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19.12.2014

Test: Phono-Vorverstärker Clearaudio Basic+ und Nanophono

Nano oder Mega...


...das ist hier die Frage. Der Einstieg in die exquisite Phono- Pre-Familie von Clearaudio ist ab sofort für unter 200 Euro möglich. Wie dicht sitzt der neue Nanophono den großen Brüdern im Nacken ?

Clearaudio-Phono-Pres Titelbild

von Tobias Zoporowski

Kaum handtellergroß ist er, der neue kleinste Phono-Vorverstärker aus dem Hause Clearaudio. Insofern hätten die Erlanger Analogspezialisten sich kaum einen passenderen Namen für ihren jüngsten Spross ausdenken können: „Nanophono“ heißt das flache Alubrikett, das sich laut Unternehmenschef Peter Suchy zum Verkaufsschlager im umfangreichen Produktprogramm mausern soll.

Und da sehen auch wir keinerlei Hindernisse, wo der „Kleine“ doch so gute Anlagen mitbringt. Der komplette Schaltungsaufbau ist in SMD-Technologie (SMD = Surface Mounted Devices meint die Montage winzigster Bauteile auf der Leiterplattenoberfläche; dies ist eine Technik, die höchste Fertigungspräzision erfordert) ausgeführt und passgenau in das massive Alugehäuse eingesetzt, um Resonanzen auf ein absolutes Minimum zu reduzieren. Durch die Verwendung von Burr-Brown-Operationsverstärkern verspricht sich Clearaudio zudem eine Wiedergabeperformance, die in dieser Preisklasse in Sachen Rausch- und Brummarmut ihresgleichen suchen soll.

Ebenso konsequent wie ungewöhnlich – wir reden hier über einen Pre, der für unter 200 Euro im Handel verfügbar sein wird – ist das Schaltungslayout mit streng separierten Verstärkerzügen – wichtig für eine effektive Kanaltrennung. Gegenüber Tonabnehmern ist der Winzling nicht wählerisch: Sowohl MM- als auch MC-Systeme finden bei ihm Gehör, Erstere mit einer Eingangsimpedanz von marktüblichen von uns gemessenen 45,2 Kiloohm, Letztere mit etwa 540 Ohm.

Innenansicht des Clearaudio Basic+
Drangvolle Enge: Das externe Netzteil des „Basic +“ ist üppig dimensioniert und exzellent verarbeitet. Darüber hinaus dient es dem brandneuen Akkunetzteil als Spannungsquelle

Ausgewählt wird der passende Widerstand mittels Steckbrücken an der Unterseite des Nanophono, auch ein Subsonic-Filter gegen Rumpelstörungen lässt sich so zuschalten. Nützliches Bonbon:Mit einem zwar winzigen, aber durchaus griffigen Rändelrad an seiner Oberseite kann man den Ausgangspegel des Verstärkers variieren. Oftmals tönen Phonoquellen etwas leiser über die Anlage als andere Hochpegelgeräte, hier lässt sich eine effiziente Anpassung vornehmen.

Mit MM-Pickups klingt der wertige Flachmann ausnehmend druckvoll, energetisch und flüssig mit einer leicht dunklen Timbrierung, die bei langen Hörsitzungen sehr angenehm ist. Seine Darbietung ist räumlich kompakt, aber sehr sauber gestaffelt und hat ein zackiges Timing. So deklassiert der Nanophono den nur etwa 25 Euro günstigeren „XXL Phono Pre“ von Oehlbach (Test in STEREO 7/07) im MM-Betrieb deutlich. Dieser musiziert gegenüber dem handlichen Erlanger mit gebremstem Schaum und wirkt „obenherum“ verhangen. Wenngleich er im Bass noch eine Schippe mehr auf Lager hat, fehlt es dem Karlsruher Entzerrer-Verstärker gerade im Frequenzkeller an Präzision.

Solche Schnitzer unterlaufen dem Clearaudio nicht. Gegenüber dem Fünf-Sterne-Knüller „Smartphono“ (um 350 Euro, Test in STEREO 11/04) gelingt dem Neu-zugang der Anschluss mit Magnetsystemen nicht ganz. Der große Bruder bringt den Bassbereich noch kontrollierter an die Ohren, ist insgesamt etwas präsenter abgestimmt und zieht die größere Bühne auf. Im MC-Modus, der durch die beigelegten Steckbrücken aktiviert wird (Steckplatz „Load 510“), kratzt der „Jüngling“ dann schon frecher an der exzellenten Performance des bisherigen Clearaudio-Basismodells, spielt schnell, luftig und ungemein raumgreifend. ..weiter..

 

Rückansicht des Clearaudio Basic+
Der einem Computerverbinder nicht unähnliche Stecker des Basic+ kontaktiert diesen mit seinem externen Netzteil

Dieser Artikel wurde in STEREO 09/2007 veröffentlicht. Die Ausgabe können Sie über unsere Verlagsseite nachbestellen.

Profil

Clearaudio Basic+

um €500
Maße: 11x6x15 cm (BxHxT)
Garantie: 2 Jahre
Vertrieb: Clearaudio Electronic GmbH
Tel.:09131/59595

www.clearaudio.de

Fazit

In diesem Geschwisterkampf spielt der Basic+ in seiner eigenen Klasse. Auch das Labor jubelte über eine Kanaltrennung von schier unglaublichen 104 (!) Dezibel, geringsten Klirr (0,0005 Prozent) und Rauschabstände von 85 dB (A) im MM- und 70 dB (A) im MC-Modus. Timing, Raumaufteilung, Dynamik und Messwerte – beim Basic+ stimmt einfach alles!

Bewertung Clearaudio Basic+

Profil

Clearaudio Nanophono

um €195
Maße: 8x3x11 cm (BxHxT)
Garantie: 2 Jahre
Vertrieb: Clearaudio Electronic GmbH
Tel.:09131/59595

www.clearaudio.de

Fazit

Der Nanophono mischt das Einsteigersegment gehörig auf! Die Messwerte sind mit einer Kanaltrennung von 102 (!) Dezibel, einem fast nicht relevanten Klirr von 0,0006 Prozent und Rauschabständen von 85 dB (A) bei MM und 70 dB (A) bei MC in dieser Preisklasse sensationell gut! Dabei klingt er ausnehmend energiegeladen und bringt eine Lautstärkeanpassung mit.

Bewertung Clearaudio Nanophono