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20.10.2014

Stichwort

SACD

Die „Super-Audio-CD“ ist ein von Sony und Philips entwickeltes Digital-Audio-Format, das wesentlich höher auflöst als eine herkömmliche Audio-CD

Das Miles Davis Meisterwerk „Kind of Blue“ profitierte vom Remastering ins SACD-Format. Die Scheibe klingt beinahe so perfekt wie von Vinyl
Neben Horowitz und Weather Report sind momentan etwa 100 Klassiker auf SACD bei Sony erhältlich. Kleinere HighEnd-Labels wie Challenge ziehen mit und produzieren in DSD

DSD-Hörstudien

Das holländische Jazz-Label Challenge lud gemeinsam mit Sony nach Amsterdam ein, um über Fortschritte in Sachen DSD-Recording und SACD in Form eines Workshops zu informieren. STEREO erlebte im Ton- und Masterstudio den Produktionsweg einer hochauflösenden Tonaufnahme

von Udo Pipper

Seit der Verzögerung der Marktverbreitung der DVD-Audio herrscht allseits Verunsicherung bezüglich neuer hochauflösender Formate. Braucht man diese Wunderscheiben überhaupt? Der Sony-Konzern versucht die gewonnene Zeit zum Ausbau des eigenen SACD-Formats zu nutzen und packt die Gelegenheit planmäßig beim Schopfe, indem vor allem auf der Softwareseite fleißig weiterentwickelt wird.

Beschränkte sich das Unternehmen bisher auf remasterte Veröffentlichungen sogenannter Meilensteine der Musikgeschichte wie Miles Davis’„Kind of Blue“ oder Herbie Hancock’s „Headhunters“, so beginnt man derzeit mit Eigenproduktionen, die bereits im hochauflösenden DSD-Format angefertigt werden. Da es hierfür aber noch keine entsprechende Hardware beziehungsweise Recordingmaschinen gibt, rüstet Sony in den Niederlanden ausgewählte Studios mit Prototypen aus, die immerhin auf 2-Track-Ebene DSD-Aufnahmen ermöglichen. Wenn die SACD in Zukunft überhaupt als HighEnd-Format eine Chance haben wird,muss es zunächst einmal genügend Tonträger geben, die die Vorteile des Mediums voll ausspielen. Zudem sollten die als Double-Layer oder sogenannte Hybriden gebrannten Silberlinge mit den herkömmlichen 16-Bit-Playern kompatibel sein.

Aber auch das scheint kein Problem mehr.Die Sonopress in Gütersloh meldet soeben den Anlauf einer SACD -Hybrid-Produktionsstrecke auf professionellem Niveau. Dank eines bombensicheren „Physical Watermarking“, eine Art trägerinterner Markierung, befürchtet man auch keine Hacker, die den Kopierschutz entschlüsseln. Insgesamt herrscht im Hause Sony daher bezüglich der Zukunft für SACD Optimismus.

Das in Arnheim ansässige Jazz-Label Challenge (www.challenge.nl) organisierte Ende Januar in der Amsterdamer Sony-Zentrale einen Masterworkshop, während dessen Tonmeister Leendert van Zanten anschaulich demonstrierte, wie DSD-Daten editiert beziehungsweise digital entzerrt werden können. Massiv wie Panzerschränke ruhten die Hardware-Prototypen von Sony im Studio und arbeiteten – wie zu erwarten – perfekt. Zwei 32-Gigabyte-Festplatten speichern parallel die editierten Daten und überspielen mit Hilfe eines modifizierten Sonic Solutions Master-Moduls die Daten schließlich auf AIT-Bänder (Advanced Intelligent Tape). So sicher der Datenstrom auch sein mag, so virtuos und flexibel die Sony-Entwicklungen auch arbeiten, entscheidend ist und bleibt das Endergebnis. Wie klingt eine Aufnahme im „Direct-Stream-Digital“-Format?

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Zum ersten Mal der Öffentlichkeit präsentiert: Die DSD-Mastermodule von Sony sind noch Prototypen