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28.08.2014

Profil

Unbefüllte Tragflächen sind ab 300 Euro in fast allen Größen und Lackfarben erhältlich. Artdifical Coral gibt es nur in den Maßen 41 x 41, 51 x 51 und 58 x 58 cm.

Vertrieb: Copulare–Tonbasen
Tel.: 09931/6490
www.copulare.de

Stichwort

Messungen

Elektronenmikroskop-Aufnahmen sowie Untersuchungen zur Belastbarkeit und Beschaffenheit von Artdifical Coral zeigt www.copulare.de („Labor“).

Test: Copulare Artdificial Coral

Material-Prüfung

Aus welchem Stoff ist das Traum-Rack? Von Copulare ließen wir uns eins mit vier verschiedenen Tragflächen liefern. Darunter eine aus „Artdifical Coral“. Schlägt die Kunstkoralle gängige Materialien?

Copulare-Basen
Heißt „Artdifical Coral“ deshalb so, weil es sich kunstgerecht einfärben lässt? Unten eine schlicht schwarze Ausführung des Wunderstoffs

von Matthias Böde

Gerhard Brandl ist ein Suchender, was für jeden in der HiFi-Branche eine optimale Voraussetzung ist. Der Inhaber des niederbayerischen Unternehmens Copulare, das maßgeblich dazu beigetragen hat, dass wir unsere Komponenten heute nicht mehr auf Kommoden, Anrichten oder Apfelsinenkisten stellen, forscht nach immer neuen, raffinierteren Materialien für die „Tragflächen“ seiner ultimativen, zigfach bewährten Racks.

Dabei stieß er in einem Unternehmen zufällig auf eine in  poröser Struktur verarbeitete Keramik aus Aluminiumoxid, die wie eine Koralle aussieht. Der Stoff ist in sich so extrem inhomogen, dass sich keine Resonanzen aufbauen können, leicht, aber stabil. Brandl ließ sich zuerst kleine Klötzchen als Unterleger für Plattenspieler und andere Geräte fertigen. Der klangliche Erfolg war so drastisch, dass es nun zu den bekannten Tragflächen für Copulares „Tonbasen“ auch solche aus „Artdifical Coral“ gibt, wie Brandl den Stoff seiner Träume etwas umständlich nennt. Dazu sind zwei Typen Unterstellfüße mit Kunstkoralle erhältlich.

Copulare-Rack

Natürlich wollten wir uns selbst einen Eindruck von den klanglichen Segnungen des Wunderstoffs verschaffen, der laut Brandl nur von einem Unternehmen in Europa verarbeitet wird, und haben dazu einen aufwändigen Test angesetzt. Wir bekamen ein Zonal-Rack mit vier unterschiedlich gefüllten Böden. Zwar sind uns deren „akustische Fingerabdrücke“ etwa vom großen Endstufenträgervergleich in STEREO 4/05 noch geläufig, doch wir wollten die damaligen Ergebnisse auch mit Vor- und Vollverstärkern sowie CD-Spielern überprüfen.

Auf eine ungefüllte Trägervariante verzichteten wir, sondern platzierten unsere Komponenten abwechselnd auf mit Sand, einem Blei/Sand-Gemisch und nur mit Bleikügelchen befüllten Böden sowie eben jener wie die aus lackiertem Birkenholz gefertigten Tragflächen in praktisch jeder Farbe erhältlichen Basis aus Kunstkoralle.

Sie bemitleiden uns ob der vermeintlichen Lauscharbeit im Grenzbereich? Dazu besteht kein Anlass, denn die klanglichen Unterschiede zwischen Racks sind deutlich und absolut problemlos hörbar, wie wir ja auch bereits in vielen Workshops demonstrierten. So auch diesmal. Hier die Ergebnisse unserer „audiophilen Materialprüfungen“: Tonal homogen bis ganz leicht füllig, große und gut organisierte Abbildung, farbig und dynamisch“, lauteten ein paar der Stichworte, die wir für die mit Sand befüllte Basis (um 700 Euro für die lackierte Ausführung in 58 x 58 cm) notierten. Auf ihr kommen Komponenten aller Qualitätsstufen klangstark zur Geltung.

Das gilt grundsätzlich auch für die kombinierte Sand/Blei-Mischung (um 750 Euro), doch wirkt die Musik hier etwas zu rund, erscheinen die unteren Lagen ein wenig träge, ja beinahe zeitlich verschleppt. Klassikhörer mögen auf diese Füllung insbesondere stehen, weil sie Streichern Sonorität, Orchestern Dramatik und weiten Melodiebögen „Schwere“ und Ausdruck verleiht. Für Pophörer ist sie indes nur zweite Wahl, obgleich die meisten Geräte auf ihr wohl besser klingen werden als auf den allermeisten anderen Gestellen.

Unser bisheriger Favorit setzte sich auch diesmal an die Spitze der konventionellen Copulare-Bretter: pures Blei (um 800 Euro). Wieviel Strahlkraft und punktgenaue dynamische Energie die Komponenten auf diesem Träger entwickeln, ist kaum zu glauben. Dazu gerät die Wiedergabe perfekt stabil, sie reicht in der Tiefe bis an den Horizont und erlaubt sich im Bass auch nicht die geringste Ungenauigkeit. Super! ..weiter..