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20.09.2014

Test: Cyrus-Anlage

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Reif von der Insel

Der Einstieg ins britische Cyrus-System ist günstiger geworden. Gottlob sind das audiophile Klangpotenzial und das unverkennbare Brikettdesign aber geblieben

 

von Tom Frantzen

Es gibt nicht allzu viele Produktdesigns, die zugleich clever sind und lange Bestand haben.Die Clamshell- Notebooks von Apple etwa gibt es leider nicht mehr, sehr wohl aber den seit 60 Jahren bekannten Hasselblad-Würfel oder – zumindest grundsätzlich – den Porsche 911. Auch Cyrus-Geräte im Druckgussgehäuse gibt es nun schon – mit stets aktualisiertem Inhalt – sehr lange.Und sie sind einzigartig, unverwechselbar. Auch klanglich.

Schon deshalb freuen wir uns jedes Mal auf ein Wiedersehen. Diesmal umso mehr, denn für diesen Test hat sich STEREO bewusst am unteren Ende der Cyrus-Preisliste orientiert, um auch Einund Aufsteigern die Möglichkeit zu geben, sich mit Cyrus auseinander zu setzen. Eine Verstärkerkombi der Briten für rund 1500 Euro hat es lange nicht gegeben, soviel steht fest. Aber auch die anderen Komponenten sind moderat positioniert. Folgerichtig beginnt die Kette von der Insel mit dem 24-Bit-CD-Spieler 6S, der für rund 1000 Euro über die Ladentheke geht.

Der erst in Kürze lieferbare und deshalb an dieser Stelle noch unberücksichtigte RDSTuner FM 6 mit 32 Stationsspeichern soll 450 Euro kosten. Als Schaltzentrale bieten die Briten mit der Pre VS 2 für 900 Euro seit kurzem eine vergleichsweise günstige Vorstufe an. Sie ist damit 600 Euro billiger als der Pre X VS. Für die Differenz kann man eine kleine 6er- Endstufe gleich dazu kaufen.

Cyrus CD-Spieler
Der CD-Spieler füllt das Druckgussgehäuse der Cyrus-Komponenten effizient aus, im Vordergrund ist der streufeldarme Ringkerntrafo zu sehen

Das wurde möglich, indem man den hervorragend musikalischen Vollverstärker 8VS2 mit seiner „Virtual Servo“-Schaltung im Wesentlichen um die Endstufe erleichterte –, und diese Ableitung ist der exzellenten Vorgängerin derart überlegen, dass Cyrus für rund 350 Euro sogar den Umbau der Pre X VS zur Pre VS 2 anbietet. Diese Technologie brachte den ohnehin sehr guten Geräten nochmals einen kräftigen und wohltuenden Zuwachs an Temperament.

Als Leistungsträger dieser agil aufspielenden Kette kamen die ebenfalls neuen Endverstärker 6 Power und 8 Power in Frage, die wir kurzerhand beide orderten, um neben den Unterschieden auch die Möglichkeiten der Bi-Amping-Konfiguration auszuloten. Da beide Kraftprotze laut Hersteller denselben Verstärkungsfaktor besitzen, also bei identischer Eingangsspannung „gleich laut“ sind, dürfte das problemlos möglich sein. Man sollte beim Mehrverstärkerbetrieb ohnehin am besten auf denselben Hersteller setzen.


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Innenansicht der Cyrus-Vostufe
Cyrus macht keinen Hehl daraus, dass die neue Vorstufe Pre VS2 auf der Technologie – und den Qualitäten – der jüngsten Vollverstärker-Generation 8VS/VS2 basiert

Dieser Artikel wurde in STEREO 09/2007 veröffentlicht. Die Ausgabe können Sie über unsere Verlagsseite nachbestellen.

Cyrus CD-Spieler

Profil

Cyrus CD 6S
Gerätetyp: CD-Spieler
ca. €1000
Maße: 22 x 8 x 36 cm (BxHxT)
Garantie: 2 Jahre
Vertrieb: Roza High End
Tel.: 040/6024477
www.roza.de

Fazit

Der praxisgerecht ausgestattete, kleinste Cyrus-Player bietet eine sehr solide, klanglich überaus stimmige Leistung mit dem typischen audiophilen Touch.

Labor

Den Messparcours durchlief der Cyrus- Player mit Bravour. Rechteck- und Impulsverhalten sind gut, die Abtastsicherheit sehr gut und die Laufgeräusche leise. Nur erschütterungsfester könnte der Player sein. Bei den Verzerrungswerten liegt er mit 0,18/0,012 Prozent für Klirr/Aliasing im überragenden Bereich, ebenso mit seiner Wandlerunlinearität von nur 0,1 Dezibel und beim Rauschen (112/98 dB für „Digital Null“/Quantisierungsrauschabstand) – das geht nicht besser! Interessanterweise weist der Frequenzgang des CD6S eine minimale Senke um 5 Kilohertz auf, die wohl laufwerksbedingt ist. Das haben wir schon bei vielen Playern festgestellt, ist also nichts Ungewöhnliches und unkritisch. Insgesamt fällt der Frequenzgang bis 20 Kilohertz um 0,7 dB ab. Die Ausgangsspannung beträgt 2,12 Volt, der Ausgangswiderstand sehr gute 48 Ohm, was eine gewisse Kabelunempfindlichkeit bedeutet. Im Leerlauf braucht der Player sechs, in Standby vier Watt, was insgesamt sehr wenig ist, aber auch verrät, dass „Standby“ kaum weniger Leistung frisst.

Ausstattung

Die fernbedienbaren Funktionen sind typisch, dazu kommen (leider nur) ein Toslink-Lichtleiterausgang und ein Kaltgeräteeingang, so dass das Netzkabel auswechselbar ist. Einen harten Netzschalter gibt es an der Rückseite nicht. Da er hinsichtlich Bandbreite und Anschluss (auch klanglich) besser ist, würden wir einen „elektrischen“, koaxialen Digitalausgang bevorzugen.