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28.11.2014

Profil

Vroemen Diva Superiore
Paar um 8000 Euro
Maße: 22 x 125 x 28 cm (BxHxT)
Garantie: 5 Jahre (Gehäuse 10 Jahre)
Vertrieb: Vroemen
Tel.: 0241/1804161
www.vroemen.de

Fazit

Die „Diva“ von Vroemen überzeugt gerade in der „Superiore“-Version mit Air Motion Transformer durch eine emotional ergreifende, sehr langzeittaugliche, wuchtig-satte Spielweise mit zugleich guter Auflösung und Bassqualitäten, was sie zur idealen Gespielin für Musikabende quer durch alle Stilarten macht. Jedes Paar ist zudem ein Unikat, das sich aus der Holzmasse der Mitbewerber abhebt.

Labor

Der Frequenzgang der Vroemen-Box ist bis auf eine Stelle recht ausgewogen: Um die Übergangsfrequenz von 2,5 Kilohertz herum findet sich aber, wenngleich noch knapp innerhalb des Toleranzbereichs von +/– 3 dB, eine deutliche Senke, die ausdrücklich gewollt ist und für eine gewisse zurückhaltende Sanftheit im Mitteltonbereich sorgt. Innerhalb der genannten Schwankungsbreite reicht der Bass bis unter 40 Hertz. Die frequenzabhängige Impedanzkurve verläuft verstärkerunkritisch normgerecht für eine Vier-Ohm-Box, 3.2 Ohm werden nirgends unterschritten. Die Sprungantwort ist sehr gut.

Stichwort

Flankensteilheit

Abfall des Schalldrucks je Oktave, mit der etwa ein bestimmtes Filter (Frequenzweiche) den Übertragungsbereich eines Lautsprecherchassis begrenzt.

Test: Lautsprecher Vroemen Diva Superior

Stein vom Herzen

Ein Lautsprechergehäuse aus Stein sorgt für mehr Bass und straffere Kontrolle, könnte man meinen. Es kann aber auch ungeahnte musikalische Sensibilität begünstigen – wie bei Vroemen

Vroemen Diva Superior

von Tom Frantzen

Die meisten Lautsprecher bestehen aus Holz. Das ist pragmatisch und akustisch gut, zudem auch recht unproblematisch in der Verarbeitung und leicht, respektive kostengünstig zu transportieren. Warum also tut sich jemand an, Lautsprechergehäuse aus Stein zu fertigen? Das Material ist sauschwer, teuer, bricht schlimmstenfalls an den Kanten, und es verschleißt selbst härteste Werkzeuge im Minutentakt. Wir werden noch sehen, wozu die kleine Lautsprecherschmiede Vroemen aus Aachen diesen Aufwand treibt, der sie zudem unverwechselbar macht.

In der letzten Ausgabe haben wir beschrieben, dass sich Marmor oder Granit nicht so gut für Lautsprechergehäuse oder Unterstellplatten eignen wie etwa Schiefer, das aufgrund der hohen Innendämpfung optimale Baumaterial. Das stimmt allerdings nur so lange, wie sie nicht über eine zusätzliche Dämpfungsschicht verfügen, die den harschen Klang im  Mitteltonbereich kompensiert. Vroemen bringt hier durch eine spezielle Innenauskleidung des Gehäuses zwei grundverschiedene Dämpfungskoeffizienten zusammen, die breitbandig für ein harmonisches Ergebnis sorgen. Vroemen-Gehäuse klingen deshalb nahezu gleichermaßen neutral, egal aus welchem Stein sie bestehen. Nicht jeder möchte Schiefer, denn Granit oder auch Marmor haben optisch durchaus ihren Reiz und sind akustisch beherrschbar, wobei sich der Masseaspekt im Bassbereich sehr positiv bemerkbar macht.

Vroemen Diva Detail
Der Bassreflextunnel geht am Rücken der Box entlang, das Terminal kann auch als Bi-Wiring-Version geliefert werden

Stein ist diesbezüglich gegenüber Holz immer im Vorteil, da die Bassenergie nicht durch Schwingungen der Gehäusewände verpufft. Während dieses Tests hatten wir Gelegenheit, sowohl die abgebildete, natürlich intern ausgekleidete Version der „Diva Superiore“ aus Belgisch Granit – interessanterweise eine Marmorart! – als auch eine aus Nero Assoluto-Granit zu hören. Der tonale Unterschied war allerdings nicht größer als etwa zwischen zwei Paaren renommierter Holzlautsprecher derselben Serie, sprich die eventuellen Abweichungen gehen in Fertigungstoleranzen unter.

Von großer Bedeutung sind natürlich die Zutaten, sprich die Tieftonchassis, die aus der hoch angesehenen Excel-Baureihe von Seas stammen, die von Mundorf gelieferten, hochwertigen Bauteile der Weiche sowie der weiterentwickelte Air Motion Transformer nach Dr. Oskar Heil. ..weiter..