rippen meist die maximale Drehzahl verwendet, was offenbar aber die Qualität der WAV-Daten mindert.